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LUNGERN: Brünig Indoor: Für Schützen wird es eng im Berg

Schiessen im Berg wird immer beliebter. Wartezeiten von bis zu drei Wochen im Brünig-Indoor sind keine Seltenheit. Nun ist in der weltweit einzigen unterirdischen Schiessanlage im Felsen eine weitere Kaverne im Bau.
Matthias Piazza
Betriebsleiter Urban Hüppi in der neu ausgebrochenen Halle. (Bild: Corinne Glanzmann (Lungern, 5. April 2017))

Betriebsleiter Urban Hüppi in der neu ausgebrochenen Halle. (Bild: Corinne Glanzmann (Lungern, 5. April 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Brünig-Indoor hat sich als unterirdisches Schiesssportzentrum einen Namen gemacht. Seit 2002 üben hier unterschiedlichste Schützen aus allen Himmelsrichtungen – tief im Berg innen, ohne Nachbarn mit Schiesslärm zu belästigen. Hier bleiben keine Wünsche unerfüllt. Die Schützen können auf Distanzen von 3 bis 300 Metern schiessen – und das auf Wunsch auch mit unterschiedlichen Lichtbedingungen. Auch Wettkämpfe gehen hier regelmässig über die Bühne.

30 000 bis 32 000 Besucher zählt die Anlage in Lungern jährlich – Tendenz steigend. Betriebsleiter Urban Hüppi erklärt sich den Erfolg folgendermassen: «In Zeiten mit immer strengeren Lärm- und Umweltschutzvorschriften schätzen die Schützen die unterirdische Anlage. Sie können auch abends schiessen oder am Wochenende und sind nicht durch Vorschriften eingeengt.» Nicht nur aus der Zentralschweiz, sondern aus allen Ecken des Landes und gar vom nahen Ausland kommen die Besucher. «Schliesslich sind wir weltweit immer noch die einzige unterirdische Schiessanlage im Felsen», sagt Urban Hüppi mit Stolz.

Beliebt auch bei Firmenausflügen

50 Prozent der Besucher sind Gruppen von Firmenausflügen und Ähnlichem. Die andere Hälfte sind Sport- und Freizeitschützen, Jäger, Waffensammler sowie auch Angehörige von Polizei, privaten Sicherheitsfirmen und der Armee, die aus unterschiedlichen Distanzen auf bewegliche oder fixe Ziele schiessen, ohne Emissionen zu verursachen oder die Umwelt, insbesondere den Boden, damit zu belasten.

Doch die bestehende Multifunktionshalle in Lungern platzt aus allen Nähten. «Wir sind gut gebucht, haben Wartezeiten von bis zu drei Wochen», sagt Hüppi. Diesem Missstand will die Brünig-Indoor AG nun Abhilfe schaffen – mit einer zweiten solchen Halle mit Baukosten von rund 3,5 Millionen Franken. In den vergangenen Monaten wurde im Berg eine weitere Kaverne ausgebrochen – 60 Meter lang, 20 Meter breit und 10 Meter hoch.

Beim Bau könne man auf die Erfahrung der bestehenden Anlage zurückgreifen, sagt Hüppi. Denn gebaut hat diese weltweite Premiere die in Lungern ansässige Firma Gasser Felstechnik. Der Beweggrund für dieses Grossprojekt: Mit der neuen Umweltschutzgesetzgebung des Bundes in den 1980er-Jahren «drohte» die Schliessung vieler bestehender Gemeindeschiessanlagen.

Mit dem Innenausbau der neuesten Kaverne will man allerdings vorerst noch zuwarten. «Im Moment ermitteln wir in Gesprächen mit potenziellen Benutzern die Bedürfnisse», so Hüppi. Davon hänge dann die Art der Schiessanlage ab. Ursprünglich war eine Kurzdistanzanlage bis 30 Meter geplant. «Die Polizeikorps trainieren nun neu auch bis auf eine Distanz von 100 Metern. Darauf könnten wir bei Bedarf Rücksicht nehmen», nennt Urban Hüppi ein Beispiel. Die Kantonspolizei Obwalden gehöre zu den gerngesehenen Benutzern der Brünig-Indoor-Anlage. Im Gespräch sei man aber auch mit anderen Polizeikorps und möglichen weiteren Institutionen. Auch eine Lösung hätte Brünig-Indoor für die Obwaldner Jäger. «Um weiterhin am heutigen Standort schiessen zu können, müssten die Patentjäger beim Kanton eine neue Betriebsbewilligung erwirken.» Dafür sind 478 000 Franken für Sanierung und Umbau ihres Schiessstandes in Alpnach nötig. «Stattdessen könnten sie bei uns schiessen.»

«Wir bestehen darauf, auch künftig im Freien zu üben»

Es sei nicht gesetzlich vorgeschrieben, dass für den Schiessnachweis im Freien geschossen werden müsse, sagt Hüppi. Der Kanton Bern etwa akzeptiere für seine Jäger den in den Anlagen von Brünig-Indoor geschossenen Nachweis. «Unsere Anlage ist vom eidgenössischen Schiessoffizier abgenommen.» Ergänzend dazu könnten die Obwaldner ­Jäger auf zugelassenen Aussenschiessanlagen in der ganzen Schweiz ihre Schiessübungen absolvieren. Doch was hält man bei den Jägern von dieser Idee? «Die Jagd findet bei Wind und Wetter statt, diese Bedingungen kann man in einer Indoor-Anlage nicht schaffen», ist für Nadja von Rotz, Präsidentin der Obwaldner Patentjäger, klar. «Wir bestehen darauf, dass wir auch künftig in Alpnach im Freien üben dürfen.» Brünig-Indoor sei aber grundsätzlich eine tolle Einrichtung.

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