«MEDEA»: Antike Tragödie erscheint in neuem Licht

Kann eine kleine Studentenbühne ein fast 2500 Jahre altes Stück spielen, das derzeit im Luzerner Theater Erfolge feiert, ohne dass es gekünstelt wirkt? Sie kann.

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Die Kollegischüler führen «Medea» in Sarnen vor einem hinreissend schlichten Bühnenbild mit ausgeklügelter Lichttechnik auf. (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Die Kollegischüler führen «Medea» in Sarnen vor einem hinreissend schlichten Bühnenbild mit ausgeklügelter Lichttechnik auf. (Bild Corinne Glanzmann/Neue OZ)

Ja, man kann es, und so wurde das Premierepublikum im Kollegitheater Sarnen Zeuge einer ausserordentlich starken, beeindruckenden Aufführung der antiken Tragödie von Euripides' «Medea» in der Version von Robinson Jeffers. Mit einer meisterhaften Inszenierung setzt Zeichnungslehrer Adrian Hossli einen krönenden Schlusspunkt unter seine fast dreissigjährige Tätigkeit als Regisseur und Bühnenbildner am Kollegi, wo er 1979 mit der antiken Komödie «Die Vögel» den Einstand gab.

Sie tötet ihre eigenen Kinder
Medea ist die erste Frau in der Geschichte des Theaters, die sich gegen die Vorherrschaft des Mannes kompromisslos aufbäumt und sich nicht scheut, die erhabensten Eigenschaften einer Frau und Mutter im Kampf um Ehre und Gleichberechtigung aufs Spiel zu setzen. Aristophanes wirft seinem Rivalen Euripides denn auch vor, er habe Frauen, getrieben von schändlichen Leidenschaften, auf die Bühne gebracht und damit den Geschmack des Publikums verdorben. «Grosse Liebe ist ein Brand, zu grosse Liebe ein Räuber, ein Blutrausch ... die Götter sehen alles, sie werden meine Feinde in ihrem Blut ertrinken sehen!» In der Tat, die rachsüchtige, blutrünstige Königstochter Medea, die aus leidenschaftlicher Liebe zum vertriebenen Königssohn Jason ihren Vater verraten und ihren Bruder getötet hat, wird zum äussersten Mittel greifen und ihre eigenen Kinder töten.

Anita Lussi

HINWEIS
Aufführungsdaten: 7., 8. 12., 14., 15. März je um 20 Uhr. Ticket-Reservation im Internet unter www.ksobwalden.ch oder telefonisch unter der Nummer 077 416 44 33 werktags von 10.30 bis 11.30 und von 16 bis 17 Uhr

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Obwaldner Zeitung.