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LUNGERN: Betten mit Frühstück und Wohnungen

Das Hotel St. Josef soll rund 30 Wohnungen Platz machen. Geplant ist auch ein Bed & Breakfast. Ein Ja brauchen die Investoren noch von der Gemeindeversammlung.
Christoph Riebli
Vor dem Haus St. Josef (von links): die drei Lungerer Investoren Bruno Birrer, Joe Zumstein und Hugo Imfeld. (Bilder Christoph Riebli)

Vor dem Haus St. Josef (von links): die drei Lungerer Investoren Bruno Birrer, Joe Zumstein und Hugo Imfeld. (Bilder Christoph Riebli)

Christoph Riebli

Angedeutet wurde es bereits, jetzt ist klar: Das Hotel St. Josef in Lungern soll abgerissen werden und vier neuen Häusern weichen. «Unrealistisch und wirtschaftlich untragbar» wäre ein Hotel-ersatz, sagt Joe Zumstein im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Abriss habe sich schnell als einzige Lösung herauskristallisiert. Der Grund: «Statische und feuerpolizeiliche» Bedenken wegen der Bausubstanz. «Auch für die damalige Zeit war ein so grosses Holzhaus aussergewöhnlich», unterstreicht Zumstein, der das 120-jährige Kur- und Parkhotel samt Grundstück mit den einheimischen Unternehmern Bruno Birrer und Hugo Imfeld gekauft hat (wir berichteten).

Gastgewerbe neu in Marienburg

15 bis 20 Millionen Franken investieren die drei in den nächsten Jahren für ihr Projekt. Vom Vermächtnis der Genossenschaft St. Josef bleiben die in den 1950er-Jahren erbaute Marienburg sowie die dazu gehörende Grotte im Park erhalten. «Der Massivbau wird saniert und als Bed & Breakfest betrieben», verrät Bauchef Bruno Birrer, «30 bis 40 Betten sind geplant.» Ein höherer Standard oder mehr Zimmer, das mache keinen Sinn, ist Joe Zumstein überzeugt. Anstelle von Car-Touristen setze man nämlich auf den Individualtourismus. «Wanderer vom Pilgerweg, Handwerker oder auch Familien, die in Lungern Sommer- oder Winterferien machen», kann sich Bruno Birrer als Gäste vorstellen.

Am Charakter der umliegenden Gebäude orientieren sich die vier geplanten Wohnhäuser, für die im Untergrund eine grosse Tiefgarage mit fast 50 Parkplätzen gebaut werden soll. Drei Architekten-Teams haben die Lungerer Investoren zu einem Projektwettbewerb begrüsst. Überzeugt hat sie der Vorschlag der Burch und Partner Architekten aus Sarnen. «Es wird eine schöne Anlage mit viel Platz darum herum geben», sagt Bruno Birrer zum Siegerprojekt. Die beiden Vorschläge der anderen Architektur-Teams hätten allesamt mehr Baukörper für die zur Verfügung stehende Fläche vorgesehen.

«Wir wollen, dass etwas Vernünftiges entsteht», bekräftigt Joe Zumstein. Mitgemeint sind dabei auch die Preise für die Eigentums- und Mietwohnungen. Auch müsse für das Projekt kein Kulturland geopfert werden, fügt Zumstein an.

Ambitionierter Zeitplan

Zwar ist das Areal bereits eingezont, doch der Spezialzone Bahnhof zugehörig. Gemäss dem Lungerer Bau- und Zonenreglement sind hier ausschliesslich Hotel- und Gastgewerbebetriebe erlaubt. Für die nötigen Änderungen läuft deshalb zurzeit eine Mitwirkungsauflage. Das Reglement muss ergänzt werden, sodass eine Wohnnutzung möglich wird. «Dazu braucht es aber das Einverständnis der Gemeindeversammlung», so Joe Zumstein. Und: «Unser Zeitplan ist ambitioniert, bereits im November soll dieser Entscheid fallen.» Parallel zur Mitwirkungsauflage läuft derzeit noch die Vorprüfung durch den Kanton. «Dieses beschleunigte Vorgehen hat uns sehr positiv überrascht», sagt Bruno Birrer zufrieden und zuversichtlich.

Auch Alterswohnungen geplant

Klappt alles wie angedacht, wird im Frühling 2017 das Hotel St. Josef inklusive der kleinen, angebauten Kirche abgerissen. Gebaut würde in zwei Etappen: Erst würde die Tiefgarage realisiert und dann wiederum gestaffelt die Häuser mit den insgesamt rund 30 Wohnungen. Gut ein Drittel davon sollen Alterswohnungen werden. Innert vier Jahren soll alles fertig sein.

Wie die Alterswohnungen dereinst betrieben werden, gehört noch zum Katalog der offenen Fragen. Zu tun haben die drei Investoren jedenfalls noch genug. So muss beispielsweise noch ein Quartierplan erarbeitet werden.

Unter dem Lungerer Bahnhof (Bildmitte oben) sollen rund 30 Wohnungen in vier Häusern (rosa) entstehen. Die Marienburg (blau) wird zu einem Bed & Breakfast umgebaut. (Bild: Christoph Riebli (Neue Obwaldner Zeitung))

Unter dem Lungerer Bahnhof (Bildmitte oben) sollen rund 30 Wohnungen in vier Häusern (rosa) entstehen. Die Marienburg (blau) wird zu einem Bed & Breakfast umgebaut. (Bild: Christoph Riebli (Neue Obwaldner Zeitung))

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