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MELCHSEE-FRUTT: Die Bartgeier entwickeln sich prächtig

Alois und Cierzo weiten ihre Streifzüge stetig aus. Die Futternische schätzen die jungen Bartgeier aber noch immer.
Matthias Piazza
Bartgeier Cierzo, der Ende Mai auf der Frutt ausgewildert worden ist. (Bild: PD)

Bartgeier Cierzo, der Ende Mai auf der Frutt ausgewildert worden ist. (Bild: PD)

Matthias Piazza

«Alois und Cierzo kamen am Morgen zum Fressen in der Nische vorbei. Anschliessend sind sie über das Henglihorn hinweg verschwunden», heisst es im neusten Blogeintrag vom Mittwoch über die im Mai ausgewilderten beiden Bartgeier auf Melchsee-Frutt. Und weiter: «So langsam sind die Junggeier selbstständig genug, um sich alleine zurechtzufinden und genügend Futter aufzuspüren. Auch ihre Streifzüge weiten sie stetig aus. So hat es Alois schon bis zu den Wendenstöcken geschafft, und auch Cierzo hat schon einige grössere Ausflüge gemacht.»

Der Obwaldner Wildhüter Hans Spichtig ist über die Fortschritte der beiden Bartgeier sehr erfreut. «Bis jetzt ist alles super gelaufen. Sie entwickeln sich prächtig», erzählt er. Sie hielten sich aber glücklicherweise noch immer in der Region auf. Mittlerweilen übernachten die beiden Vögel gar nicht mehr in ihrer Nische auf Melchsee-Frutt, wo sie ursprünglich ausgewildert wurden, sondern kommen am Vormittag jeweils zurück, um ihr Futter abzuholen. Es stammt von rund 30 verunfallten Rehen, gesammelt von Obwaldner Wildhütern. Solche Mengen sind nötig, weil auch Adler, Füchse und Kohlrabe sich bei der Futterquelle bedienen, was aber kein Problem sei.

Noch voraussichtlich bis im September soll dieses Fütterungsregime aufrechterhalten werden. Spichtig rechnet damit, dass die beiden Bartgeier ihren Radius schon bald erweitern und ihr Futter, beziehungsweise ihre Beute dann auswärts suchen. «Je erfolgreicher ihre Nahrungssuche auswärts ist, desto seltener werden sie zu ihrer ursprünglichen Nische zurückkehren», weiss Hans Spichtig.

Majestätischer Anblick

Mit ihrer Flügelspannweite von 2,7 Metern sind die beiden Vögel schon bald erwachsen – und schon jetzt beeindruckend. Bereits jetzt haben sie einen ausgewachsenen Adler mit einer Flügelspannweite von 2,3 Metern übertrumpft. Ein ausgewachsener Bartgeier hat gar eine Flügelspannweite von 2,9 Metern.

Diese Auswilderungsaktion ist auch dieses Jahr die Attraktion auf der Frutt. «Die Leute sind jeweils happy, wenn sie die majestätischen Vögel auf ihrem Flug beobachten können.» Allerdings gehöre dazu auch eine Portion Glück, gerade zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Bis Ende August seien die Chancen dafür aber noch intakt.

Auch ihre drei Vorgänger Ewolino, Sempach II und Trudi, die im vergangenen Jahr ausgewildert wurden, entwickeln sich prächtig. Ewolina ist der Region der Auswilderung sehr lange treu geblieben. Bis Ende November machte sie nur sehr kurze Abstecher in die umliegenden Gebiete und war häufig aufMelchsee-Frutt zu sehen.

Ewolina ist im Val-d’Isère

Während des Abräumens der Einrichtungen am Beobachtungsposten Anfang Oktober liessen sich Ewolina und auch Sempach II nochmals sehr gut beobachten. Ende November flog Ewolina dann ins Muotathal, wo sie einige Tage verblieb und mehrmals beobachtet und auch fotografiert werden konnte. Zurzeit geniesst sie die sommerlichen Temperaturen im französischen Alpenraum. Bereits mehrere Wochen hält sie sich im französisch-italienischen Grenzgebiet rund um Val-d’Isère auf, wie es im Blog heisst.

Voraussichtlich wird das Auswilderungsprogramm noch für drei Jahre auf der Frutt weitergeführt. Bis dahin sollten sich die Bartgeier in der Zentralschweiz wieder ansiedeln und sich mit der Zeit auch fortpflanzen, mit etwa sieben Jahren werden sie geschlechtsreif. Die Lebensbedingungen auf der Frutt werden als ideal angesehen. Der Tisch ist reich gedeckt. Als Aasfresser ernähren sie sich von verendeten Huftieren, vor allem Steinböcken und Geissen.

Zwischen 1991 und 2007 wurde der Bartgeier im Nationalpark im Engadin, zwischen 2010 und 2014 in der Ostschweiz wieder angesiedelt.

Hinweis

Auf der neuen Website gibt es weitere Informationen zu den Bartgeiern: www.bartgeier.ch

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