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Max Dilliers letzter Bühnenauftritt im Sarner Gesellen-Theater

Der begnadete Laienspieler Max Dillier steht im Stück «Wer ist Jimmy?» zum 32. Mal auf der Bühne. Wenn er dabei in der schwarzen Komödie einen Toten mimt, spielt er nochmals all seine Stärken aus.
Romano Cuonz
Max Dillier spielt einen Toten (vorne). In dieser Szene ist er mit Walter Hartmann zu sehen. (Bild: Romano Cuonz, Sarnen, 9. März 2019)

Max Dillier spielt einen Toten (vorne). In dieser Szene ist er mit Walter Hartmann zu sehen. (Bild: Romano Cuonz, Sarnen, 9. März 2019)

«Eigentlich wollte ich mit dem Theaterspielen schon vor Jahren aufhören, aber dann packte mich dieses ‹Fieber› halt doch jedes Mal wieder», gesteht der 69-jährige Sarner Publikumsliebling Max Diller. Um dann sogleich hinzuzufügen: «Jetzt aber ist es wirklich das allerletzte Mal!»

Der frühere Sarner Kaminfegermeister stand während 32 Jahren 15 Mal im Theater Sarnen und 17 Mal im Gesellen-Theater auf den Brettern. Nun, zum Abschluss dieser schönen Karriere, spielt er in der makaber, witzigen Komödie «Wer ist Jimmy?» des Amerikaners Burton Bumgarner die Titelrolle. Und diese könnte für all die Stärken und Eigenschaften, die das Spiel des begnadeten Laienspielers stets ausgezeichnet haben, kaum typischer und symbolischer sein. Max Dillier agiert nämlich einen ganzen Theaterabend lang als Toter auf der Bühne. Stumm, versteht sich. Und doch mit einer Präsenz und Glaubhaftigkeit, die ihm eigen sind. Ja, er gestaltet seine letzte Rolle als ungebetener Gast in einer Wahlparty voller Wirrungen mit genauso viel Akribie, wie er es zuvor mit all den vielen andern getan hat. Er selber sagt es so: «So schwer mir das Auswendiglernen jedes Mal fiel, so einfach war es für mich, in eine Figur zu schlüpfen. So sehr, dass das Publikum keine Sekunde lang mehr Max Dillier in ihr sah!»

Als Neuling gleich in die Hauptrolle geschlüpft

Schon mit zwanzig trat Max Dillier dem Gesellenverein – der heutigen Kolpingfamilie – bei. «Für mich ist diese Gemeinschaft unverzichtbar geworden.» 1987 brachte das Vorstandsmitglied Marie-Theres von Wyl-Berwert die Idee auf, man könnte doch auch einmal Theater spielen. Gesagt, getan. Unter der Regie ihres Mannes Beat von Wyl (späterer Sarner Gemeindepräsident) wurde «Der Pantoffelheld» geprobt. In der Hauptrolle ein Neuling: Max Dillier! «Es war damals wie heute, ich war schrecklich nervös. Musste immer wieder zum Souffleusenkasten runter gucken», gesteht der Laienspieler. Jedoch: Schon mit dieser ersten tragisch komisch gemimten Rolle wurde der bescheiden auftretende Kaminfeger zum Liebling des Sarner Publikums. Und es sprach sich herum: das Gesellentheater habe ein grosses Talent entdeckt! Bald klopfte auch das renommierte Theater Sarnen bei Max Dillier an. Und dieser sagte auch zu. Mal für Mal: als absolut unvergesslicher «verschupfter» Johann in Inglins Robbenkönig, als Teufel oder himmlischer Schlingel, als Gemeindepräsident und nackter König.

Qualen bis zum Schlussapplaus

Selbst wenn der eher scheue Spieler das Lampenfieber niemals ganz besiegen konnte und für jeden tosenden Schlussapplaus zuvor Qualen ausstehen musste: das Theaterspielen wurde für ihn so etwas wie eine Sucht. Seine Worte dazu: «Das Schönste ist dieser grosse Zusammenhalt. Man geht da selbst mit Leuten, die man zuvor kaum gekannt hat, durch Höhen und Tiefen bis zur Aufführung.» Niemals vergessen werde er, wie er in Gerhard Dilliers «Texte ums Warten» zusammen mit Elsbeth Feurer einfach auf dem Bänklein sass, und nichts sagte. «Bis heute werde ich auf diese winzige Rolle immer wieder angesprochen», erzählt er.

Und was tut Max Dillier künftig- wenn er denn Wort hält und wirklich aufhört? «Wir Gesellen sind eine grosse Familie», sagt er. Und verspricht: «Ich werde so lange ich kann hinter den Kulissen mitarbeiten, als Maler beim Bühnenbildbau und als Helfer bei der Requisite, in der Küche oder im Beizli». Die Arbeit wird dem Kolping-Gesellen auch sonst nicht ausgehen: Er unterhält das Vereinslokal, sorgt dafür, dass in der Lourdes Grotte stets Kerzen brennen und macht mit seinem Auto immer auch wieder Rotkreuz-Fahrten.

Gesellen-Theater Sarnen: «Wer ist Jimmy?» unter der Regie von Gerhard Halter. Vom 16. März bis zum 6. April sind sieben Aufführungen geplant. Weitere Informationen unter www.gesellen-theater.ch.

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