MELCHSEE-FRUTT: Die Frutt ist bereit für die Skistars

Rund 100 Skirennfahrerinnen kämpfen ab morgen am Cheselen-Hang um Hundertstelsekunden. Sie treffen auf optimale Bedingungen.

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Pistenfahrzeuge präparieren den Hang für den Damenslalom. (Bild: PD)

Pistenfahrzeuge präparieren den Hang für den Damenslalom. (Bild: PD)

Matthias Piazza

Nach dem lang ersehnten Wintereinbruch laufen die Vorbereitungen auf der anspruchsvollen Rennpiste Cheselen auf Hochtouren. Am Sonntagabend wurde mit der Präparation der Piste begonnen. Co-Präsident Martin Ming hofft, dass es in den kommenden Tag kalt bleibt, um die Piste optimal bewässern zu können. Schnee hats genug. Zu den rund 80 Zentimetern im Pistenbereich gesellte sich noch etwas künstlicher Schnee. Eine zusätzliche weisse Pracht vom Himmel sei beim jetzigen Fortschritt der Arbeiten nicht mehr erwünscht.

Eine zentrale Rolle beim alljährlichen Europacup-Slalom der Damen spielt die Flutlichtanlage, da am zweiten Tag jeweils abends um 17.30 und um 20 Uhr gefahren wird. Für rund 60 000 Franken beschafften die Veranstalter Internationale Skirennen Melchsee-Frutt Obwalden (ISMF) heuer eine neue Anlage. Daran beteiligten sich auch das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) als Sponsor und die Sportbahnen Melchsee-Frutt.

Je zwei Leuchten an 24 Masten sorgen neu für eine optimale und fernsehtaugliche Ausleuchtung der Rennpiste. Mit der Neuerung kommen die Veranstalter einer Auflage des internationalen Skiverbandes FIS nach. «Wir mussten nachbessern, wenn wir die Rennen weiter austragen wollten», erklärt Martin Ming.

Auch für «normale» Skifahrer

«Da uns der Schweizerische Skiverband zugesichert hat, sich bei der FIS für unseren Standort einzusetzen, entschieden wir uns für die Investition.» Für die Veranstalter war klar, dass sie den attraktiven Nachtslalom aufrechterhalten wollen. «Zu unserem Event gehört der Nachtslalom einfach dazu», ist für Martin Ming klar. Ein erster vierstündiger Test sei positiv verlaufen. Von der Anlage mit modernen Leuchtdioden profitieren aber auch die «normalen» Skifahrer, wenn die Pisten jeweils am Freitag- und am Samstagabend offen sind.

Frondienste für 120 000 Franken

Rund 200 Helfer, davon bis zu 30 Zivilschützer, stehen seit Tagen im Einsatz, um auch die 9. Austragung zu einem Spektakel werden zu lassen. Sie präparieren die Piste, erstellen Abschrankungen und Netze oder das Zelt für die Festwirtschaft. Insgesamt leisten sie Frondienste im Wert von rund 120 000 Franken. «Wir staunten selbst über die Höhe des Betrags.» Zum Vergleich: Das Budget des Anlasses beträgt 70 000 Franken. Die Suche nach den zahlreichen Freiwilligen sei allerdings eine Knochenarbeit. «Aus verständlichen Gründen hören Leute nach einer gewissen Zeit auf. So helfen im Zielbereich beispielsweise auch Pensionierte, die nach ein paar Jahren altershalber aussteigen. Wir sind darum immer auf der Suche nach Nachwuchs.» Leider halte sich die Unterstützung durch Skiclubs in Grenzen.

Doch der grosse Aufwand rechne sich. «Der Sportanlass strahlt weit über die Landesgrenzen hinaus auch dank des Fernsehens. Die Siegerinnen auf Melchsee-Frutt werden bei Fernsehübertragungen anderer Skirennen immer wieder erwähnt, und damit wird unser Name in die weite Welt hinausgetragen.»

Illustre Namen

Und am Pistenrand feuern erfahrungsgemäss rund 200 Zuschauer die Skirennfahrerinnen an. Zudem werden etwa nochmals so viele Gäste und Sponsoren erwartet. Die Bedeutung des Anlasses zeigt sich auch bei einem Blick auf die Rennliste. Unter den rund 100 Teilnehmerinnen, davon 18 aus der Schweiz, tauchen auch ganz illustre Namen auf wie Michelle Gisin, die beim Nachtslalom 2014 den ersten Rang belegte, Wendy Holdener, Denise Feierabend, Nadia Vogel oder Carole Bissig.

Hinweis

Europacup-Rennen Melchsee-Frutt: morgen Donnerstag, 11 und 13.30 Uhr, Freitag, 17.30 und 20 Uhr, www.nachtslalom.ch