MELCHSEE-FRUTT: «Cheselenhans» geht in Pension

Am Sonntag ist Schluss: Hans und Gaby Durrer-Halter beenden ihre Wirtetätigkeit in der Älplihütte Cheselen. In der Sommersaison soll dem Betrieb aber wieder neues Leben eingehaucht werden.

Robert Hess
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Hans und Gaby Durrer-Halter beenden ihre Wirtetätigkeit in der Älplihütte Cheselen. (Bild: Robert Hess (Melchsee-Frutt, 5. April 2018))

Hans und Gaby Durrer-Halter beenden ihre Wirtetätigkeit in der Älplihütte Cheselen. (Bild: Robert Hess (Melchsee-Frutt, 5. April 2018))

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Viele Gäste der Älplihütte Cheselenfirst, auf 1400 m ü. M. direkt im Ski- und Wandergebiet Melchsee-Frutt gelegen, wussten wohl all die Jahre nicht, dass der Wirt und Koch des Hauses Hans Durrer heisst. Doch der Name «Cheselenhans» war ihnen ein Begriff und er wird bestimmt den Tag «überleben», wenn Hans und Gaby Durrer-Halter am Sonntag ihren Betrieb nach rund 23 Jahren schliessen. Der «Cheselenhans» wird im September 65-jährig.

«Besonders freute ich mich, wenn Kinder ‹dui, Cheselenhans› zu mir sagten», blickt Hans Durrer im Gespräch mit unserer Zeitung zurück. Darunter seien oft Kinder von Eltern gewesen, die vor Jahren bereits als Kinder Gäste in der Älplihütte waren. Vor allem in der Sommersaison war das gemütliche Berggasthaus zusammen mit Kleintieren wie Esel oder Ziegen und dem gepflegten Spielplatz ein begehrter Anziehungspunkt für Familien mit Kindern.

7-Tage-Woche im Winter

«Die Sommersaison bedeutete für uns immer wieder mal beschauliche Stunden, die Wintersaisons waren für uns und unsere Mitarbeiter eine sehr strenge Zeit», berichtet Gattin Gaby Durrer-Halter. Sie war ursprünglich Arztgehilfin und kam erst später zum Gastgewerbe, um ihren Mann tatkräftig zu unterstützen. «Wir konnten auch immer auf die wertvolle Mithilfe unserer beiden Töchter zählen, als diese älter waren», so Gaby Durrer.

Wurde in der Sommersaison das Gasthaus jeweils montags und dienstags geschlossen, war im Winter die 7-Tage-Woche ­angesagt. «Mit einer täglichen Arbeitszeit von 14 bis 16 Stunden für mich», berichtet Hans Durrer. Grundsätzlich arbeitete man im Zweischichtenbetrieb. Als Wirt und Koch des Hauses kam Hans Durrer aber nicht darum herum, an beiden Schichten zu arbeiten. Nach dem Tageseinsatz kamen jeweils die Gruppen aus vielen Regionen, welche im Restaurant einen gemütlichen Abend verbringen wollten. «In unserer letzten Wintersaison war jeder Abend ausgebucht», so Durrer. «Selbstverständlich werden wir durch Festangestellte und Aushilfen unterstützt.»

Er wollte sein eigener Chef sein

Der Betrieb in der Cheselen forderte stark, doch der gelernte Metzger hatte früh gelernt, hart zu arbeiten. «Hans wollte möglichst rasch sein eigener Chef sein», berichtet Gattin Gaby. Hans Durrer hatte früher während rund fünf Jahren die halbe Nacht und am Morgen in der Metzgerei gearbeitet und ab 1996 gleichzeitig in der Cheselen tagsüber einen Imbiss-Wagen geführt. Dieser bildete den Grundstock für den Bau und die Erweiterung der Älplihütte ab 1998. Im Endausbau kann das Restaurant rund 50 Gäste zum Essen aufnehmen, während auf der Terrasse bis zu 150 Gäste Platz haben.

Hans und Gaby Durrer gehen gelassen in den Ruhestand. «Es war gut so», zieht Gaby Bilanz. Sie will nun vermehrt Zeit mit ihren vier Grosskindern geniessen. Grosse Pläne hat «Cheselenhans» nicht: alles etwas ruhiger nehmen, sich den Kleintieren zu Hause widmen und wieder einmal an ein Schwingfest gehen.

Die Älplihütte ist seit Anfang Jahr im Eigentum der Sportbahnen Melchsee-Frutt, nachdem Hans Durrer seinen Teil verkauft hatte. Sportbahnen-Geschäftsleiter Daniel Dommann ist zuversichtlich, dass der Betrieb bereits in der Sommersaison wieder geöffnet wird. Näheres kann er nicht sagen, da die Verträge noch nicht abgeschlossen sind.