MEHRARBEIT: Obwaldner Abfall landet oft in falscher Mulde

Nicht immer wird der Abfall sauber getrennt. Das beschert den Gemeinde­mitarbeitern Mehrarbeit – und den Fehlbaren im äussersten Fall eine Anzeige.

Matthias Piazza
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Ein Beispiel, wie es nicht sein sollte: Allerhand Abfall landet im für Papier reservierten Container. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 31. März 2018))

Ein Beispiel, wie es nicht sein sollte: Allerhand Abfall landet im für Papier reservierten Container. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 31. März 2018))

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Ein Blumentopf, ein Leintuch, eine leere Dose: Man glaubt es kaum, was alles in einer Mulde landet, in die ausschliesslich Altpapier gehört. Davon zeugt das Bild, aufgenommen bei der Entsorgungsstelle in Alpnach. Doch das Problem mangelhafter Entsorgungsdisziplin beschränkt sich bei weitem nicht nur auf Alpnach, wie Sepp Amgarten, Geschäftsleiter des Entsorgungszweckverbandes Obwalden, erklärt. «Fremdstoffe in den verschiedenen Wertstoff-Sammelbehältnissen sind ein immer wiederkehrendes Problem.»

Die meisten Leute verhielten sich zwar diszipliniert und entsorgten den Abfall korrekt. «Leider kommt es aber immer wieder vor, dass Leute ihren Abfall in die falsche Mulde werfen – sei es aus Bequemlichkeit oder Gedankenlosigkeit. So landet die Styroporverpackung ebenfalls beim Karton, weil sie nicht aus der Verpackung entfernt wurde», macht Sepp Amgarten ein Beispiel. «Oder man entsorgt das Altpapier zusammen mit der Plastiktragetasche.»

Möglicherweise spiele auch die Sackgebühr eine Rolle. «Einige Bürger mischen normalen Kehricht in die Wertstoffsammlungen, um Sackgebühren zu sparen. Das ist völlig unverhältnismässig und darum unverständlich.» Beaufsichtigung nütze nur bedingt, so Amgarten. «Wenn ein Mitarbeiter des Werkdienstes gerade in der Nähe ist, sind die Leute etwas vorsichtiger. Aber kaum hat er sich entfernt, lässt die Trenndisziplin wieder nach.» Und bei einigen Bürgern nütze auch die Aufsicht nichts, da sie sich von einem Gemeindearbeiter nichts sagen liessen.

Feine Abfalltrennung macht Sinn

Rund ein Dutzend verschiedener Abfälle, sogenannte Fraktionen, kann man an der Chlewigenstrasse 5 in Alpnach entsorgen. Rund doppelt so viele sind es bei der Wertstoffsammelstelle an der Militärstrasse in Sarnen, die 2015 in Betrieb ging. Diese feine Trennung sei keine Schikane, sondern mache Sinn – nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich, sagt Sepp Amgarten. «So können die Wertstoffe weiterverarbeitet werden. Das bedingt allerdings, dass sie nicht durch Fremdstoffe verunreinigt sind.» Sonst gebe es in erster Linie Mehrarbeit für die Mitarbeiter des Gemeindewerkdienstes. Diese müssen die «Fremdkörper» aufwendig herausfischen. «Liefern wir beispielsweise der Papierfabrik in Perlen zu viel verunreinigtes Altpapier, riskieren wir eine Rüge und im schlimmsten Fall könnte es eine Reduktion der Entschädigung zur Folge haben», erklärt Amgarten.

«Wir streben eine Nullrechnung an»

Anhaltend schlechte Wertstoffsammelqualität könne sich längerfristig auch auf die Preise des recyclierten Rohstoffes auswirken. «Wir streben eine Nullrechnung an, das heisst, dass wir die Kosten der Wertstoffsammlungen und der Entsorgung mit dem Erlös einzelner Wertstoffe decken können. Zu stark verunreinigtes Altpapier zum Beispiel könnte auf die Rückvergütungspreise negative Folgen haben.»

Abfall oder sonst etwas in eine Mulde zu schmeissen, das dort nicht hingehört, könne für den Bürger unangenehme Folgen nach sich ziehen, warnt Amgarten. «Wer absichtlich falsch entsorgt und dabei erwischt wird, muss mit einer Verrechnung des Zusatzaufwands des Gemeindepersonals oder im schlimmsten Falle mit einer Anzeige rechnen.»