LUNGERN: Kleinkraftwerke Lungern erzielen Spitzenergebnis

Dank hervorragender Bedingungen für die Stromproduktion schreibt die Kleinkraftwerk Lungern AG neue Rekorde beim Produktionswert und beim finanziellen Ergebnis.

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Andreas Gasser.

Andreas Gasser.

«Gleichmässige Regenfälle und der späte Schneefall bescherten uns hervorragende Bedingungen für die Stromproduktion», sagte Verwaltungsratspräsident Andreas Gasser vor 51 Aktionären an der 21. Generalversammlung der Aktionäre der Kleinkraftwerke AG, Lungern. Mit einem Wert von über 4 Millionen Kilowattstunden (kWh), das sind rund eine Million kWh mehr als im Vorjahr 2015, hat die Kleinkraftwerke AG Lungern einen noch nie erreichten Produktionswert erzielt. Mit der Energieleistung von über 4 Millionen kWh können rund 700 Haushaltungen mit elektrischem Strom versorgt werden. Weil gleichzeitig der Betriebsaufwand massiv tiefer ausfiel, konnte ein Spitzenergebnis erreicht werden. Während des Jahres waren nur kleinere Störungen aufgetreten, welche der ­Betreiber des Kleinkraftwerks, das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO), jeweils innert kürzester Zeit beheben konnte.

Die Kleinkraftwerke AG Lungern erzielte mit 483 995 Franken das beste Betriebsergebnis vor Steuern und Abschreibungen. Das Resultat ermöglichte es, neben Rückstellungen auch Abschreibungen von über 300000 Franken zu tätigen. Der Jahresgewinn wird mit 96983 Franken ausgewiesen. Erstmals in der über 20-jährigen Geschichte der Kleinkraftwerke AG belief sich der Stromertrag auf 641109 Franken. Wie Finanzchef Mathias Ming darlegte, sind die in den Jahren 1995 und 2003 erstellten Kleinkraftwerke Mülibach und Schild mit 41 Prozent abgeschrieben und erscheinen noch mit rund 3,8 Millionen Franken in der Bilanz.

Auswirkungen des neuen Energiegesetzes

Einstimmig wurden der Jahresbericht wie auch die Jahresrechnung 2016 genehmigt sowie die Ausschüttung einer Dividende von 6 Prozent. Die bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats wurden mit Akklamation wiedergewählt. Es sind dies: Andreas Gasser-Bürgi, John Sieber (Leiter Produktion EWO), Hans-H. Gasser-Sutter, Mathias Ming-Herger und Urban Ming-Spichtig. Eine Wiederwahl erfuhr auch die Orfida Treuhand- und Revisionsgesellschaft AG, Sarnen.

Verwaltungsratspräsident Andreas Gasser kam auch auf die jüngste eidgenössische Abstimmung zum Energiegesetz zu sprechen und stellte die Frage: «Hat das neue Energiegesetz einen Einfluss auf unsere Kleinkraftwerke?» Seine klare Antwort dazu: «Auf die bestehenden Anlagen Schild und Mühlebach hat es keinen Einfluss, da wir einen fixen Abnahmepreis und eine Abnahmegarantie für den produzierten Strom haben. Beim Bau neuer Werke werden in Zukunft jedoch praktisch keine Beiträge mehr fliessen, was einen rentablen Betrieb verunmöglicht.»

Leittechnik muss modernisiert werden

Verwaltungsrat Hans-Heini Gasser sagte auf Anfrage, dass verschiedene Teile der Anlagen ihre Lebenserwartung erreicht hätten. Dies gelte insbesondere für das Leitsystem des Kraftwerks. Sowohl die Computer wie auch die Programme (Software) werden nach den 14 Jahren Betrieb vom Markt nicht mehr ausreichend unterstützt. Mit einem Aufwand von 140000 Franken wird das Leitsystem für das seit 2003 in Betrieb stehende Kleinkraftwerk Schild erneuert. Das erfreuliche Jahresergebnis 2016 ermöglichte dafür eine Rückstellung von 50000 Franken. Das EWO hat in Zusammenarbeit mit dem damaligen Projektverfasser der elektromechanischen Anlagen, dem Ingenieurbüro Maggia AG, Locarno, die Vorarbeiten ausgeführt. In der Folge hat der Verwaltungsrat den Auftrag der Krienser Firma Andritz Hydro AG erteilt. Die Sanierungsarbeiten werden im Herbst in Angriff genommen und sollen bis gegen Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Nach diesen Sanierungsarbeiten wird das Schildkraftwerk wieder auf dem neusten Stand der Technik sein.

Aktionär Urs Oswald-Imfeld, der in Bremgarten wohnhaft ist und in Lungern eine Ferienwohnung besitzt, benutzte die Gelegenheit, Dankesworte an den Verwaltungsrat auszusprechen. Es sei nicht selbstverständlich, dass die Mitglieder des Verwaltungsrates bereits seit Jahren zu Gunsten der einheimischen Bevölkerung eine grosse Arbeit verrichteten. Dafür gebühre ihnen nebst dem Dank auch die Anerkennung seitens der Aktionäre. Die Dankesworte wurden mit starkem Beifall aufgenommen.

Markus Villiger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch