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LUNGERN/WALLIS: Gasser-Mitarbeiter übernachten auf Aletschgletscher

Die wenigsten können wohl behaupten, im Angesicht des grössten Gletschers der Alpen zu arbeiten. Für zwei Mitarbeiter der Gasser Felstechnik war dies zwei Wochen lang Realität. Sie blieben auch über Nacht.
Matthias Piazza
Bis zu 55 Meter tief wurde in den Felsen beim Aletschgletscher gebohrt. (Bild: PD)

Bis zu 55 Meter tief wurde in den Felsen beim Aletschgletscher gebohrt. (Bild: PD)

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Zwei Mitarbeiter der Lungerer Gasser Felstechnik AG hatten in den vergangenen Wochen einen speziellen Einsatz. Sie arbeiteten am Rande des flächenmässig grössten und längsten Gletschers der Alpen, des Aletschgletschers am nordöstlichen Zipfel des Kantons Wallis. Im Auftrag der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) machten sie Sondierbohrungen. Sechs 55 Meter tiefe Löcher mit einem Durchmesser von 10 Zentimetern in unterschiedlichen Winkeln wurden an drei verschiedenen Standorten im Abstand von 50 Metern in den Felsen beim Aletschgletscher gebohrt.

150 Tonnen Material musste herangeflogen werden

Bauleiter Nils Trauffer spricht von einem sehr speziellen Auftrag. «Das Bohren war anspruchsvoll, wir mussten in den Klüften gegen sehr viel Wasser ankämpfen», erzählt er. Doch die eigentliche Herausforderung war der abgelegene Arbeitsplatz am Fusse des Gletschers auf rund 1850 Metern über Meer. Rund 15 Tonnen Bohrer, Kompressoren, Baracken fürs Personal und weiteres Material wurden mit dem Helikopter transportiert – 23 Flüge waren notwendig.

Helikopter als einzige Verbindung zur Aussenwelt

Unvergessen dürfte der Einsatz den zwei Gasser-Mitarbeitern auch darum bleiben, weil sie beim Gletscher übernachteten. Der Helikopter war ihre einzige Verbindung zur Aussenwelt. Er flog die Mitarbeiter bei Aufziehen von schlechtem Wetter auch aus Sicherheitsgründen runter ins Tal. Die Mannschaft wurde für die Strapazen dafür mit einer fantastischen Aussicht entschädigt, wie auch die Drohnenaufnahme beweist. Die Arbeit der Gasser Felstechnik ist erledigt. In den nächsten Tagen übernimmt die ETH. In die tiefen Bohrlöcher kommen Sensoren, die Tem­peratur- und Wasserdruckschwankungen sowie die daraus resultierenden Kleinstverformungen über längere Zeit messen.

«Bis jetzt untersuchten wir die Veränderungen des Aletschgletschers und die Rutschungen der benachbarten Hänge an der Oberfläche. Um die langfristigen Veränderungen und Entwicklungen so genau wie möglich zu verstehen, sind wir aber auch auf Datenmaterial aus der Tiefe angewiesen», erklärt Marc Hugentobler, Doktorand für Ingenieurgeologie an der ETH Zürich.

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