LUNGERN: «Ich bi dr Blatter Seppäli»

Schnitzel auf Bänken, Schnitzel und anderes im Teller und viel Gemütlichkeit waren im «Bahnhöfli» Trumpf. Und es blatterte gewaltig.

Robert Hess
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Die Gipfälitungger bei ihrem Auftritt im Lungerer «Bahnhöfli». (Bilder Robert Hess)

Die Gipfälitungger bei ihrem Auftritt im Lungerer «Bahnhöfli». (Bilder Robert Hess)

Robert Hess

«Bi friäner äs mächtigs Birschtli gsi», sangen die Gipfälitungger über ihn, die rote Karte zeigten ihm die Chelischlürfer, gleichauf mit «korrupten und verfilzten Kardinälen» stellten ihn All Arrabiata, und singen «FI FA la mi doch nid so ga» liessen die Bianchineri «den arme Siäch». Da gibts kein Drei-Mal-Raten, welcher Walliser am Freitagabend im Visier der Schnitzelbänkler an der Oldifasnacht im Lungerer «Bahnhöfli» stand. Tags zuvor, am Schmutzigen Donnerstag, hatten die vier bestandenen Gruppen und dazu die neuen Wasabinen bereits Hunderte in den vollgestopften Giswiler Beizen mit ihrem Feuerwerk an träfen und lustigen Sprüchen begeistert.

Hess’ Fettnäpfchen

Ihr Fett ab bekamen neben eidgenössischen Grossen wie der Brunner Toni oder der mehr geld- als ehrsüchtige Polo Hofer auch viele lokale Sünder wie die Sachsler Feuerwehr. Einer der Grossen, der mit seiner Einschätzung von Verkleidungsvereinen bös ins Fettnäpfchen getrampt war, ist auch Obwald-Boss Martin Hess. «Wärsch ä Schwan, wurdid miär diär d’Eier stächä», drohten ihm gar die Gipfälitungger. Auch Spiess-Heggli «oder heisst sie Heggli-Spiess?» (Bianchineri), und «ein SVPler schnupperte an einer Grünen», meinte man im «Bahnhöfli» zu einer späten und deshalb nicht mehr ruhigen Stunde von den Wasabinen im «Bahnhöfli» zu vernehmen.

Karton-Torte für Musiker

Weitere Höhepunkte waren an der Oldiefasnacht die kulinarischen Köstlichkeiten des Hauses und die rassigen musikalischen Darbietungen der Golden Old-Boys, die ihren 15. Geburtstag feierten, wie Chef Peter Berchtold verkündete. Die brotlosen Musiker mussten sich allerdings mit einer selber mitgebrachten Kunststoff- und Karton-Torte zufrieden geben!

Schliesslich war da noch eine Kantonsrätin auszumachen! Als Kuh Lucia verkleidet wollte die Kantonsrätin am eigenen Leib erfahren, was da alles beim Melken mit den PVC-Eutern und -Strichen passiert. «Denn», so augenzwinkerte sie, «irgendeinmal wird es sicher wieder ein richtiges Landwirtschaftsdepartment in der Regierung geben, und da will ich als Kandidatin gerüstet sein.»