LUNGERN: Lungern-Schönbüel muss Betrieb einstellen

Die Pendel- und Sesselbahnen auf Lungern-Schönbüel müssen den Betrieb einstellen. Die Panoramawelt hat wiederholt gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten. Geschäftsführer Paul Niederberger bezeichnet die Massnahme als «Willkür».

Rem/sda
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Darf seit Montag nicht mehr fahren: Pendelbahn von Lungern auf Turren. (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

Darf seit Montag nicht mehr fahren: Pendelbahn von Lungern auf Turren. (Bild: Remo Naegeli / Neue LZ)

Nach Angaben des Bundesamt für Verkehrs (BAV) vom Dienstag bleibt der Betrieb der Pendelbahn Lungern Obsee-Turren sowie der Sesselbahn Turren-Schönbüel so lange eingestellt, bis das Unternehmen dargelegt hat, mit welchen Massnahmen es die gesetzlichen Anforderungen einhalten kann.

In den letzten Jahren sind immer wieder Mängel zum Vorschein gekommen, vorallem in den Bereichen Betrieb und Organisation. Das haben Kontrollen des BAV und Hinweise von Dritten ergeben.

Verfehlungen haben sich summiert

So muss beispielsweise jede Bahn über ein Notfallkonzept verfügen, falls der Strom ausfällt oder Personen aus der Gondel evakuiert werden müssen. «Bei der Panoramawelt Lungern-Schönbüel hat das Bergungskonzept Lücken», wie BAV-Sprecher Andreas Windlinger auf Anfrage erklärt. Im Ernstfall funktioniere dieses nicht. Zudem sei die Pendelbahn mehrfach ohne Begleitung gefahren und habe somit gegen Auflagen verstossen. Für die Passagiere habe aber keine akute Gefährdung bestanden. Die Verfehlungen hätten sich aber summiert. Mangelhaft sei auch die Ausbildung des Personals.

Das Bundesamt für Verkehr hat bei den Bahnen der Panoramawelt schon seit Jahren betriebliche und organisatorische Mängel festgestellt. Schlussendlich hat das BAV nach Erkenntnissen der letzten Woche und insbesondere nach einer Kontrolle vom Montag entschieden, den Betrieb einzustellen, erklärt Windlinger weiter.

«Keine Sache, die Mängel zu beheben»

Geschäftsführer Paul Niederberger sagte auf Anfrage, es sei «keine Sache», die Mängel zu beheben», und die Betriebseinstellung sei «nicht schlimm». Die Massnahme des BAV bezeichnete er aber trotzdem als «Willkür». Er müsse keinen Franken in die Hand nehmen, um die Auflagen zu erfüllen.

Nichts zu tun hat die Betriebseinstellung mit dem Sesselbahnmasten, der im Winter 2011/12 knickte. Seither darf die Bahn nur noch 450 statt 1800 Personen pro Stunde transportieren. Dies sei vom BAV so abgenommen worden, sagte Windlinger.

Das Obwaldner Tourismusgebiet mit dem auf 2011 Meter über Meer gelegenen Schönbüel liegt in der Nähe des Brünigpasses. Die Bahnen hätten die Wintersaison am 1. April beendet. Die Aufnahme der Sommersaison war für den 11. Mai geplant.