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LUNGERN: Sie gibt den Lungerern ihren Berg zurück

Auf Schönbüel erwacht neues Leben: Nach turbulenten Zeiten eröffnet heute das neue «Bärghuis». Die Feuertaufe aber hat das Team bereits hinter sich.
Christoph Riebli
Hüttenwartin Heidi Küng im umgebauten Restaurant des «Bärghuis», das 48 Gästen Platz bietet. Gleich viele Plätze hat es auch auf der Sonnenterrasse. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Hüttenwartin Heidi Küng im umgebauten Restaurant des «Bärghuis», das 48 Gästen Platz bietet. Gleich viele Plätze hat es auch auf der Sonnenterrasse. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Christoph Riebli

«Bärghuis Schönbüel, Heidi Küng?»: Kaum fünf Minuten vergehen, ohne dass das Telefon der Gastgeberin klingelt. «Seit einem Monat werden wir regelrecht mit Anfragen bombardiert», erzählt die ehemalige Sportlehrerin aus Sarnen. Hinter ihr geben die einheimischen Küchenbauer der Restauranttheke auf 2011 Höhenmetern den letzten Schliff. «Bis Donnerstag wird alles fertig», verspricht sie, «am Sonntag ist dann die offizielle Eröffnung.» Also heute.

Die erste Bewährungsprobe war jedoch bereits vor zwei Wochen: Ein Politiker aus der Region feierte seinen 60. Geburtstag mit etwa 100 Gästen auf dem Lungerer Hausberg. Darauf folgte jüngst eine weitere Geburtstagsfeier – zwei ähnliche Termine mussten Küng und ihr Team Anfang August bereits platzen lassen. Die Sanierung des heruntergekommenen Berghauses dauerte drei Wochen länger als angenommen.

Mit Eigenleistungen und Gönnern

Das grosse Interesse der Bevölkerung am wiederbelebten Schönbüel kommt nicht von ungefähr: Nachdem die frühere Bahnbetreiberin 2013 den Betrieb eingestellt hatte und später in Konkurs gegangen war, blieb alles stehen und liegen – das Gebiet war vom Dorf nur noch zu Fuss erreichbar. «Als ich dann in der Zeitung las, dass der Alpnacher Unternehmer Theo Breisacher für 8,5 Millionen Franken die Turren-Bahn sanieren will, wollte ich den Lungerern helfen, ihren Berg zurückzuerhalten», sagt Heidi Küng. Als J+S-Leiterin habe sie nämlich viele Lager auf Schönbüel miterlebt. «Das Panorama und die Ruhe hier oben sind einfach einzigartig», schwärmt sie.

Nachdem die Rettung der Turren-Bahn im Sommer 2015 besiegelt war, gründete eine Gruppe von Lungerern und Auswärtigen im Frühherbst eine Genossenschaft, um das «Bärghuis» analog einer modernen SAC-Hütte zu betreiben. Ihr Budget: 1,4 Millionen Franken. Innert nur drei Monaten wurde das Gebäude von Unternehmern hauptsächlich aus Lungern ausgehöhlt und totalsaniert. «Unter schwierigen Bedingungen haben sie eine Superarbeit gemacht», sagt die Hüttenwartin auf dem Rundgang durch die 14 Gästezimmer (darunter auch zwei Familienzimmer) mit total 27 Betten. Zudem seien viele Eigenleistungen von Genossenschaftern und vielen freiwilligen Helfern in das Projekt eingeflossen.

«Härzlich Willkumm zionis»

Mit Liebe zum Detail hat das «Bärghuis»-Team dem Haus wieder Leben eingehaucht: «Die Gäste sollen sich hier wohlfühlen. Es herrscht ein stimmiges Ambiente, es ist ein gemütliches Daheim geworden.» Auch für Tiere: Gleich beim Eingang gibt es eine Hunde-Bar mit Trinkwasser. Unweit der Tafel «Härzlich Willkumm zionis» streifen dann die Besucher ihre Wanderschuhe ab und tauschen diese gegen bequeme Hausfinken. Denn ab Turren gehts rund eineinhalb Stunden zu Fuss auf den Schönbüel, ein Bus fährt nur auf Anmeldung für ältere Besucher. Im Innern wird dann besonders das Gemeinschaftliche gepflegt: Wer im «Bärghuis» übernachtet, trifft sich vor dem Nachtessen am Apéro-Tisch – gekocht wird mit vorwiegend einheimischen Produkten – und lernt Team und andere Gäste kennen.

Abgang noch vor der Eröffnung

Die schlichten, von Holz dominierten, aber mit Stil eingerichteten Zimmer sind nach Alphütten aus der Region benannt – wie «Mülimäshittä» oder «Egghittä». Im ersten Obergeschoss befindet sich das Zimmer «Heidi und Peter». Gewidmet ist es den Geschäftspartnern Heidi Küng und Peter Ming (ehemaliger Dammahüttenwart): «Wir kennen uns seit 30 Jahren. Und als er mir erzählte, dass er in Lungern einsteige, war ich auch gleich mit an Bord», sagt Heidi Küng. Vergangene Woche folgte dann die grosse Überraschung: Peter Ming, der das Projekt intensiv begleitete, beschloss, seine Funktion in jüngere Hände zu geben. «Das war nicht ganz einfach. Wir haben beide viel Herzblut in das ‹Bärghuis› gesteckt», sagt Küng. Der 70-Jährige werde sie aber nach wie vor im Hintergrund unterstützen. Ein Glücksfall sei, dass sie innert kürzester Zeit Marcel Läubli (57) aus Sarnen als neuen Küchenchef verpflichten konnte. Er wird die reguläre Saison mit Lisbeth Gasser und Heidi Küng im Service eröffnen.

Hinweis

Mehr Infos unter www.berghaus-schoenbueel.ch und zum Bahnfahrplan unter www.turren.ch

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