Lungern

Die Gehrenbrücke soll neu gebaut werden – und dabei breiter werden

Da die Gemeindeversammlung in Lungern im November abgesagt werden musste, können die Stimmbürger an der Urne über Gemeindebeiträge an ein Hochwasserschutzprojekt und eine Strassensanierung abstimmen.

Robert Hess
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Im Rahmen des Laui-Hochwasserschutzprojekts in Lungern wird die bestehende Gehrenbrücke durch eine neue, breitere Brücke ersetzt.

Im Rahmen des Laui-Hochwasserschutzprojekts in Lungern wird die bestehende Gehrenbrücke durch eine neue, breitere Brücke ersetzt.

Bild: Robert Hess (Lungern, 7. Januar 2021)

Die Stimmberechtigten der Einwohnergemeinde Lungern müssen «nachsitzen». Aber nicht auf irgendeiner Schulbank, sondern als Stimmbürger an der Urne. Wegen der Coronakrise musste die Gemeindeversammlung vom 19. November abgesagt werden und wird nun am 17. Januar als Urnenabstimmung nachgeholt. Zu entscheiden hat das Stimmvolk über das Budget 2021 sowie über Kreditgeschäfte.

Der Voranschlag 2021 sieht bei Ausgaben von 10,7 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von 144'100 Franken vor. Die Investitionsrechnung rechnet bei Ausgaben von 2,95 Millionen Franken mit Nettoinvestitionen von 1,37 Millionen Franken (wir berichteten).

Das Projekt soll einen Ausbruch der Laui im Obsee-Dörfli verhindern

Zu den Kreditgeschäften der Urnenabstimmung gehört das Hochwasserschutzprojekt «Überlastsicherung Obsee» mit dem Neubau der Gehrenbrücke. Dieses Projekt soll gemäss Botschaft des Gemeinderates dazu beitragen, «einen Ausbruch der Laui im Bereich Obsee-Dörfli zu verhindern». Nachdem die Einwohnergemeinde bereits 1988 und 2016 Beiträge an die Kosten der Sicherung der Laui bewilligt hatte, soll sie nun einen weiteren Beitrag von 15 Prozent, höchstens aber 352'500 Franken, an die subventionsberechtigten Kosten leisten.

Das Projekt der Lauiverwaltung Obsee umfasst unter anderem auch den Ersatz der beiden Brücken «Boden» und «Gehren» über die Laui. Die Bodenbrücke soll um rund 15 Meter talwärts verschoben und laut Botschaft voll über das subventionsberechtigte Wasserbauprojekt abgerechnet werden.

Anders verhält es sich mit dem Neubau der Gehrenbrücke. Diese wird auf 4,5 Meter verbreitert und für schwerere Fahrzeuge befahrbar gemacht. Zudem soll die Abflusskapazität erhöht werden. Die Gesamtkosten für den Neubau dieser Brücke werden mit 345'000 Franken berechnet.

Neubau der Gehrenbrücke ist ein Mehrwert für die Gemeinde

Die Einwohnergemeinde soll für den künftigen Mehrwert durch den Neubau der Gehrenbrücke einen Anteil von 150'000 Franken übernehmen. Zusammen mit dem oben erwähnten Gemeindebeitrag an das Hochwasserschutzprojekt Obsee von höchstens 352'500 Franken ergibt sich ein Gesamtkredit von 502'500 Franken, über den die Stimmberechtigten am 17. Januar an der Urne entscheiden.

Weiter sollen die Stimmbürger über einen Kredit von 150'000 Franken an die Sanierung des gemeindeeigenen Anteils an der Dundelstrasse bestimmen. Die Gesamtkosten für die Sanierung auf einer Länge von 315 Metern werden auf 270'000 Franken veranschlagt. Aufgrund der landwirtschaftlichen Interessen am Ausbaustandard dieser Strasse habe das Amt für Landwirtschaft und Umwelt Subventionsbeiträge von rund 120'000 Franken in Aussicht gestellt, heisst es in der Botschaft des Gemeinderates.