LUNGERN: Schalter der Gemeinde kommt ins Erdgeschoss

2,8 Millionen Franken sollen in die umfassende Sanierung des Gemeindehauses investiert werden. Während der Bauzeit zügelt die Verwaltung in ein Provisorium. Donnerstagabend findet eine Info-Veranstaltung statt.

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Die Gemeinde Lungern. (Bild: Robert Hess OZ (Lungern am See, 29. Oktober 2010))

Die Gemeinde Lungern. (Bild: Robert Hess OZ (Lungern am See, 29. Oktober 2010))

Die Lungerer stimmen am 12. Februar über die Sanierung des Gemeindehauses ab. Dass das Gebäude in die Jahre gekommen ist und dringend eine Auffrischung nötig hat, zeigt sich vor allem an der Fassade, den Fenstern und am Dach. Die Gebäudehülle sei mit den heutigen energetischen Vorgaben nicht mehr zu vereinbaren, schreibt die Gemeinde in der Botschaft. Auch die Haustechnik ist veraltet.

Kommt hinzu, dass die Raumaufteilung derzeit alles andere als optimal ist. Der Grund dafür liegt in der ursprünglichen Nutzung des Hauses. Gebaut wurde es 1971 von der Obwaldner Kantonalbank, die im Erdgeschoss eine Filiale betrieb. Die Gemeindeverwaltung zog 1976 als Mieterin ins Obergeschoss. 2012 zog die OKB aus und verkaufte das Haus an die Gemeinde. Seither steht die ehemalige OKB-Schalterhalle im Erdgeschoss leer, die Gemeindeverwaltung befindet sich noch immer im ersten und zweiten Stock und ist nur via Treppe erreichbar. Im Dachstock ist eine Wohnung.

Nach der Komplettsanierung sieht die Nutzung folgendermassen aus: Der Schalter der Gemeindeverwaltung wird neu im Erdgeschoss sein. Im ersten Stock werden weitere Büro- und Besprechungszimmer für die Verwaltung eingerichtet. Im zweiten Stock entstehen eine 21/2-Zimmer-Wohnung und ein Sitzungszimmer für den Gemeinderat. Im Dachgeschoss schliesslich wird eine 41/2-Zimmer-Wohnung eingerichtet. Neben den Vorschriften zu Brandschutz und Erdbebensicherheit erfüllt das Haus dann auch die Anforderungen an behindertengerechtes Bauen – neu wird nämlich ein Lift vom Keller bis ins Dachgeschoss führen.

Jährliche Mieteinnahmen von 32000 Franken

Die Gesamtkosten für die Sanierung belaufen sich auf 2,8 Millionen Franken. Die Lungerer stimmen aber «nur» über einen Kredit von knapp 1,8 Millionen ab. Der Grund: Die 1,8 Millionen werden für den «Sanierungsanteil» und die Einrichtung der Gemeinderäume gebraucht und folglich aus dem Verwaltungsvermögen entnommen.

Der restliche Teil – 1 Million Franken – wird in die zwei Wohnungen investiert. Dieser Anteil stammt aus dem Finanzvermögen der Gemeinde und muss deshalb nicht dem Stimmvolk vorgelegt werden. Die Gemeinde rechnet – als Besitzerin der beiden Wohnungen – mit jährlichen Mieteinnahmen von 32000 Franken.

Sagt das Stimmvolk am 12. Februar Ja zum Kredit, erfolgt im Sommer die Baueingabe. Die Bauarbeiten sollen im März 2018 ­beginnen. Sie dauern rund 5 Monate. Während dieser Zeit wird die Gemeindeverwaltung ein Provisorium im Schulhaus Grossmatt beziehen. Läuft alles nach Plan, kann die Gemeindeverwaltung Ende August 2018 die neuen Büros beziehen.

 

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Am Donnerstag können die Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung von 18 bis 19 Uhr besichtigt werden. Um 19.30 Uhr folgt eine Info-Veranstaltung im Pfarreizentrum.