Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

MELCHSEE-FRUTT: Ein neues Gipfelkreuz gibt Kraft fürs letzte Wegstück

Dank zwei Obwaldner Zimmermann-Lehrlingen steht auf dem Brünighaupt ob Melchsee-Frutt seit kurzem wieder ein Gipfelkreuz.
Philipp Unterschütz

«Auf einen Berggipfel gehört ein Gipfelkreuz. Es ist für mich nicht nur ein Symbol für Schutz, den man auf Touren braucht», erklärt Leander Küchler (16) aus Alpnach Dorf. «Wenn man am Aufstieg ist und zu ihm hochsieht, gibt es einem das Gefühl: Es ist nicht mehr weit, wir schaffen das.» Leander Küchler und seinem Kollegen Timo Abächerli (19) aus Sarnen ist es zu verdanken, dass seit kurzem auf dem Brünighaupt auf 2311 Metern wieder ein Gipfelkreuz steht.

Das bisherige Kreuz, das jahrelang Wind und Wetter ausgesetzt und schliesslich durch ein Gewitter beschädigt worden war, musste ersetzt werden. «Wir wollten ein etwas kleineres und schlichteres Kreuz, das man nicht verspannen musste. Wir wollten auf dem relativ engen Gipfel keine Fixationsseile mehr», sagt Ernst Aufdermauer, Präsident des Tourismusvereins Melchsee-Frutt/Melchtal/Kerns. Über den lokalen Bergführer Niklaus Kretz, der auch im Ausbildungsbereich und bei Jugend + Sport tätig ist, kam man in Kontakt mit den zwei jungen Männern. Sie sind beide begeisterte Sportkletterer, oft im Gebiet unterwegs, und sie sind gemeinsam im zweiten Lehrjahr als Zimmermänner bei der Zimmerei Walter Küng AG in Alpnach. Bereitwillig sagten Küchler und Abächerli zu, übernahmen Planung, Konstruktion, Bau und Montage des 3 Meter hohen und 2 Meter breiten Gipfelkreuzes. «Wir haben alles am Abend in unserer Freizeit gemacht, dazu durften wir die Maschinen im Lehrbetrieb benutzen», erzählt Leander Küchler. Hilfe habe man vom Lehrlingsbetreuer erhalten, der den Betonsockel am Computer zeichnete. Das wetterfeste Eichenholz haben sie gehobelt und das Kreuz mit einem Kupferdach und einem Blitzableiter ausgestattet. «Es soll wieder jahrelang dem Wetter trotzen können», betont Leander Küchler.

Montage dauerte nur 20 Minuten

Eine Woche vor der Montage des Kreuzes trugen sie mit Helfern den Beton und Arbeitsgeräte zum Gipfel und fertigten dort den Sockel an. Einige Tage später transportierten sie das rund 150 Kilo schwere Kreuz mit einem Lieferwagen zum Parkplatz der Sportbahnen Melchsee-Frutt. Von dort gings dann per Helikopter zum Gipfel, wo das Kreuz montiert und verschraubt wurde. «Die Aktion hat gerade mal 20 Minuten gedauert», erzählt Leander Küchler und freut sich über das Ergebnis. «Es war ein sehr schönes Erlebnis und eine gute Erfahrung. Sehr speziell auch, denn ein Gipfelkreuz kann man ja nicht alle Tage anfertigen.» Da sie fast alles selber geplant, organisiert und ausgeführt hätten, sei das Projekt auch sehr lehrreich gewesen. «So etwas würden wir sofort wieder machen.» Sie hätten auch ausschliesslich positive Reaktionen erhalten. «Viele waren überrascht, dass zwei so junge Leute so etwas machen.» Die Kosten für die Aktion – etwa 400 Franken für das Holz und rund 1000 Franken für den Helitransport – hat der Tourismusverein übernommen. Und auch Ernst Aufdermauer lobt: «Ein grosses Kompliment an die beiden für die Leidenschaft, das Engagement und die Begeisterung, mit der sie dieses Lehrlingsprojekt umgesetzt haben.»

Weg zum Gipfel ist kein Sonntagsspaziergang

Weil nur wenige Meter vom Kreuz entfernt das «Steinmanndli» mit einem Gipfelbuch steht, haben die beiden darauf verzichtet, bei «ihrem» Kreuz ein weiteres Gipfelbuch zu deponieren.

Der Weg zum Gipfel ist anspruchsvoll. Das Brünighaupt mit seinen Ost- und Westflanken bildet einen imposanten Eckpfeiler der Felskette, die das Hochplateau der Melchsee-Frutt westlich abgrenzt. Auf den oft bestiegenen Gipfel führen nur schwierige alpine Bergwanderrouten – die eine vom Älggi über die Nordwestflanke, die andere vom Abgschütz oder der Melchsee-Frutt über den Südwestgrat. Eine beliebte Kletterroute ist die Nordkante.

Philipp Unterschütz

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.