Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

MELCHSEE-FRUTT: Grosse Emotionen am Mountainman

Aus der halben Welt reisten die Trailläufer zum Mountainman an. Dabei ging es nicht nur um sportliche Extremleistungen, sondern bei vielen auch um Emotionen.
Kurt Liembd
Emotionale Momente mit Freunden teilen – glückliche Läuferinnen nach dem Rennen. (Bilder: Roger Zbinden (Melchsee-Frutt, 19. August 2017))

Emotionale Momente mit Freunden teilen – glückliche Läuferinnen nach dem Rennen. (Bilder: Roger Zbinden (Melchsee-Frutt, 19. August 2017))

Kurt Liembd

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Das Teilnehmerfeld war bunt gemischt. Die über 200 Teilnehmer stammen nicht nur aus allen Landesteilen, sondern auch aus Deutschland, Finnland, USA, Holland, Grossbritannien, Neuseeland, Russland, Japan und gar aus Nepal. Dass die Berge in Nepal den Leuten näher sind als etwa in Holland, bewies die Siegerin der Ultra-Strecke: die 20-jährige Rojina Bhandari aus dem nepalesischen Jumla. Sie lief die über 64 Kilometer (3830 Höhenmeter) in 9:02:57 Stunden.

Der Holländer Mattheus Pe­trus Magielsen (42) hingegen brauchte für den Marathon (44 Kilometer, 2320 Höhenmeter), sogar etwas länger (9:13:08) und erreichte den 37. Rang von 39 Klassierten. Doch die Zeit war für ihn nur Nebensache. Er strahlte im Ziel wie ein Sieger. «Ich bin gespannt, was mich erwartet, und bin glücklich, wenn ich das Rennen beende», sagte er kurz vor dem Start gegenüber unserer Zeitung. Er sei das erste Mal auf der Frutt und sei für einige Tage in Brienz stationiert. So wie Magielsen erging es emotional vielen, welche nach einigen Stunden die Ziellinie überschritten. Auch der Neuseeländer John Aspden (Ausgabe vom 9. Augugst) beendete den Marathon erfolgreich und zeigte sich am Ziel überglücklich. Gestartet wurde – wie schon in den Vorjahren – in vier Kategorien: Halbmarathon (21,6 km), Marathon (44,6 km), Ultra (64,2 km) sowie Team-Stafette, bei der sich drei Läufer die Ultra-Strecke aufteilen.

Auch der Boden war zum Teil eine Herausforderung

Alle Strecken sind sehr anspruchsvoll, da sie auf steilen Bergpfaden auch ins Hochgebirge führen, wie etwa auf den Hochstollen (2480 Meter) oder den Jochpass (2207 Meter). Von den Temperaturen her war das Wetter am Samstag fast ideal, allerdings hing eine dicke Wolkendecke in den Bergen, und der Untergrund war teilweise sehr glitschig und morastig. Doch für einen echten Mountainman-Läufer ist das kein Problem. Schliesslich bedeutet «Ultra» laut Reglement auch, «in sich ungeahnte Kräfte zu entdecken», was die meisten auch taten. Gewonnen wurde das Ultra-Rennen von Josef Vogt (43) aus Liechtenstein mit einer Zeit von 7:47:46. Der Marathon-Sieg ging an den Einheimischen Armin Lois Durrer (46) aus Kerns (5:04:50), der bereits den Mountainman-Mara­thon in den Jahren 2012, 2013 und 2014 für sich entscheiden konnte. Ebenfalls ein bekannter Name ist Remo Betschart (31) aus Bürglen UR, der den Halbmarathon gewinnen konnte und mit 1:59:58 gar einen Streckenrekord erzielte. Betschart, der heuer auch den Bannalper Berglauf gewann, gilt nicht als Berglaufspezialist, sondern als ganzheitlicher Sportler. Während über zehn Jahren spielte er Unihockey und fuhr Motocross mit Seitenwagen.

Zurück zu den Emotionen: Ihr eindrücklichstes Rennen erlebte Tanja Michel (49) aus Sachseln. Sie lief den zweiten Drittel (23 km) im Stafettenteam «Trio Läufig». Speziell war das Rennen für sie nicht nur, weil ihr Team gewann, sondern auch weil die Strecke durch jenes Gebiet auf den Jochpass führt, wo ihre Tochter Fiona am 2. Januar 2016 im Alter von 19 Jahren tödlich verunglückte. «Das war mein erstes Rennen nach dem Unglückstag», erklärte Tanja Michel. Ihre Tochter habe sie richtiggehend auf den Jochpass getragen, strahlte sie am Ziel.

Für die Überraschung des Tages sorgte OK-Präsident Florian Spichtig (42). Nur eine halbe Stunde vor dem Start entschied er sich ganz spontan, am Halbmarathon selbst mitzulaufen – erstmals in den acht Jahren, seit es den Mountainman gibt. «Ich habe jeden Moment voll genossen und weiss jetzt aus eigener Erfahrung, was ein ‹Mountainman› unterwegs alles fühlt.»

Für eine positive Überraschung sorgte auch der neue Speaker Jonas Wieland, der als Nachfolger von Roland Bösch seine Aufgabe bravourös meisterte.

Die Ranglisten finden Sie unter www.themountainman.ch.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.