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LUNGERN-SCHÖNBÜEL: Ski- und Wandergebiet mit rauem Finanzklima

Das Obwaldner Tourismusgebiet Lungern-Schönbüel ist seit 50 Jahren Ziel für Wanderer und Schneesportler. Ein rentabler Bahnbetrieb in der Kleinregion war stets schwierig. Immer wieder war er auf Staatshilfe angewiesen. Jetzt versucht der vierte Betreiber sein Glück.
Der Obwaldner Unternehmer Theo Breisacher investiert auf Lungern-Schönbüel. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

Der Obwaldner Unternehmer Theo Breisacher investiert auf Lungern-Schönbüel. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

Lungern-Schönbüel liegt auf 2012 Meter über Meer in der Nähe des Brünigpasses. Das Wander- und Schneesportgebiet bietet Ausblicke über Obwalden und ins Berner Oberland. In der Vergangenheit war die Destination vor allem bei Familien beliebt.

Die erste Luftseilbahn wurde 1960 von Lungern (710 m) nach Turren (1537 m) gebaut. Ein Jahr später folgte als Verlängerung eine Gondelbahn nach Schönbüel (2012 m). In den Folgejahren kamen drei Skilifte sowie Berggasthäuser hinzu. 1967 wurde die Bergstation Schönbüel und damit die Gondelbahn nach einer Feuersbrunst wieder aufgebaut.

Während Jahren kämpfte die Luftseilbahn Lungern-Schönbüel mit roten Zahlen. 1978 wurde eine Finanzspritze durch die Gemeinde nötig. In den 1980er Jahren häuften sich die Defizite an.

1991 - im 30. Jubiläumsjahr - wurde die Liquidation beschlossen. In letzter Minute erhielt die Bahn vom Kanton Obwalden, der Gemeinde Lungern und Privaten eine Finanzspritze über 4,5 Millionen Franken. Das Parlament fürchtete bei einem Konkurs Einbrüche im Tourismus in der Region und den Verlust mehrerer dutzend Arbeitsplätze.

Konkurs nach Ausbau

1999 wurde die Seilbahn von Lungern nach Turren für 13 Millionen Franken modernisiert und vergrössert. Die Gondelbahn nach Schönbüel wurde durch einen 4er-Sessellift ersetzt. Die Auslastung entwickelte sich jedoch nicht wie erhofft. Im Sommer 2001 ging die Bahn Konkurs, obwohl der Kanton, die Gemeinde Lungern und Private Geld investiert hatten.

Bereits im Dezember 2001 nahm die Bahn unter dem neuen Namen "Panoramawelt Lungern Schönbüel" den Betrieb wieder auf. Der Unternehmer Paul Niederberger, früherer Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten, hatte die Bahnen, Skilifte und Restaurants aus der Konkursmasse herausgelöst. Das Aktienkapital betrug 2,1 Millionen Franken.

2008 geriet auch die neue Aktiengesellschaft in Finanznöte. Es wurde ein Nachlassverfahren eröffnet, das den Weg frei für eine Sanierung machen sollte. 2012 wurden in der Panoramawelt die Skilifte abgestellt. Das Gebiet mit bisher 24 Kilometern Skipisten hielt fortan lediglich die Seil- und Sesselbahn für Wanderer, Schneeschuhläufer und Schlittler am Laufen.

Bundesamt verbot Weiterbetrieb

Im März 2013 stellte schliesslich das Bundesamt für Verkehr nach einer Kontrolle den Betrieb auch der übrigen zwei Bahnen ein. Der Betreiber hatte wegen betrieblicher und organisatorischer Mängel wiederholt gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten.

Im Mai 2014 wurde über die Panoramawelt der Konkurs eröffnet. Bis Ende April 2015 hätten die Seile der Bahnen aus Sicherheitsgründen abgebaut werden müssen. Das Obwaldner Volkswirtschaftsdepartement erwirkte jedoch beim Bund einen Aufschub bis im August.

Im Juni 2015 wurde bekannt, dass nach längerer Suche unter anderem unter Mithilfe des Obwaldner Regierungsrat neue Investoren den touristischen Anlagen wieder Leben einhauchen wollen. Dafür gründeten sie ein neue Gesellschaft namens LTB Lungern-Turren-Bahn. Es ist der vierte Betreiber der Anlagen seit 1960. (sda)

So soll die Talstation in Lungern aussehen, links im Bild eine Visualisierung der neuen Luftseilbahn, rechts neue Mietwohnungen. (Bild: PD)

So soll die Talstation in Lungern aussehen, links im Bild eine Visualisierung der neuen Luftseilbahn, rechts neue Mietwohnungen. (Bild: PD)

Mittelfristig ist ein neues Ausflugsrestaurant auf Turren geplant. (Bild: PD)

Mittelfristig ist ein neues Ausflugsrestaurant auf Turren geplant. (Bild: PD)

Eine Gruppe von Lungerern möchte das Berghaus auf Schönbüel erhalten und als einfache Berghütte (analog SAC-Hütte) betreiben. (Bild: PD)

Eine Gruppe von Lungerern möchte das Berghaus auf Schönbüel erhalten und als einfache Berghütte (analog SAC-Hütte) betreiben. (Bild: PD)

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