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LUNGERN: Hornkuh-Freunde sind bei den Viehzüchtern in der Minderheit

Die Lungerer Viehzüchter präsentierten eine hervorragende Tierqualität. Praktisch alle Tiere waren ohne Hörner. Nur ein Besitzer outete sich als klarer Freund von behornten Tieren.
Paul Küchler
Tiere mit Hörnern sieht man an Viehschauen selten, so auch in Lungern. (Archivbild: Keystone/Sigi Tischler)

Tiere mit Hörnern sieht man an Viehschauen selten, so auch in Lungern. (Archivbild: Keystone/Sigi Tischler)

Paul Küchler

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

177 Tiere wurden an der diesjährigen Viehschau in Lungern vorgeführt. Darunter waren gerade 4 mit Hörnern. Von den 40 Lungerer Viehzüchtern halten nur deren 5 Tiere mit Hörnern. Wir nutzten die Gelegenheit am Samstag, um uns bei den anwesenden Züchtern nach ihrer Meinung zur so genannten Hornkuh-Initiative umzuhören, über die das Schweizer Volk dereinst abstimmen wird. In Bern ist sie vom Ständerat bereits behandelt und abgelehnt worden.

Die in Lungern befragten Züchter waren einheitlich der Meinung, es müsse jedem Besitzer freigestellt sein, ob er seine Tiere mit oder ohne Hörner halten will. André Halter, nebenberuflich Besamer bei der Swiss­genetics, der Organisation für künstliche Besamung, sagte, er habe nichts dagegen, wenn einer Tiere mit Hörnern halten wolle. «Mit solchen Tieren hat man in Laufställen aber mehr Unruhe.» Er stellte zudem fest, dass es bei allen Tierrassen solche gibt, die von Natur aus keine Hörner haben.

«Problem- und schmerzlos» möglich

Arnold Imfeld, Präsident des Obwaldner Braunviehzuchtverbandes, erinnerte daran, dass Kühe früher die Hörner «zum Schutz gegen Wildtiere» gebraucht hätten. «Das Entfernen der Hornanlagen bei Kälbern ist für diese heute absolut problem- und schmerzlos.» Hingegen wäre das Verpassen eines Hornführers, um Hörner in die gewünschte Richtung zu leiten, bei den Jungtieren nicht unproblematisch. «Ich würde es auf keinen Fall richtig finden, wenn Direktzahlungen zu Gunsten von Tieren mit Hörnern umverteilt würden, wie es diskutiert wird.» Dies sagte er auch angesichts der vielen Auflagen, die man heute schon bei der Tierhaltung habe. «Zudem haben wir mit hornlosen Tieren bezüglich Verletzungsgefahr auch bei Ausstellungen weniger Probleme», sagt Imfeld. Auch der Viehzüchter und ehemalige kantonale Bauernpräsident Walter Furrer betont, das Enthornen mit der Schmerzausschaltung sei kein Problem. «Das dürfen aber nur Personen machen, welche die Ausbildung dafür haben.» Laut ihm sind enthornte Tiere unter sich viel ruhiger.

Joe Imfeld bildete die Ausnahme

Der Viehzüchter Joe Imfeld war an der Viehschau in Lungern die Ausnahme. Er war mit den vier einzigen Tieren mit Horn vor Ort und steht auch klar dazu. «Kühe mit Hörnern gefallen mir und meinen Kindern besser als hornlose Tiere. Ich werde auch künftig nicht enthornen, selbst wenn Tiere mit Hörnern weniger gut verkäuflich sind.» Er habe im Betrieb keine Probleme damit.

Viel Interesse für Spezialwettbewerbe

Mit der Qualität der Tiere war Viehexperte Thomas Schrackmann aus Sarnen sehr zufrieden. Sie sei «wie das Wetter, und das ist sensationell». Viel Lob gab es auch von den beiden Experten Marco Hofstetter und Florian Pfulg aus dem Kanton Luzern. Die vom Viehzuchtverein Lungern organisierte Viehschau verlief problemlos und verzeichnete wiederum einen grossen Besucheraufmarsch.

Die Spezialwettbewerbe im Ring wurden von den Besuchern mit viel Interesse verfolgt. Der traditionelle Kälberwettbewerb löste erneut viel Begeisterung aus. Die amtierende Braunviehkönigin Andrea Furrer hatte die Aufgabe, die Vorstellungen der Kinder zu rangieren. Sie lobte diese für ihre Einsätze und dankte auch ihren Eltern, die sie unterstützten. Gewonnen hat den Wettbewerb Elias Imfeld mit Kalb Bärbi. Bei den Grossen war die Wahl der «Miss Lungern» der Höhepunkt. Zum zweiten Mal gewann Kuh Zoldi der Familie André und Ruth Halter-Zumstein.

<strong>&rArr; Die Ranglisten finden Sie hier</strong>

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