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LUNGERN: Sie stellen ihre Werke im Berg aus

Das Irdene im Fels: Die Stollengänge der Cantina Caverna sind ein ganz spezieller Ausstellungsort. Dieses Jahr präsentieren Cécile Donzé und Romy Hüppi ihre Keramiken dort zum dritten Mal.
Marion Wannemacher
Romy Hüppi (links) und Cécile Donzé beim Richten eines Kunstwerks. (Bild: Marion Wannemacher (Lungern, 14. Dezember 2017))

Romy Hüppi (links) und Cécile Donzé beim Richten eines Kunstwerks. (Bild: Marion Wannemacher (Lungern, 14. Dezember 2017))

Marion Wannemacher

<span class="mail_autor">marion.wannemacher@obwaldnerzeitung.ch</span>

Draussen herrscht Schneege­stöber. Obwohl noch früher Nachmittag, ist es dunkel und grau. Die Tür zur Cantina Caverna in Lungern verheisst den Eintritt in eine komplett andere Welt. Hinter Glitzerchristbäumen reihen sich links und rechts sorgsam ausgeleuchtete irdene Gefässe, Bilder und Leuchtkörper aus Keramik. Willkommen in der Welt von ­Cécile Donzé und Romy Hüppi.

Bereits zum dritten Mal stellen sie hier in den Stollengängen ihre Werke aus. Und das hat seinen Grund. «Der Ton ist ein Stück Erde, das wirkt hier im Fels sehr authentisch», erklärt Romy Hüppi. «Lehm beziehungsweise Ton ist so alt wie die Erde», ergänzt Cécile Donzé. Herbert Gnos, ehemaliger Präsident der Kulturkommission Nidwalden, habe sie auf die Idee, hier auszustellen, gebracht. «Zuerst dachte ich, das würde zu steril, als ich den Ort sah, war ich hin und weg», sagt die Künstlerin aus Beckenried. Als sie erfuhr, dass die Frau des Leiters von Brünig Indoor ebenfalls Keramik fertigt, erzählte sie ihr von dem Projekt, und sie beschlossen, gemeinsam auszustellen.

Schon als Kind Lehm aus dem Bach geholt

«Immer, wenn ich mit Ton schaffe, bin ich in Power», erklärt ­Cécile Donzé ihre Faszination am Werkstoff. Schon als Kind habe sie Lehm aus dem Bach geholt, erklärt sie. Als Lehrerin in Ennetbürgen hörte sie von Töpfer­kursen. Aus der Faszination wurde eine Leidenschaft. Bald liess sich die heute 73-Jährige beurlauben, fand in Beckenried eine alte Werkstatt und fing an zu töpfern. Ende der 70er-Jahre traf sie den Trend der Zeit, ihre Kurse waren ausgebucht. Später zog sie mit Mann und drei Kindern in ein Haus am Seeweg. Um das Atelier dort betreiben zu können, eröffnete sie gleich noch eine Modeboutique, somit konnte sie sich eine Modeverkäuferin leisten. «So hatte ich stets jemanden, der zu beidem schaute, wenn ich gerade beschäftigt war», erzählt sie.

Ihre Objekte verraten viel über die Künstlerin selbst. Eine Bodenvase aus schwarzem Ton mit geborstenem Rand und roten Einschüssen etwa. Da brechen innere Kraft und Leidenschaft hervor. Ein Keramikbild mit einer Landschaft und Wintervögeln oder eine Installation mit verschieden geformten Objekten zeigen ihre Vielfalt. «Du kommst nie an eine Grenze, die Ideen sprudeln, und manchmal ärgerst du dich, dass du nicht alles umsetzen kannst, du bräuchtest drei Leben dafür», erklärt sie impulsiv auf dem Rundgang.

Kunden töpfern ihre eigene Urne

Vielfältig sind auch die Werke von Romy Hüppi. «Ich habe immer neue Themen, und immer haben sie mit mir zu tun», erklärt die 44-Jährige aus Lungern, die in Hasliberg aufgewachsen ist. Seit zehn Jahren arbeitet sie mit Ton, zuerst in einem anderen Atelier, seit 2011 im eigenen. Mittlerweile hat sich die ausgebildete Pflegefachfrau, diplomierte Sterbe- und Trauerbegleiterin und Mutter zweier Kinder auch in ihrem «Brotberuf» selbstständig gemacht. Mit einer Teilhaberin gründete sie eine private Spitex. Sie verbindet Beruf und Hobby miteinander. «Bei mir im Atelier töpfern Leute ihre eigene Urne. Es ist die Konfrontation mit dem Endlichen.» Neben Leuchtobjekten mit faszinierenden Licht- und Schatteneffekten, einer Serie sehr schlichter Lampen mit Altholz-Unterbau stellt sie auch Urnen aus. «Ihre Kugelform steht für den unendlichen Seelenanteil.» Ihre Öffnung sei bewusst unten. «Die Asche geht nach unten in die Mutter Erde», sagt sie. In einem lange erforschten Brennverfahren hat Romy Hüppi nun die optimale Festigkeit ihres Steinguts entwickelt, sodass diese sich auch in der Erde zersetzen.

Hinweis

Die Ausstellung «Keramik-Kunst im Berg» ist bis 11. März zu sehen.

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