LUNGERN: Tunnel-Übungsanlage kommt an

Wie löscht man einen Brand im Tunnel? Auch ausländische Feuerwehren üben mittlerweile in der Tunnel-Übungsanlage Lungern.

Matthias Piazza
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In der Anlage in Lungern (Bild) kann unter möglichst realistischen Bedingungen die Brandlöschung in Tunnels geübt werden. (Bild: PD)

In der Anlage in Lungern (Bild) kann unter möglichst realistischen Bedingungen die Brandlöschung in Tunnels geübt werden. (Bild: PD)

Ein Lastwagen hat im Tunnel Feuer gefangen. Dichter Rauch trübt die Sicht. Löschwasser sprüht aus den Schläuchen. Es ist unerträglich heiss. Verletzte schreien ... Es ist ungefähr das, was ein Feuerwehrmann bei einem Löscheinsatz im Tunnel antrifft. Ins kollektive Gedächtnis haben sich wohl die verheerenden Brände im Montblanc- 1998 und im Gotthardtunnel 2001 verankert. Um besser für solche Ereignisse gerüstet zu sein, können Feuerwehren seit 2009 solche Szenarien in den Tunnelanlagen in Balsthal SO und Lungern so einsatznah üben, wie dies zuvor nicht möglich war.

Auch ausländische Feuerwehren

Das Interesse nimmt stetig zu. Mehr als 8000 Einsatzkräfte haben seit Eröffnung 2009 in den beiden Tunnel-Übungsanlagen Balsthal und Lungern trainiert. «Wir sind sehr zufrieden mit den Auslastungszahlen», bestätigt denn auch Urs Kummer, Geschäftsführer der International Fire Academy. «Was wir anbieten, findet Anerkennung – auch über die Landesgrenzen hinaus.»

Gebaut wurde die Anlage im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (Astra) mit dem Ziel, Feuerwehrleute für die Bewältigung von Ereignissen in Strassen- und Eisenbahntunnels auszubilden. «Mittlerweile dürfen wir Feuerwehrleute aus ganz Europa und gar aus Taiwan ausbilden», erklärt Urs Kummer.

«Der Übungstunnel in Lungern ist für uns sehr wertvoll», bestätigt der Obwaldner Feuerwehrinspektor Peter Gautschi. «Wir können Bedingungen fast wie im Ernstfall simulieren.»