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MEDIKAMENTE: Obwaldner geben über zwei Tonnen Medikamente retour

Die Aktion Medikamentenrückgabe war ein voller Erfolg. Die nicht mehr benötigten oder abgelaufenen Medikamente, die im November an den Sammelstellen abgegeben wurden, wiegen über 2 Tonnen und füllen mehrere Palette.
Auffallend viele Medikamente wurden ungeöffnet oder nur teilweise gebraucht entsorgt. (Bild: PD)

Auffallend viele Medikamente wurden ungeöffnet oder nur teilweise gebraucht entsorgt. (Bild: PD)

Philipp Unterschütz

<span class="mail_autor">philipp.unterschuetz@</span>obwaldnerzeitung.ch

Das Gesundheitsamt Obwalden und die Fachstelle Gesellschaftsfragen hatten die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Hausapotheke zu überprüfen und abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente abzugeben. Mit Erfolg – die Obwaldnerinnen und Obwaldner brachten im Sammelmonat November insgesamt 2190 Kilo Medikamente zu den Sammelstellen in Arztpraxen, Apotheken, Drogerien, im Kantonsspital, im Betagtenzentrum Eyhuis, Lungern, oder gaben sie der Spitex mit. Die Medikamente, die etliche Palette füllten, die bei der ARA Alpnach auf den ­Abtransport warten, hätten theoretisch einen Wert von rund 530'000 Franken gehabt. In einem «normalen» durchschnittlichen Monat werden in Obwalden jeweils etwa 110 Kilo Medikamente zur fachgerechten Entsorgung respektive Verbrennung zurückgegeben. Medikamente können jederzeit bei Apotheken, Drogerien oder Hausärzten kostenlos retourniert werden.

«Wir sind selber erstaunt über die Menge, die da zusammenkam», freut sich Lydia Hümbeli, Fachverantwortliche Pro­jekte Gesundheit. Zuerst sei man ­etwas skeptisch gewesen. Aber die Publikationen in der Presse und den Gemeindeblättern, das Kreieren eines Flyers und die tatkräftige Mithilfe der Partner wie Ärzte, Apotheken, Drogerien, Kantonsspital und weiteren hätten Wirkung gezeigt. «Die Entsorgung von Medikamenten soll so selbstverständlich werden, wie sie es bei anderen Abfällen schon ist», brachte Regierungsrätin Maya Büchi ein Kampagnenziel auf den Punkt.

«Man hat heute einfach keine Zeit mehr, krank zu sein», so Maya Büchi an der Medienkonferenz des Kantons zur Medikamentenrückgabe weiter. Damit zeigte sie auf, dass man bei gesundheitlichen Beschwerden eben nicht mehr zum altbewährten Hausmittelchen greife, sondern zu schneller wirksamen Medikamenten. Umso wichtiger sei deshalb auch die Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten.

Auch Prävention gegen Vergiftungen und Suizid

Lydia Hümbeli erwähnte dazu einige bedenkliche Beispiele. So ist es wichtig, dass Medikamente oder Hausapotheken an Orten aufbewahrt werden, die für Kinder und Haustiere unerreichbar sind. Täglich werden in der Schweiz nämlich rund 30 Fälle von Medikamentenvergiftungen registriert, rund die Hälfte davon betreffen Kinder, meist im Vorschulalter.

67 Prozent aller Suizide werden mit Medikamenten verübt, bei Kindern sind Medikamente für 56 Prozent aller Suizide verantwortlich. «Einer der Faktoren, die dazu führen, ist die unmittelbare Verfügbarkeit von Medikamenten. Der Aufruf zur jährlichen Entrümpelung von Hausapotheken ist deshalb auch eine wirksame Präventionsmass­nahme», erklärt Lydia Hümbeli. Bedarf für Sensibilisierung sieht Patrick Csomor, Leiter des Obwaldner Gesundheitsamtes, auch bei der Abgabe an junge Leute: «Medikationen für Erwachsene sind nicht für Kinder und Jugendliche geeignet.» Man könne nicht einfach die Dosis reduzieren, es bestehe trotzdem die Gefahr der Überdosierung. Zudem seien häufig alternative Behandlungen besser als eine vorschnelle Abgabe von Medikamenten.

Diese und viele weitere Tipps sind im Merkblatt «Medikamentenkonsum und -entsorgung» ­zusammengefasst, das weiterhin beim Gesundheitsamt, bei Ärzten, Drogerien und Apotheken bezogen werden kann. «Medikamente müssen als Sondermüll entsorgt werden, sie gehören weder in den Hauskehricht noch in den Abfluss», weist Verena Zellweger von der Fachstelle für ­Gesellschaftsfragen schliesslich noch darauf hin, dass man mit der Sensibilisierungskampagne auch die Umwelt im Auge habe.

Tipps zur Hausapotheke

Die Hausapotheke gehört an einen trockenen und eher kühlen Ort. Das Schlafzimmer ist beispielsweise besser geeignet als das Badezimmer. Zudem sollte sie sicher vor Kindern und Haustieren aufbewahrt werden.

Was gehört in eine Hausapotheke?

  • Ärztlich verschriebene Medikamente
  • Notfallmedikamente
  • Medikamente gegen Schmerzen, Erkältungskrankheiten, Allergien
  • Reisemedikamente
  • Desinfektionsmittel
  • Pflaster und Verbandsmaterial und Schere
  • Fieberthermometer

Wichtig: Chemikalien und Medikamente müssen immer in der Originalverpackung aufbewahrt werden. Sie dürfen nie in Trinkflaschen oder andere Gefässe umgefüllt werden, auch nicht mit entsprechender Beschriftung.

Weitere Infos zum Medikamentenkonsum und zur -Entsorgung

Im Sammelmonat November wurden rund 2,2 Tonnen nicht mehr benötigte oder abgelaufene Medikamente eingesammelt. (Bild: PD)

Im Sammelmonat November wurden rund 2,2 Tonnen nicht mehr benötigte oder abgelaufene Medikamente eingesammelt. (Bild: PD)

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