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MASSENSTERBEN: Obwaldner finden hunderte tote Wespen im Gästezimmer

Hunderte tote Wespen lagen im Gästezimmer eines pensionierten Ehepaars aus Wilen. Nach einem Blick in den Dachstock war der Grund für das Massensterben klar.
Adrian Venetz
Im Dachstock des Ehepaars Franz und Marlis Sigrist in Wilen hängt ein riesiges Wespennest.

Im Dachstock des Ehepaars Franz und Marlis Sigrist in Wilen hängt ein riesiges Wespennest.

Franz und Marlis Sigrist staunten nicht schlecht, als sie vor einigen Tagen das Gästezimmer im obersten Stock ihres Hauses in Wilen für einen Verwandten aus Brasilien vorbereiteten. Hunderte tote Wespen lagen am Boden, einige wenige Tiere flogen noch geschwächt an den Fensterscheiben entlang oder krabbelten über den Teppich. Ein Blick in den Dachstock, der gleich daneben liegt, offenbarte dann den Grund dafür: Zwischen zwei Balken hängt ein riesiges Wespennest.

Schlupflöcher gefunden

Die toten Wespen entfernte Marlis Sigrist mit dem Staubsauger, kurze Zeit später war der Boden wieder übersät davon. «Irgendwo haben sie wohl ein kleines Schlupfloch gefunden, um vom dunklen Dachstock ins helle Gästezimmer zu gelangen», erzählt Franz Sigrist. Auch beim Besuch unserer Zeitung vergangenen Donnerstag ist der Boden wieder voller toter Wespen. Vereinzelt kriechen einige noch geschwächt über die Fensterscheiben. Normale Arbeiterwespen überwintern nicht – sie sterben bei Kälteeinbruch im Herbst. «Ein Wespennest wird immer nur einmal benutzt», weiss Franz Sigrist. Deshalb lässt er das Nest im Dachstock vorerst stehen.

Es dürfte die Gemeine Wespe sein

Dies sei durchaus eine vernünftige Lösung, sagt Regina Lenz, Biologin bei der Umweltberatung Luzern. «Wenn keine Wespen mehr im Nest sind, kann man es aber auch problemlos entfernen.» Da sich das Nest an einem dunklen Ort befinde, habe man es hier vermutlich mit der Gemeinen Wespe (Vespula vulgaris) oder der Deutschen Wespe (Vespula germanica) zu tun. Regina Lenz bestätigt, dass die Nester dieser Wespenarten nur einmal benutzt werden.

Wespen haben einen speziellen Lebenszyklus: Im Frühling sucht sich eine einzelne Jungkönigin eine Stelle für ein Nest und beginnt – vorerst einmal ganz allein – mit dem Bau. Aus den Eiern, die sie legt, schlüpfen Larven. Diese werden später zu Arbeiterinnen, die sich am Nestbau beteiligen. «Deshalb wird das Nest gegen den Herbst hin immer grösser», erklärt Lenz. Später schlüpfen dann die Männchen (Drohnen), die sich auf den Paarungsflug begeben. Sobald der Winter naht, sterben die meisten Wespen – auch die alte Königin. Nur begattete Jungköniginnen suchen eine Stelle zum Überwintern, um im Frühling einen neuen Staat zu gründen.

«Ein altes Wespennest riecht nicht besonders gut. Aber wenn sich niemand daran stört, kann man es stehen lassen», sagt Regina Lenz. Möglich sei allerdings, dass in unmittelbarer Nähe des alten Nestes im Frühling ein neues entstehe. «Verhindern kann man das praktisch nur, indem man den ganzen Dachstock nach möglichen Schlupfwinkeln absucht und diese dann zuschliesst.» Gerade bei grösseren und älteren Häusern sei dies natürlich einfacher gesagt als getan.

Adrian Venetz

Hunderte der Insekten sind bereits gestorben und liegen auf dem Boden. (Bild: Adrian Venetz / OZ)

Hunderte der Insekten sind bereits gestorben und liegen auf dem Boden. (Bild: Adrian Venetz / OZ)

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