Lungern
Steuersenkung ging glatt über die Bühne

In Lungern wird im kommenden Jahr der Steuerfuss einmalig um 0,3 Einheiten gesenkt. Zu verdanken ist dies der guten Finanzlage der Gemeinde.

Robert Hess
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«Der Steuerertrag unserer Gemeinde wird durch den Steuerrabatt im 2022 um rund 400'000 Franken kleiner ausfallen», berichtete der Lungerer Finanzchef Andreas Kammer an der Gemeindeversammlung vom Donnerstagabend.

«Dafür werden Sie im kommenden Jahr etwas mehr Geld in Ihren Portemonnaies haben»,

sagte er zu den rund 75 maskierten und auf Distanz sitzenden Stimmberechtigten in der Turnhalle des Mehrzweckgebäudes.

Um 0,3 Einheiten – von 5,25 auf 4,95 Einheiten – soll der Steuerfuss einmalig im 2022 reduziert werden, lautete der Antrag des Gemeinderates. «Dies ist der guten Finanzlage der Gemeinde sowie der verzögerten Projektierung der Schulhaussanierung und des Mehrzweckgebäudes zu verdanken», so die Begründung von Finanzchef Kammer. Steuern auf Vorrat wolle der Gemeinderat nicht einziehen. Eine weitere Million Franken könne den finanzpolitischen Reserven zugewiesen werden. Auch der Ertragsausfall durch den Steuerrabatt von 400'000 Franken sei im Budget 2022 bereits berücksichtigt.

Ohne Gegenantrag genehmigt

«Bei einem Gesamtertrag von rund 11,5 Millionen Franken und einem Aufwand von rund 11,3 Millionen Franken kann für 2022 ein Ertragsüberschuss von 192'000 Franken budgetiert werden», lautete die gute Botschaft von Andreas Kammer. Die Nettoinvestitionen sind mit 2,3 Millionen Franken budgetiert und weisen auf die steigende Tendenz in den nächsten Jahren hin.

Die Versammlung genehmigte das Budget 2022 und damit auch den einmaligen Steuerrabatt ohne Gegenantrag.

Da mit dem Budget nur ein einziges Traktandum zu behandeln war, blieb einige Zeit für Orientierungen. Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann-Durrer brachte den zu erarbeitenden Masterplan für die räumliche Entwicklung Lungerns in den nächsten 10 bis 15 Jahren zur Sprache. Vor allem fehle es an Bauland für die Gewerbebetriebe, «die heute in Lungern rund 1000 Arbeitsplätze anbieten.» Als einer der Betriebe, die dringend Bauland für eine Erweiterung brauchten, nannte sie die Firma Sutter AG, Fahrzeugbau im Chnewis. Sie zeigte aber auch Verständnis für die Landwirtschaft, «die nicht gerne gutes Kulturland hergibt.» Ein Problem sei, dass Parkplätze und Lagerstätten im Sinne der Raumplanung auch zum überbauten Gebiet zählten.

Sozialdienste zusammenlegen – Qualität bleibt bestehen

Gemeinderat Karl Imfeld plädierte für ein Ja an der Abstimmung vom 13. Februar 2022 betreffend den Beitritt der Gemeinde Lungern zum Zweckverband Soziale Dienste Obwalden. Imfeld zeigte die geplante Organisationsform und die Abläufe auf. Den Einwohnerinnen und Einwohnern stände auch in Zukunft «eine qualitativ gute Dienstleistung zur Verfügung.» Die finanziellen Auswirkungen seien überschaubar, die Mehrkosten tragbar. Für Lungern würde diese etwa den heutigen entsprechen.

Zur Sprache kam ferner die Sanierung des Mehrzweckgebäudes Kamp. Es seien Abklärungen im Gang, sagte Gemeindepräsidentin Bernadette Kaufmann. Weiterer Schritte bis Sommer 2022 seien die Finalisierung des Raumprogrammes, die Etappierung und die Ausschreibung der Studienaufträge. Es folgten die Orientierung der Bevölkerung und die Volksabstimmung.

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