Massiv weniger Abgaben für Obwaldner Hoteliers

Zweitwohnungsbesitzer und Hoteliers im Kanton Obwalden werden massiv entlastet. So will es die Regierung. Künftig soll es nur noch eine einzige Tourismusabgabe geben.

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In Engelberg (im Bild die Skihütte auf Stand) wird die Kurtaxe weiterhin zusammen mit der Tourismusförderungsabgabe erhoben werden. (Bild: Swiss-Image / Alexandra Wey)

In Engelberg (im Bild die Skihütte auf Stand) wird die Kurtaxe weiterhin zusammen mit der Tourismusförderungsabgabe erhoben werden. (Bild: Swiss-Image / Alexandra Wey)

Der Obwaldner Regierungsrat hat das neue Tourismusgesetz in zweiter Lesung verabscheidet. In dieser hält er an einer einzigen Tourismusabgabe und einer vereinfachten Erhebung und Verwendung der Abgaben fest. In Engelberg wird neben der Kurtaxe wie bisher eine Tourismusförderungsabgabe erhoben. Dies rechtfertigt sich, weil Engelberg sich im internationalen Tourismusmarkt als eigene Destination klar vom übrigen Kantonsgebiet und vom Kanton Nidwalden abhebt.

Gebühren werden gesenkt

Laut einer Medienmitteilung der Staatskanzlei vom Freitag werden Hoteliers und Zweitwohnungsbesitzer massiv entlastet. Die vorgeschlagenen Pauschalen werden erheblich gesenkt. Die jährliche Pauschale für Hotels wird je nach Zimmer von 600 auf 400 Franken gesenkt. Bei den Campingplätzen ist je nach Standplatz noch 200 Franken statt 350 Franken vorgesehen. Die Pauschale für Zweitwohnungen wird pro Zimmer auf 200 Franken reduziert. Der Forderung nach tieferen Ansätzen werde damit entsprochen, schreibt die Staatskanzlei weiter.

Hingegen wurde die Tourismusabgabe bei den Hotels, Restaurants und Cafés erhöht. Mit dieser Bestimmung sollen vermehrt auch die Tagestouristen indirekt erfasst werden. Der Ertrag aus der Tourismusabgabe kommt der Tourismusorganisation zu Gute. Es ist vorgesehen, dass mindestens 15 Prozent der Tourismusabgaben an die Gemeinden weiter geleitet werden. In der Vernehmlassungsvorlage war ein maximaler Anteil von 20 Prozent vorgesehen.

Das Tourismusgesetz wird voraussichtlich am 15. März im Kantonsrat beraten. Das Tourismusgesetz soll noch in diesem Jahr in Kraft treten.

pd/rem

Tourismusgesetz: Darum geht es

Anstelle der heutigen Logiernächteentschädigung und der Kurtaxe soll neu eine Tourismusabgabe erhoben werden. Damit wird bei den Tourismusgästen keine direkte Abgabe mehr erhoben, was den administrativen Aufwand massiv vereinfacht. Die anstelle der bisherigen Taxen zu erhebende Abgabe wird als Pauschale für alle Übernachtungen erhoben – in Hotels und Beherbergungsbetrieben je Zimmer, in Jugendherbergen je Bett, in Ferienwohnungen und Fremdenzimmern je Zimmer, in Gruppenunterkünften je Schlafplatz und auf Campingplätzen je Standplatz. Sie ist nicht mehr an Übernachtungszahlen gebunden.

Der Abgabekreis wird zudem auf die öffentlichen Transportunternehmungen und die Restaurationsbetriebe ausgedehnt. Damit sollen auch Tagesgäste eine Abgabe zu Gunsten des Tourismus leisten. Die neue regionale Tourismusorganisation für das Sarneraatal und Nidwalden wollen die beiden Kantone Nidwalden und Obwalden zusammen aufbauen. Sie soll die heutige Organisation Vierwaldstättersee Tourismus auf Mitte 2012 ablösen. Die neue Tourismusorganisation wird in Form einer Aktiengesellschaft aufgebaut.

map/rem