Der Marktplatz Sarnen soll verschwinden

«Marktplatzareal steht vor Veränderungen», Ausgabe vom 6. Dezember

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Ein kurzer Blick zurück: Vor über zehn Jahren hatten die Verantwortlichen der Landi Sarnen und des Sarner Gemeinderats eine baldige Umsiedlung der Landi weg vom Marktplatz angekündigt. Den Worten folgten aber nie Taten. Aus meiner Sicht handelte es sich dabei um reine Hinhaltetaktik speziell der Führungsleute der Landi, wofür diese jetzt vom Gemeinderat belohnt werden. Auf dem gesamten heutigen Marktplatzareal (Landi, Parkplätze, Centro Sarnen) soll eine Überbauung entstehen, wobei das Erdgeschoss für die Landi mit Laden, Kiosk sowie Rangier- und Ladeflächen vorgesehen ist. Um der Bevölkerung das Vorhaben besser schmackhaft zu machen, ist geplant, in den oberen Stockwerken «kostengünstige» Mietwohnungen zu bauen. Die neue Tiefgarage dürfte überwiegend der Mieterschaft sowie der Landi-Kundschaft zur Verfügung stehen. Die Läden im Dorfkern verlieren damit weitere Parkmöglichkeiten.

Die Landi gehört nicht an den jetzigen Standort, wo problematische Verkehrsverhältnisse an der Markt-, Kernser- und St. Antonistrasse herrschen. Der Verkehrsfluss wird durch die vielen Lastwagen-Lieferungen zu Landi und Migros sowie die in sehr kurzen Abständen geschlossenen Barrieren der Zentralbahn gestört. Darüber sind im Dorfkern grössere Überbauungsprojekte mit Parkings in der Planung. Die Zentrumsüberbauung (neben Rathaus, Metzgern, Sarneraa) ist nur eine davon. Eine andere ist vis-à-vis der Landi zwischen Migros und Haus ehemals Foto Wagner. Ebenfalls im Raum steht ein unterirdisches Parkhaus (Park + Ride) in Bahnhofsnähe.

Wie falsch die «zukunftsweisende Stadtplanung» aussieht, zeigt sich auch daran, dass die Obwaldner Kantonalbank ihren Neubau ausserhalb der Kernzone umsetzt (umsetzen muss), während die Landi in der Kernzone ihren Betrieb neu aufstellen darf. Wäre nicht gerade umgekehrt sinnvoller?

Am 10. Februar 2019 wird dem Stimmvolk ein Planungskredit zur Überbauung des Areals vorgelegt. Ich rufe jetzt schon zu einem Nein auf – der Gemeinderat soll zuerst für Sarnen ein ganzheitliches und zukunftweisendes Verkehrskonzept inklusive Parkingmöglichkeiten ausarbeiten und nicht durch einzelne Bauvorhaben Tatsachen schaffen. Ich bin fest überzeugt, dass in späteren Jahren viel Steuergelder zur Entschärfung der Verkehrsprobleme notwendig sein werden.

Fritz Isler, Sarnen