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LUNGERN: Künstler Lukas Gasser kämpft um seine Fenster

Die Glasfenster, die der renommierte einheimische Künstler Lukas Gasser am Gemeindehaus geschaffen hat, sollen auch nach dem Umbau erhalten bleiben. Das möchte er zumindest. Doch so einfach ist das nicht.
Philipp Unterschütz
Toni Mathis, Lukas Gasser, Frank Bürgi und Gemeindepräsident Josef Vogler-Müller (von links) vor dem Gemeindehaus vor einem der künstlerisch gestalteten Fenster. (Bild: Philipp Unterschütz (Lungern, 22. Januar 2017))

Toni Mathis, Lukas Gasser, Frank Bürgi und Gemeindepräsident Josef Vogler-Müller (von links) vor dem Gemeindehaus vor einem der künstlerisch gestalteten Fenster. (Bild: Philipp Unterschütz (Lungern, 22. Januar 2017))

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Momentan gehört das Gemeindehaus Lungern den Handwerkern. Bis August wird das Gebäude komplett saniert (wir berichteten). Eigentlich alles kein Problem, die Renovation mit Umbau wurde von den Stimmbürgern im Februar 2017 bewilligt. 2,8 Millionen Franken stehen zur Verfügung. Möglich, dass es nun aber etwas teurer werden könnte.

Die Obwaldner Kantonalbank, die das Haus, das sie dann 2012 der Gemeinde verkaufte, im Jahr 1971 erbaut hatte, gab damals dem renommierten Lungerer Künstler und Bildhauer Lukas Gasser den Auftrag, das Gebäude mit seiner Kunst aufzuwerten. Gasser gestaltete vier Fenster – jedes steht für eine Jahreszeit. Auf jedem Stock im Treppenhaus ist eines eingebaut. Diese Kunst am Bau entwickelt sich nun bei der Gebäudesanierung zu einer Knacknuss. Hintergrund seien insbesondere die energetische Sanierung des Hauses und die Brandschutzvorschriften, erklärte Bauleiter Toni Mathis von der Planteams AG diese Woche an einer Besprechung, bei der Gemeinde, Künstler, Planer und Denkmalpflege nach einer Lösung suchten, die für alle Seiten akzeptabel ist.

Für Lukas Gasser ein Teil der Architektur

Einerseits ist anzunehmen, dass sich an den Fenstern nach der energetischen Sanierung im Winter Kondenswasser bilden kann, würde man sie so belassen. Zudem müssen sich im Treppenhaus aufgrund der Brandschutzvorschriften Fenster öffnen lassen, was bei den «Kunstfenstern» nicht möglich ist. Die Gemeinde muss sich nun überlegen, wie sie das Problem lösen will. «Wir wollen die Kunst von Lukas Gasser auf jeden Fall erhalten», sagt Gemeindepräsident Josef Vogler. «Unsere Vorstellung war, dass wir sie aus der Fassade herausnehmen und dann im Treppenhaus an den Wänden montieren und hinterleuchten.»

Damit ist aber Künstler Lukas Gasser ganz und gar nicht einverstanden. «Die Fenster sind Teil der Architektur und sind für ihre Standorte gemacht. Eigentlich müssten sie da bleiben, wo sie sind. Sie zu entfernen, würde das Bild des Hauses sehr verändern.» Für diese Ansicht bekommt Lukas Gasser Unterstützung durch Frank Bürgi, den Gebietsdenkmalpfleger des Kantons Obwalden. «Weil es sich nicht um ein geschütztes Gebäude handelt, kann die Denkmalpflege aber keine Auflagen machen. Lungern besitzt seit Jahrzehnten eine lebendige Künstlertradition, die über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt ist. Es ist lobenswert, dass die Gemeinde die Werke erhalten will.» Die Fenster seien als Teil der Architektur präsent und vom Strassenraum gut einsehbar, was aber nicht mehr der Fall wäre, wenn sie nur im Treppenhaus präsent wären.

Auch Briefkastenanlage stellt ein Problem dar

Ein zusätzliches Problem ist eine Briefkastenanlage, welche aus Platzgründen im Eingangsbereich genau dort realisieren werden müsste, wo das Fenster jetzt eingebaut ist. Ein möglicher Kompromiss könnte deshalb sein, nur dieses Fenster im Erdgeschoss im Eingangsbereich des Gemeindehauses zu platzieren und die anderen drei an ihren Standorten zu belassen. Dafür müssten sie aus energetischen Gründen allerdings in spezielle Rahmen eingebaut werden, und es müssten aus Brandschutzgründen zusätzliche Fenster realisiert werden. Eine Lösung, mit der Künstler Lukas Gasser leben könnte und die auch aus denkmalpflegerischer Sicht als gut befunden wird.

Im konstruktiven Gespräch einigten sich die Parteien an der Aussprache schnell auf das weitere Vorgehen. Klar ist, zu Mehrkosten kommt es in jedem Fall. «Wir werden nun abklären, wie teuer die verschiedenen Varianten sind, und dies dann in der Baukommission nochmals besprechen», verspricht Gemeindepräsident Vogler. Und ergänzt, dass halt schlussendlich vieles von den Kosten abhängen würde. Frank Bürgi erwähnt, dass allenfalls auch ein Gesuch für einen Beitrag an die Mehrkosten an die kantonale Kulturförderung gestellt werden könnte. Lukas Gasser muss seine Hoffnung also noch nicht aufgeben.

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