MELCHSEE-FRUTT: Der Tannensee wird gegen Erdbeben sicher

Ein Vulkan auf der Frutt? Der abgesenkte Tannensee sieht wegen Sanierungsarbeiten zurzeit ähnlich aus. Das freut Touristen und ärgert einige Fischer.

Drucken
Teilen
Im Tannensee hats zurzeit beinahe kein Wasser mehr. (Bild Luca Wolf/Neue OZ)

Im Tannensee hats zurzeit beinahe kein Wasser mehr. (Bild Luca Wolf/Neue OZ)

Ein Bild mit Seltenheitswert bietet sich seit einigen Tagen auf der Melchsee-Frutt. Der Tannensee, idyllisch zwischen Melch- und Engstlensee gelegen, wurde innerhalb eines Monats zum zweiten Mal fast bis zum Grund abgesenkt. «Das gabs das letzte Mal vor 26 Jahren», sagt Gerold Schädler, Direktor des für die Arbeiten zuständigen Elektrizitätswerks Obwalden (EWO). Wie ein Vulkankrater sehe es aus, meint eine Wanderin begeistert und knipst ein paar Fotos. Doch mit einem Vulkan hat das Ganze nichts zu tun. Aber mit etwas ähnlich Gewaltigem: Erdbeben.

Vorschrift des Bundes
Die Totalabsenkung des Tannensees erfolgte im Anschluss an die Kontroll- und Sanierungsarbeiten an den Stauanlagen auf Melchsee-Frutt. Diese werden vom EWO zur Produktion von Strom betrieben. Neben dem Verlegen von verschiedenen Leitungen muss der Hochwasser-Entlastungsschacht im Tannensee erdbebensicher gemacht werden. «Der Bund hat diese Vorschrift wegen Vorkommnissen auf der ganzen Welt erlassen», sagt Gerold Schädler. Er verweist auf die fürchterliche Erdbebenkatastrophe Mitte Mai in China. Dort ist eine Vielzahl von Staudämmen beschädigt worden, was zu einem massiven Sicherheitsrisiko geführt hat. Die Absenkung des Tannensees ist eine Voraussetzung, um mit den Arbeiten beginnen zu können.

Der bestehende Betonschacht ist 30 Meter hoch, hat eine Wandstärke von 50 Zentimetern und einen Durchmesser von 51½2 Metern. Das Problem: Nur der untere Drittel davon liegt im harten Felsen, der Rest in Erde und lockerem Geröll. Ein Erdbeben könnte zu einem Bruch des rund 50-jährigen Schachts führen. Das hätte verheerende Folgen, weil der Ablauf des Wassers nicht mehr kontrolliert werden könnte.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Donnerstag in der Neuen Obwaldner Zeitung.