Lungern
Fehlendes Bauland und Parkplatzmangel bereiten Sorgen

An der Gemeindeversammlung Lungern wird die positive Rechnung 2020 genehmigt und fünf Personen das Gemeindebürgerrecht zugesichert.

Robert Hess
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Rund 80 Stimmberechtigte nahmen an der Einwohnergemeindeversammlung Lungern in der Polyhalle im Brünigpark teil.

Rund 80 Stimmberechtigte nahmen an der Einwohnergemeindeversammlung Lungern in der Polyhalle im Brünigpark teil.

Bild: Robert Hess (Lungern, 27. Mai 2021)

Sichtlich erfreut war die Lungerer Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann-Durrer am Donnerstagabend, erstmals nach ihrer Wahl im Dezember 2019 eine Gemeindeversammlung leiten zu dürfen. Die beiden Versammlungen des vergangenen Jahres mussten wegen der Pandemie abgesagt werden, die Platzverhältnisse im üblichen Versammlungsort Alte Turnhalle Kamp liessen die Einhaltung des Schutzkonzeptes nicht zu. Dieses konnte nun in der Polyhalle im Brünigpark gewährleistet werden.

Auch Einbürgerungen verschoben

Die seit dem 1. Januar 2020 amtierende Gemeindepräsidentin konnte im Brünigpark rund 80 Stimmberechtigte begrüssen. Sie nahm die Gelegenheit wahr, der Bevölkerung «die einmalige Solidarität und Hilfsbereitschaft im Dorf während der Pandemie herzlich zu verdanken».

Auswirkungen hatte Corona auch auf die Einbürgerungen. «Da in Lungern die Einbürgerungen nur an der Gemeindeversammlung vorgenommen werden dürfen, mussten sich fünf ‹einbürgerungsbereite› Personen während rund eines Jahres gedulden», erklärte die Gemeindepräsidentin. Ohne Gegenanträge und Wortmeldungen wurden den fünf Personen nun am Donnerstagabend mit Applaus das Bürgerrecht der Gemeinde zugesichert. Eingebürgert wurden eine thailändische Staatsangehörige sowie eine vierköpfige Familie aus Deutschland.

Eine Million in die finanzpolitische Reserve

Finanzchef Andreas Kammer konnte der Versammlung einen weiteren positiven Abschluss präsentieren. Bei einem Gesamtertrag von rund 11,1 Millionen Franken und einem Gesamtaufwand von 10,7 Millionen Franken resultierte ein Ertragsüberschuss von rund 394‘000 Franken. Zuvor ist bereits eine Million Franken der finanzpolitischen Reserve zugewiesen worden. Diese beträgt nun total 3,4 Millionen Franken und steht für kommende Grossprojekte zur Verfügung.

Wie Gemeinderat Kammer an der Versammlung aufzeigte, liegen dem guten Abschluss sowohl höhere Erträge wie auch Aufwandminderungen zugrunde. «So ist der Steuerertrag trotz Steuerrabatt um rund 650‘000 Franken höher als budgetiert ausgefallen», erklärte der Finanzchef.

Die Nettoinvestitionen liegen mit rund 400‘000 Franken um 91‘000 Franken unter dem Budget. Es konnten nicht alle geplanten Arbeiten ausgeführt werden. Die Rechnung 2020 wurde ohne Gegenantrag genehmigt.

Erstmals nach ihrer Wahl als Gemeindepräsidentin im Dezember 2019 konnte Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann-Durrer die Versammlung leiten. Die beiden Gemeindeversammlungen von 2020 waren wegen der Coronapandemie abgesagt worden.

Erstmals nach ihrer Wahl als Gemeindepräsidentin im Dezember 2019 konnte Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann-Durrer die Versammlung leiten. Die beiden Gemeindeversammlungen von 2020 waren wegen der Coronapandemie abgesagt worden.

Bild: Robert Hess (Lungern, 27. Mai 2021)

Das Bauland wird knapp

Unter dem Traktandum Orientierungen verdankte Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann-Durrer die Verdienste der zurückgetretenen Gemeinderäte Martin Gasser (7 Jahre) und Dennis Schümann (6 Jahre).

Sorgen bereitet dem Gemeinderat das knapper werdende Bauland für Industrie- und Gewerbebetriebe wie auch für den Wohnungsbau. «Im Rahmen der sehr strengen Anforderungen des Raumplanungsgesetzes muss die Weiterentwicklung der ansässigen Unternehmen gesichert und die Nutzung der bestehenden Arbeitszonen optimiert werden», so die Lungerer Gemeindepräsidentin. So müssten Parzellen mit Warendeponien oder Parkplätzen optimaler genutzt werden, denn Parkplätze werden als Bauland angerechnet. «Auch beim Wohnungsbau sieht es düster aus, wir haben vom Bund keine Möglichkeit erhalten, neues Bauland einzuzonen.»

Eine Knacknuss ist für den Gemeinderat auch das Parkplatzproblem in der Gemeinde. Lungern sei für Ausflügler oder Wanderer attraktiver geworden, doch Parkraum, vor allem im Seebereich, sei zu wenig vorhanden. Mit einer künftigen Parkplatzbewirtschaftung, eventuell in der ganzen Gemeinde, müsse gerechnet werden, so Bernadette Kaufmann-Durrer.