LUNGERN-SCHÖNBÜEL: Auf Fassdugeli den Hang hinunter

Ein Skirennen der anderen Art: mit Fassdugeli an den Füssen und Schnüren in den Händen brausen die «Piloten» den Hang hinunter.

Drucken
Teilen
Ruth Hügle aus Brislach schlängelte sich am schnellsten durch die Tore. (Bild Monika Barth/Neue OZ)

Ruth Hügle aus Brislach schlängelte sich am schnellsten durch die Tore. (Bild Monika Barth/Neue OZ)

Um die 60 «Fassdugelibegeisterte» nahmen am Sonntag auf Lungern-Schönbüel bei herrlichem Wetter den Riesenslalom in Angriff und sausten auf den altertümlichen Ski die Piste runter. Anfänger wie Cracks hatten «höllisch den Plausch», sich einmal in die Zeit ihrer Gross- und Urgrossväter zurückzuversetzen. Im Gegensatz zu anderen Clubs fahren die Innerschweizer mit Schnüren, die sie an der Spitze der Fassdauben festmachen. Diese dienen zur Balance und erleichtern das Kurven um die Tore.

Der Sturz des Mundschenks
Von vielen Zuschauern angefeuert, kamen die Rennfahrer auf Lungern-Schönbüel so richtig in Schwung. «Kante gäh!», riefen sie, und der Platzspeaker feuerte einen Teilnehmer mit «Manuel ist zäh und beisst sich durch» an. Wahre Stimmungskanonen waren drei kostümierte Zuger, die sich noch nicht so richtig von der Fasnacht verabschieden konnten. Als Hippie-Mädchen, Gipfelwein-Mundschenk und als Bruder Maximilian vom Orden des verlorenen Hopfens lösten sie beim Publikum grosse Heiterkeit aus. Vor allem, als der schwer beladene Mundschenk stürzte und Rucksack, Decke und Seil kurzerhand unter die Arme nehmen musste und so dem Ziel zuraste.

Sieger in der Kategorie Herren wurde Nicolas Hügle mit einer Zeit von 44,27 Sekunden. Siegerin bei den Damen war Ruth Hügle mit 53,20 Sekunden. Alle drei erstplatzierten Kinder, Sieger Gian Luca Ehrenberger sowie John Felber (2.) und Rahel Gasser (3.), wiesen erstaunlicherweise bessere Zeiten als die besten Damen auf.

Monika Barth / Neue Obwaldner Zeitung