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LUNGERN: Er war nur einer von 300 Fischern

Am Stephanstag ging es im Fischerparadies zu wie in einer Grossstadt. Auch Tom Bucher war einer, der es kaum erwarten konnte.
Romano Cuonz
Tom Bucher-Marti war am Stephanstag bei der Fischereieröffnung nicht allein am Lungerersee. Rund 300 Petrijünger nutzten den schönen Tag. (Bild Romano Cuonz)

Tom Bucher-Marti war am Stephanstag bei der Fischereieröffnung nicht allein am Lungerersee. Rund 300 Petrijünger nutzten den schönen Tag. (Bild Romano Cuonz)

Ein schier unglaubliches Bild am Stephanstag am Lungerersee: Auf der Strasse zwischen dem Kaiserstuhl und Bürglen, vom Morgen bis zum Abend, eine einzige lange Reihe parkierter Autos. Auf dem Trottoir und auch rund um den See herum kein Parkplatz mehr frei. Lungern konnte zur Saisoneröffnung im Fischerparadies punkto Zustrom selbst mit den grössten Tourismusmetropolen jederzeit konkurrieren. Die erste Massnahme des Fischereiverantwortlichen Willy Walker (72), als er am Morgen von seinem Wohnort Ebikon herkam, war ein Telefonanruf bei der Obwaldner Polizei. «Ich bat darum, dass man zwei Augen zudrücken möge, wenn Autos auf dem Trottoir stehen», erzählt Walker. Die Polizei zeigte viel Verständnis für den Riesenansturm von Fischern samt Familien. Zwar kontrollierte eine Patrouille, ob an verbotenem Ort geordnet parkiert wurde, von Bussen aber sah sie ab. Die Herzen der Verwaltungsratsmitglieder der Lungerersee AG schlugen höher, als man gegen Abend eine erste Bilanz zog. Nach genau 26 Tagen Schonzeit wurden auf die Wiedereröffnung gut 300 Patente gelöst und alle Boote gleich mehrmals vermietet. Da viele Angler auch Frau und Kinder mitbrachten, ging es auf den Spazierwegen rund um den See und an den sechs Grillplätzen zu und her wie kaum je in der Hochsaison.

Hier fängt man immer Fische

Seit er einen schweren Arbeitsunfall gehabt hat, arbeitet der gelernte Gerüstebauer Tom Bucher-Marti aus Hergiswil als Hausmann. Die frischen Fische zum Nachtessen für seine Familie fängt er am liebsten gleich selber. Oder anders gesagt: Sein Hobby, das er keinesfalls je missen möchte, ist das Angeln im Fischerparadies Lungern. «Manchmal begleitet mich dabei auch mein Töchterchen, es hat gar auch schon Fische gefangen», sagt Bucher. Er ist stolzer Besitzer eines Bootes, das er in Bürglen – gleich unterhalb des Fischereishops – stationiert hat. An diesem wunderschönen Stephanstag fährt er zusammen mit seinem Bruder Richard auf den smaragdgrünen See. Der Weiler Bürglen mit seiner Kapelle spiegelt sich genauso im Wasser wie die weissen Gipfel der Berner Alpen. «Es ist einfach ein Traum, hier zu fischen», schwärmt Tom Bucher. Kaum hat er es gesagt, zuckelt auch schon der rote Zapfen und fährt auf dem Wasser davon. Die erste wunderschöne Lachsforelle hat angebissen, und nach einem aufregenden Drill holt sie der Bruder mit dem Kescher an Bord. «In diesem Paradies fängt man einfach immer Fische, und es geht hurtig, hurtig», sagt Bucher. An anderen Orten übe man sich oft tagelang in Geduld, ohne Erfolg zu haben.

Grösster Fisch mass 67 Zentimeter

Tom Bucher kommt seit vielen Jahren ins Fischerparadies. «Ich bin hier Stammgast und habe mit den heutigen fünf Forellen im Ganzen schon 96 Forellen gefangen», sagt er. «Der grösste Fisch, den ich je hatte, war eine Seeforelle von 67 Zentimetern», erzählt er stolz. Natürlich sind auch für ihn die grössten Fische jene, die entkommen sind! «Kürzlich verlor ich ein Monstrum von Goldforelle», berichtet er. Und sein Geheimtipp? «Es gibt da so ein Mittel, das man an den Köder spritzen kann, dann beissen die Fische wie wild», verrät er. Mehr nicht. Am Ende der Fischertage filetiert Bucher seine Beute im Raum, den das Fischerparadies den Anglern samt allem zur Verfügung stellt. Punkto Zubereitung hat Bucher sein Geheimrezept. «Ich präpariere die frischen Filets mit einem speziellen Fischgewürz, dann brate ich sie mit ein bisschen Butter auf kleinster Stufe je zwei Minuten pro Seite an.»

2500 Forellen für den Stephanstag

Schaute man am Eröffnungstag ins Wasser, hatte man schon ein wenig das Gefühl, man habe da ein Aquarium vor sich. Weil die Temperaturen so hoch waren, schwammen die Fische meist gut sichtbar in ein bis zwei Metern Tiefe. So begegnete denn der für die Fischerei verantwortliche Willy Walker an diesem Tag nur zufriedenen Anglern. Als früherer Kadermann bei Schindler Informatik, Friedensrichter und Mediator bringt Walker alle Eigenschaften mit, die es zur Führung des Grossunternehmens «Fischerparadies» braucht. «Heute sind wir zweitgrösster Abnehmer der Walliser Fischzuchtanlage Vionnaz mit eigener Quelle», erklärt Walker. Allein für die Eröffnung am Stephanstag habe man 2,4 Tonnen – rund 2500 Regenbogen- und Lachsforellen – eingesetzt. «Tatsächlich hat ein Glückspilz schon heute ein 60 Zentimeter grosses Exemplar gefangen, und ein Bub brachte uns eine 50-Zentimeter-Forelle vor die Kamera», freut sich Willy Walker, Hausherr in einem der letzten Paradiese.

Romano Cuonz

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