MELCHSEE-FRUTT: «Die Frutt braucht das ‹Glogghuis›»

Noch bis April ist Hans Durrer Pächter des «Glogghuis». Mit seiner Saison ist er bereits zufrieden. Nur, wie es mit dem Hotel weitergeht, ist ungewiss.

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Wintersportler vor dem «Glogghuis» auf Melchsee-Frutt. (Bild: PD)

Wintersportler vor dem «Glogghuis» auf Melchsee-Frutt. (Bild: PD)

«Die Saison ist gut angelaufen. Weihnachten und Neujahr waren super, wir hatten viele Leute auf der Frutt», erzählt «Glogghuis»-Pächter Hans Durrer. Auch im «Glogghuis» selbst: «Die Zimmer, die ich zur Verfügung hatte, waren vermietet.» So habe er über den Winter Platz, insgesamt rund 60 bis 65 Gäste zu beherbergen. Das «Glogghuis» verfügt total über 85 Zimmer, wovon aber nur 7 dem «Glogghuis» selbst gehören. Der Rest ist im Eigentum Privater, mit einigen von ihnen hat Durrer einen Vertrag zur Weitervermietung abgeschlossen.

Zukunft ungewiss

Wie es nach dem Mitte 2015 eröffneten Konkurs der Neuen Hotel Glogg­huis GmbH konkret weitergeht, weiss Hans Durrer nicht. Er kann das Gebäude nur während der Verfahrensdauer nutzen. «Am 10. April ist Schluss.» Auch Monika Sager, Leiterin der Dienststelle Konkurs, kann zur Zukunft des «Glogghuis» «keine Neuigkeiten» vermelden: «Es gibt weder konkrete Kaufinteressenten für das Hotel, noch ist der Zeitpunkt für eine allfällige öffentliche Versteigerung terminiert.»

«Viele Leute kommen und sagen, ‹gut, hast du aufgemacht!›», erzählt Hans Durrer aus einem Alltag als Pächter. Er selbst ist überzeugt: «Die Frutt braucht das ‹Glogghuis›. Es bewegt sich in einem ganz anderen Preissegment als die neuen Hotels.» Die angesprochenen «Frutt Lodge & Spa» und «Family Lodge» sieht er aber keineswegs als unliebsame Konkurrenten. «Die Frutt-Gastronomie muss an einem Strick ziehen.» Die Chemie mit den anderen Hoteliers scheint auf jeden Fall zu stimmen. So werde schon mal bei kleineren Notfällen untereinander ausgeholfen, etwa, wenn in der Vorratskammer vorübergehend gerade etwas fehle, verrät Durrer.

Um eine gute Erfahrung reicher

«Wir haben eine gute Küche», ist er zudem stolz, «und sogar einen Pizzaiolo.» Insgesamt beschäftigt Hans Durrer 15 Angestellte. Ein etwas anderer Betrieb, als er sich als «Schiihuis»-Wart des Skiclubs Flüeli-Ranft gewohnt ist. «Ich hatte einen Kaltstart», gibt er vergnügt zu verstehen. Verloren gefühlt hat er sich im grossen «Glogghuis» aber nie. Man muss «all Tag» da sein, mit den Leuten umzugehen wissen, das sei wichtig. Zudem sei das Gästesegment ein ganz anderes als im «Schiihuis». «Es hat Gäste, die schon vorher ins ‹Glogghuis› kamen, und auch solche, die auf die Frutt kommen, weil wir im Vergleich zu anderen Gebieten noch genug Schnee haben.»

Für Hans Durrer steht jetzt schon fest, im April um «eine gute Erfahrung reicher» zu sein. Mit seiner Einstellung hätte es ja auch kaum anders kommen können: «Entweder du machst etwas, dann wirds positiv und du stehst dahinter. Sonst kannst du es sein lassen.»

Christoph Riebli