MELCHSEE-FRUTT: Obwaldner Tropfstein begeistert Wissenschaft

Höhlenforscher haben in den Karsthöhlen der Melchsee-Frutt einen Tropfstein geborgen, der die Wissenschaft entzückt. Denn nachdem der Fund von Ende letztem Jahr ist nun klar: Der Obwaldner Fund ist ein Glücksfall.

Martin Trüssel
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Karst- und Höhlenforscher Martin Trüssel zeigt den aufgefrästen, über 60 cm langen Tropfstein, der das Zentralschweizer Klima der letzten 11'400 Jahre lückenlos «konserviert» hat. Der Stalagmit wurde in den Karsthöhlen auf Melchsee-Frutt geborgen. (Bild: pd)

Karst- und Höhlenforscher Martin Trüssel zeigt den aufgefrästen, über 60 cm langen Tropfstein, der das Zentralschweizer Klima der letzten 11'400 Jahre lückenlos «konserviert» hat. Der Stalagmit wurde in den Karsthöhlen auf Melchsee-Frutt geborgen. (Bild: pd)

Untersucht wurde der Stein in einer Master-Arbeit der Fakultät für Chemie und Geowissenschaften in Heidelberg. Die Ergebnisse zeigen, dass es gelungen ist, einen Stalagmiten zu finden, der unmittelbar am Ende der letzten Eiszeit vor 11'400 Jahren zu wachsen begann und bis heute durch das stete Tropfwasser eine lückenlose Zeitreihe konserviert hat. Der Tropfstein lässt also Rückschlüsse auf das Klima zu, die fast bis in die Eiszeit zurückreichen. Nun können weitere Untersuchungen folgen, die das Klima nicht wie bisher indirekt von den Verhältnissen der Arktis oder aus den Tiefseeablagerungen, sondern direkt vom Alpenraum selbst widerspiegeln. Der Fund aus Obwalden macht es möglich.