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2017 eingebürgert und nun schon Gemeinderat

Werner Nolte ist ab 1. Oktober neuer Sachsler Gemeinderat und für die Finanzen zuständig. Der gebürtige Düsseldorfer, der in der Banken- und Wirtschaftsbranche tätig war, freut sich auf seine Aufgaben.
Marion Wannemacher
Der neue Gemeinderat Werner Nolte auf seinem Balkon. (Bild: Marion Wannemacher (Sachseln, 20. September 2018))

Der neue Gemeinderat Werner Nolte auf seinem Balkon. (Bild: Marion Wannemacher (Sachseln, 20. September 2018))

«Okay, ich mache das», war die Antwort von Werner Nolte (72), als ihm Freunde vorschlugen, er solle als Gemeinderat kandidieren. «Ich betrachte es als ehrenvolle Pflicht, wenn ich diese Aufgabe kann, diese auch zu tun», sagt er. Er habe ja um die Problematik gewusst, dass sich ausser ihm niemand zur Wahl stellte. Am 1. Oktober beginnt der Parteilose als Finanzchef im Gemeinderat als Nachfolger von Anton Amrhein (FDP). Eine der ersten Aufgaben ist es, das Budget 2019 an der Herbst-Gemeindeversammlung vom 28. November vorzustellen. Schweissperlen treten ihm deswegen nicht auf die Stirn. «Ich werde das nicht allein machen, ich werde vom Finanzverwalter und den anderen Ratsmitgliedern unterstützt.» Überhaupt erfahre er tolle Hilfsbereitschaft von allen Seiten. «Das macht mich stolz und bestätigt mir, dass andere mein Mandat auch richtig finden», hält Nolte fest.

Vom Stift zur Direktion einer grossen Bank

«Ich bin eine rheinische Frohnatur», sagt der gebürtige Düsseldorfer über sich. Dabei hatte er es nicht immer leicht im Leben. Seine Matura absolvierte er in einem Internat bei Bonn, weil seine Eltern, die er wenig später verlor, damals schon schwer krank waren. Aus wirtschaftlichen Gründen brach er das Studium der Volks- und Betriebswirtschaft ab und begann eine Lehre bei einer kleinen Privatbank. Er arbeitete sich hoch bis zum Direktor und brachte es bis in die Direktionsebene der Commerzbank.

Vor 16 Jahren kam er mit Frau und Grosskind, das von Geburt an bei ihnen lebte, nach Obwalden. Den Ausschlag hatten geschäftliche Beziehungen zu einem Wirtschaftsberater in Zug gegeben, der jedoch bald darauf starb. Nolte gründete eine Gesellschaft, die von deutschen oder österreichischen Versicherungsnehmern steuerpflichtige Kapitallebens- und Rentenversicherungen kauft und dann sofort kündigt. Er selbst bezeichnet diese Tätigkeit als «Nischengeschäft». Aufgrund einer Änderung im Steuerrecht hat er die Aufkäufe von Versicherungen jedoch zum Ende Dezember vergangenen Jahres aufgeben.

Geändert hat sich auch seine private Situation. Vor drei Jahren habe sich seine Frau Astrid entschieden, in ihr Ferienhaus im Westerwald umzuziehen. Die Noltes führen eine Fernbeziehung. Etwa 20 Prozent seiner Zeit im Jahr verbringt er dort. «Ich helfe meiner Frau viel im Garten, den sie parkähnlich angelegt hat, da gibt es viel zu tun.» Sohn und Tochter sind erwachsen. Alexandra wohnt in Zürich, Thomas im elterlichen Haus im Ruhrgebiet.

«Nein, in einem Verein bis auf die Männerriege Sarnen bin ich nicht», erzählt er. «Ich bin kein Vereinsmensch.» Sicher sechs Jahre sei er aber Kassier in der Männerriege und aktives Mitglied gewesen, bis Probleme mit dem Rücken dazwischen kamen.

Hunde und Pferde sind sein Hobby

«Die Hunde und die Pferde sind mein Hobby», erzählt er. Je zwei gehören zur Familie. Werner Nolte reitet zwar seit einem Unfall in früher Jugend nicht mehr, Pferde spielten aber immer eine wichtige Rolle in seinem Leben, sein Onkel und seine Tante hatten eine Araberzucht. Einige Jahre betrieb das Ehepaar eine Firma zum Handel und zur Haltung mit Renn- und Sportpferden sowie Deckhengsten, die sie unterdessen aufgelöst haben. Das Geschäft sei ihnen zu brutal gewesen. «Fünf Rennpferde, die heruntertrainiert werden mussten, leben nun in der Nähe unserer Tochter», erzählt er.

Mittlerweile hat Nolte in einer kleinen Dachwohnung mitten im Dorf den ersten Wohnsitz. 2017 wurde er eingebürgert. Wirtschaftliche Vorteile habe er ja nicht, weil er seit 2002 hier Steuern zahle. «Ich betrachte diesen Schritt als Anerkennung für das Land, in dem ich lebe.» Dass er bei Einheimischen auf Widerstand treffen könnte, glaubt er nicht. Immerhin ist ein gebürtiger Deutscher als Gemeinderat sicher neu in der Geschichte. «Viele Sachsler sind schon auf mich zugekommen, haben mir gratuliert und mir das Du angeboten», erzählt er.

Nolte freut sich auf sein neues Amt, das er nicht als politisches, sondern als wirtschaftliches sehe, sonst hätte er es nicht gemacht. «Ich bin der Meinung, dass ich viel Spass haben werde und auch was bewirken kann. Die Qualifikation bringe ich mit, weil ich in Deutschland und in der Schweiz Firmen geleitet habe.» Natürlich werde es am Anfang schwierig, da er ja aus der freien Marktwirtschaft komme und nun mit der Verwaltung zu tun habe. «Aber man lernt ja im Alter immer noch hinzu», sagt er schmunzelnd. «Dazu bin ich bereit.»

Amtsantritt wäre am 1. November gewesen. Weil er aber in stiller Wahl Gemeinderat wurde, konnte sein Start vorgezogen werden.

Keine Partei hat die Mehrheit

So setzt sich der Sachsler Gemeinderat ab 1. Oktober zusammen: Peter Rohrer, Präsident (CVP); Florian Spichtig, Vizepräsident (parteilos); Helena Ettlin (CVP); Renato Gerig (FDP); Karl Kiser (FDP); Walter Küchler (SVP); Werner Nolte (parteilos).

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