Liebe zu Obwalden bringt Weltmeisterin Gmelin Sponsoring ein

Die Ruder-Weltmeisterin Jeannine Gmelin bekennt sich ausdrücklich zu ihrer Wahlheimat am Sarnersee. Sie wird deshalb mit einem Sponsoring belohnt.

Primus Camenzind
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Handshake zwischen Jeannine Gmelin und OKB-Direktor Bruno Thürig am besagten Sarnersee. (Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 5. September 2018))

Handshake zwischen Jeannine Gmelin und OKB-Direktor Bruno Thürig am besagten Sarnersee. (Bild: Primus Camenzind (Sarnen, 5. September 2018))

Ein Interview mit unserer Zeitung (siehe Link unten) bringt der weltbesten Frau im Skiff Glück. «Kein Ort ist schöner als der Sarnersee», betonte sie bei der Gelegenheit. Diese unmissverständliche Aussage wurde als Titel des Zeitungsbeitrags wiedergegeben. Soviel Bindung zur neuen Wahlheimat von Jeannine Gmelin bewegte die Obwaldner Kantonalbank (OKB), die Spitzensportlerin mit einer Sponsoring-Vereinbarung auszustatten.

«Mein Stellvertreter kam mit dem Blatt zu mir und meinte, das wär doch was für die Bank», berichtet Bruno Thürig, Direktor der OKB. «Jemand, der sich so mit dem Kanton Obwalden identifizieren kann, soll von uns unterstützt werden», beschloss die Geschäftsleitung der OKB. Ein erstes Gespräch mit Jeannine Gmelin zeigte, dass «Wert und Haltung» beider Parteien miteinander übereinstimmen. «Die Art und Weise, wie sie Ihre Beziehung zur Wahlheimat nach aussen tragen kann, verleiht ihr das Prädikat ‹sehr gute Botschafterin für Obwalden›», so Thürig. Deshalb begleite die OKB diese Athletin finanziell. «Die Unterstützung ist nicht nur kurzfristig, sondern auf die Dauer ihrer sportlichen Aktivitäten ausgelegt», betont Bruno Thürig.

Weltweit einzigartige Bedingungen

Im Rahmen eines Fotoshootings beim Bootshaus im Sarner Seefeld hatte unsere Zeitung am Mittwoch die Gelegenheit, von der Weltmeisterin 2017 und vielfachen Seriensiegerin in Weltcup-Rennen zu erfahren, ob ihr inniges Bekenntnis zum Sarnersee und seiner Umgebung wirklich von Herzen kommt. «Meine Aussage ist ehrlich gemeint. Was die Trainingsbedingungen angeht, haben wir mit dem Sarner See ein echtes Privileg. Die landschaftliche Kulisse gibt meiner Begeisterung den Rest. Solche Bedingungen finde ich nach meinem Empfinden nirgendwo auf dieser Welt.» Sie schätzt nicht nur den ruhigen See, sondern auch die allgemeine Ruhe, welche ihr und auch ihren Kollegen die Trainingsarbeit erleichtern.

Mit der steigenden Popularität, die Gmelin als gegenwärtige «Nummer 1» ihrer Disziplin geniesst, kann sie gut leben. «Ich suche diese nicht bewusst, bin mir jedoch im Klaren, dass Popularität mit dem Erfolg einfach kommt.» Es sei ihr wichtiger, wenn der Rudersport als Ganzes an Popularität gewinnt. «Was die zunehmende Bekanntheit meiner Person anbetrifft, ist das nicht nur für mich, sondern ebenso für den Sport und unser Land gut, denn wir Spitzensportler repräsentieren nach aussen auch die Schweiz.»

«Von Autogrammjägern werde ich im Sarner Dorf nicht bedrängt, denn in dieser Beziehung ist ‹Herr und Frau Schweizer› eher zurückhaltend», erzählt die aus dem Zürcher Oberland stammende Athletin. Hingegen findet sie es schön, wenn sich Leute getrauen sie anzusprechen und in ihr die erfolgreiche Ruderin erkennen.

30 Stunden Training pro Woche

Für Jeannine Gmelin ist ein «persönlicher Rückzugsort» sehr wichtig. «Ich fühle mich hier in Sarnen daheim und auch sehr wohl.» Das habe für sie zur Folge, dass sie anderen Sportlern im Ruderzentrum eine gute Kollegin sein könne. Von Neid will Gmelin nichts wissen. «Obwohl ich mir bewusst bin, dass er bei zunehmendem Erfolg aufkommen kann.»

Gemlin trainiert in der Regel 30 Stunden pro Woche und ist ausserdem viel unterwegs. Über das Sponsoring der Obwaldner Kantonalbank ist sie glücklich: «Man sieht mich vor allem als Botschafterin für den Sport und meine Wahlheimat und – obwohl ich es gerne mache – bin ich froh, dass ich nicht zu viele repräsentative Verpflichtungen annehmen muss.» Auch die Schweizer Armee will ab und zu etwas von Jeannine Gmelin, denn bei ihr ist sie zu 50 Prozent angestellt. «Ich habe sogar einen Tarnanzug, den ich überziehe, wenn ich an einem militärischen Event teilnehme.»

Der nächste Winter kommt bestimmt. Ja, denn nach der WM in Plovdiv (Bulgarien) gibt es Ferien und dann beginnen schon die Vorbereitungen auf Regatten des nächsten Jahres. «Mein Fernziel ist die Olympiade 2020 in Tokyo und deshalb bin ich auch im Winter viel auf dem Sarnersee unterwegs.»