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LUNGERN/BURKINA FASO: Obwaldner Optimist hilft den Waisen

Schon bald verlässt ein Lastwagen mit Hilfsgütern das Dorf in Richtung Westafrika. Ein Projekt voller Begeisterung und Optimismus.
Primus Camenzind
Joe und Willi Zumstein (von links) beladen in Lungern den Laster mit Hilfsgütern. (Bild Corinne Glanzmann)

Joe und Willi Zumstein (von links) beladen in Lungern den Laster mit Hilfsgütern. (Bild Corinne Glanzmann)

In der Lungerer Industriezone steht ein Fünfachser-Sattelschlepper, der von freiwilligen Helfern der Stiftung Zoodo nach und nach beladen wird. An diesem Mittwochmorgen legen der Projektleiter Joe Zumstein, dessen Ehefrau Elsa Zumstein und sein Bruder Willi Zumstein Hand an. «Gegen Ende des Monats gehts zuerst nach Antwerpen und dann inklusive Fahrzeug als Schiffsfracht nach Accra (Hauptstadt Ghanas) und von dort über 1500 Kilometer auf dem Landweg nordwärts nach Koudougou im Herzen von Burkina Faso», klärt uns Joe Zumstein auf. Der LKW wird nicht in die Schweiz zurückkehren. «Der gebrauchte, aber durchaus langstreckentaugliche Sattelzug wurde von einem Obwaldner Nutzfahrzeughändler gestiftet. Wir werden den LKW nach dem Transport im Zielgebiet verkaufen und den Erlös unserer Stiftung zukommen lassen.

Zollbehörden wurden neugierig

Hilfsgüter einer Stiftung, wie sie Zoodo ist, dürfen in Burkina Faso zollfrei eingeführt werden. Das hat nach seiner Darstellung aber gleichwohl zur Folge, dass die Ladung – unter anderem Velos, Büromöbel, Werkzeugkoffern mit Inhalt, Nähmaschinen, verschiedenste Möbel und Tische, unzählige Kartonschachteln mit Material für Waisenhäuser, Schulen und Spitälern sowie eine komplette Solaranlage – die Neugierde der Grenz- und Zollbehörden weckt und auch Diskussionen auslöst. «In der Regel haben wir jedoch keine schwerwiegenden Probleme, und das ist jetzt immerhin der sechste LKW-Transport, den ich organisiere», gibt uns der Projektleiter zu verstehen. Beim Ausladen am Ziel will er auf jeden Fall wieder dabei sein.

Optimist und Realist

Joe Zumstein, im aktiven Berufsleben in führender Position bei einem internationalen Unternehmen der Medizinaltechnik und Verkabelung tätig, arbeitete als junger Mann am Bau einer Eisenbahnlinie zwischen der Elfenbeinküste und Burkina Faso mit. Bis heute zehrt er von seinen positiven Erlebnissen. «Ich beschloss deshalb, den Westafrikanern – speziell den Kindern – etwas zurückzugeben.» Seit 2010 hält er sich mehrmals im Jahr in Burkina Faso auf, um die Projekte von Zoodo aktiv zu unterstützen. «Meine fünf Berufsjahre in Afrika machten mich sowohl zum Optimisten, als auch zum Realisten. Wir sind keine Weltverbesserer, aber der Überzeugung, dass wir den Kindern dort mindestens eine Chance geben und ihnen den Weg zu einem besseren Leben bereiten können.»

Stabile Sicherheitslage

Burkina Faso (ehemals Obervolta) gilt noch heute als eines der ärmsten Länder der Welt. «Es ist ein Binnenland, praktisch ohne Bodenschätze und mit problematischen Witterungsverhältnissen», lässt uns Joe Zumstein wissen. «Es gibt dort praktisch nichts zu holen, und deshalb engagieren sich nennenswerte Investoren auch kaum.» Die Bewohner seien hingegen «unheimlich» zufrieden und die Sicherheitslage stabil, führt er weiter aus, um damit auch zu begründen, weshalb sich seine Stiftung dort engagiert. «Wir gehen den staatlichen Behörden so gut es geht aus dem Weg und setzen uns nur lokal mit dem Bürgermeister von Koudougou und dem Sozialamt der Stadt auseinander.» Mehr Kontakte «nach oben» würden automatisch auch höhere Ansprüche zur Folge haben, ist Zumstein überzeugt. «Sogar in einem Spital suchen wir nicht den Direktor auf, sondern wir besprechen unsere Vorhaben mit einer Ärztin oder einer Krankenschwester», fährt er fort. Der vertrauenswürdige Kontaktmann vor Ort heisst Bouba Berehoundougou und ist mit der ebenfalls in Koudougou wirkenden Wolfenschiesserin Karin, geborene Mathis, verheiratet.

Wie verhält es sich mit der Spendenbereitschaft in der Schweiz? «Wir bauen alles nur durch persönliche Kontakte auf. Wir kennen alle unsere Spender und verzichten auf irgendwelche kostspieligen Kampagnen», betont Joe Zumstein. Die Tatsache, dass die Mitarbeiter der Stiftung selber völlig kostenlos arbeiten und auch häufig in Afrika vor Ort sind, schaffe viel Vertrauen. Die Stiftung wurde von Karin Mathis (jetzt Berehoundougou) in Nidwalden gegründet und sie wirkt hauptsächlich in der Zentralschweiz. «Hingegen Artikel des Spitalbedarfs oder Schulmaterial und anderes mehr, erhalten wir auch aus den übrigen Kantonen des Landes», informiert uns der Projektleiter. «Wir haben ‹unheimlich› viele Leute, die uns in irgendeiner Form helfen!» Zumstein ist in der Schweiz mit seinem eigenen Lieferwagen unterwegs, um die Naturalspenden einzusammeln.

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