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LUNGERN: Glasfenster Gemeindehaus: Wunsch des Künstlers ist Gemeinde zu teuer

Die Baukommission hat entschieden: Die Glasfenster von Künstler Lukas Gasser werden aus der Fassade des Gemeindehauses entfernt.
Das Gemeindehaus in Lungern wird saniert. (Bild: Christoph Riebli / OZ)

Das Gemeindehaus in Lungern wird saniert. (Bild: Christoph Riebli / OZ)

Weil das Gemeindehaus in Lungern energetisch saniert wird, braucht es für die vier Glasfenster, die der Künstler Lukas Gasser vor Jahren gestaltet hat, spezielle Massnahmen. Die Gemeinde möchte sie aus der Fassade herauslösen. Der Künstler wiederum möchte die Fenster an ihrem Standort lassen, weil er sie extra für diese Orte geschaffen habe. In einem Gespräch mit Lukas Gasser vergangene Woche versprach Gemeindepräsident Josef Vogler, dass man verschiedene Varianten und deren Kosten prüfen werde (siehe Ausgabe vom 24. Januar).

Dies ist mittlerweile geschehen. «Die Baukommission hat einstimmig entschieden, dass wir die Fenster aus der Fassade lösen», erklärt Josef Vogler auf Anfrage. Man wolle die Fenster erhalten und plane, sie im Treppenhaus auszustellen. «Definitiv entschieden ist diesbezüglich noch nichts. Aber ganz sicher werden wir die Fenster nicht entsorgen.» Er habe das dem Künstler Lukas Gasser telefonisch mitgeteilt.

Kosten viermal höher bei Erhalt am jetzigen Ort

Der Entscheid der Baukommission fiel aufgrund einer Offerte der Bauleitung, die beim Erhalt der Fenster am jetzigen Ort mit Kosten von rund 23000 Franken rechnete. Laut Bauleiter Toni Mathis von der Planteams AG brauche man Rahmen mit öffenbaren Fenstern hinter den Kunstfenstern, um diese auch reinigen zu können. «Zudem müsste man einen Rauch- und Wärmeabzug bauen, was die günstigste Lösung ist, um den Brandschutzvorschriften zu genügen», so Toni Mathis. Demgegenüber würde es etwa 6500 Franken kosten, die «Kunstfenster» an der Wand im Treppenhaus zu montieren und zu hinterleuchten.

Es seien nicht nur die viermal höheren Kosten gewesen, welche die Baukommission zum Entschluss gebracht haben, die Fenster aus der Fassade herauszunehmen, sagt Gemeindepräsident Vogler. «Tatsächlich kann man uns nicht garantieren, dass sich an den Fenstern nach der energetischen Sanierung nicht doch Kondenswasser bildet.» Die Lösung mit den Rahmen sei kompliziert und befriedige trotzdem nicht. Weil zudem auch die Zeit dränge, habe man darauf verzichtet, bei der kantonalen Kulturförderung ein Gesuch zu stellen für einen Unterstützungsbeitrag zur Erhaltung der Fenster am jetzigen Ort. Die Denkmalpflege hatte dies vergangene Woche angeregt. «Die hinterleuchteten Fenster wirken als Schmuck im Treppenhaus sicher auch sehr schön», ist Gemeindepräsident Josef Vogler überzeugt.

Demontage erfolgt kommenden Dienstag

Gebietsdenkmalpfleger Frank Bürgi findet es einerseits bedauerlich, dass die Fenster nicht an der Fassade bleiben können. «Der Wegfall der Kunst am Bau verändert das Haus zwar nicht völlig, aber es ist natürlich schade.» Das Gebäude sei aber nicht geschützt, sodass die Denkmalpflege keine Auflagen machen könne. Auf der anderen Seite sei es erfreulich, «dass die Gemeinde die Kunstwerke überhaupt erhalten will. Dazu wäre sie nämlich nicht verpflichtet.»

Wer die Fenster noch an den originalen Standorten sehen möchte, muss sich beeilen. Laut Toni Mathis werden sie bereits am kommenden Dienstag demontiert und dann eingelagert. Eine allfällige Montage im Treppenhaus könnte dann etwa ab August erfolgen.

Der Künstler Lukas Gasser war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bei der Besprechung mit der Gemeinde in der vergangenen Woche sagte er, dass die Fenster Teil der Architektur seien und es das Bild des Hauses sehr verändern würde, wenn sie entfernt würden. Falls die Gemeinde sich trotzdem dazu entschliessen würde, müsse er halt wohl oder übel damit leben.

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

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