MELCHSEE-FRUTT: Rudern und Skirennen – das passt

Die lokale Prominenz schätzt die gute Atmosphäre und den Austausch am Skirennen in der Cheselen. Dabei wurden auch Parallelen zum in Obwalden verankerten Rudersport gezogen.

Robert Hess
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Die Nachtslalom-Piste am Cheselenhang, im Hintergrund das Ziel mit dem Festzelt. (Bilder:)

Die Nachtslalom-Piste am Cheselenhang, im Hintergrund das Ziel mit dem Festzelt. (Bilder:)

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Bevor die rund 150 eingeladenen Behördenmitglieder, Sponsoren, Gönner sowie weitere Gäste am Cheselenhang die Fahrkünste der 80 Athletinnen aus 18 Nationen bewundern konnten, stand unten im Sportcamp Melchtal eine ganz andere Sportart im Vordergrund. «Rund 50 Meter von meinem Büro in Sarnen entfernt», erklärte Landammann Franz Enderli, Co-Präsident des 11. FIS-Europacup-Damenslaloms, «befindet sich das Haus des Schweizer Rudersports mit der Geschäftsstelle des Verbandes.» Um die «gute Nachbarschaft zu pflegen und die Bedeutung dieses schweizerischen Leistungszentrums in Erinnerung zu rufen», stehe an diesem Freitagabend ein Rückblick zweier Ruderer-Persönlichkeiten auf Rio 2016 auf dem Programm.

Die Erfolge waren «made in Obwalden»

Dass Rudern und Skifahren als Wettkampfsportarten nicht so weit auseinanderliegen, beweist die 26-jährige Jeannine Gmelin aus Uster. «Ich bin seit jeher eine begeisterte Skifahrerin», sagte sie. Vielleicht wäre sie auch Skirennfahrerin geworden, wenn sie sich nicht für den Ruder-Spitzensport entschieden hätte. Die Profi-Sportlerin holte sich in Rio im Skiff den 5. Rang und damit ein olympisches Diplom. Ihr grösstes Ziel ist nun Tokio 2020.

Christian Stofer, Direktor des Schweizerischen Ruderverbandes, hob in seinem Rückblick die Goldmedaille des Leichtgewichts-Vierers hervor und erwähnte, dass «die Erfolge unserer Olympiamission 2016 made in Obwalden» sind. Mit dem Leistungszentrum in Sarnen habe der Verband «einen zentralen Standort mit Geschäftsstelle und guten Unterkunftsmöglichkeiten für rund 50 Personen sowie 50 Meter davon entfernt den bestgeeigneten See der Schweiz für die Trainings.»

Später konnten sich die Gäste beim Apéro und anschliessend an der Rennpiste Cheselen vom grossen Einsatz der Zivilschutzangehörigen und der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer überzeugen. «Wir stehen seit Dienstag für die Erstellung der Infrastruktur mit rund 20 Leuten ganztags im Einsatz», erklärte Stefan Enz, stellvertretender Kommandant des Zivilschutzes Obwalden, in Begleitung von Kommandant Ewald Degelo. Die Arbeit geht an den Renntagen mit Stangen setzen, Piste abrutschen und sichern weiter und endet mit dem Abräumen der Anlagen inklusive der Zelte. «Insgesamt dauert der Einsatz rund 100 Manntage oder insgesamt rund 1000 Stunden», berichtete Einsatzleiter Enz.

Diese Leistungen weiss Martin Ming, Co-Präsident im OK, «sehr zu schätzen». Zusammen mit den freiwilligen Helfern stehen pro Renntag rund 100 Personen im Einsatz. Das OK könne vor allem auf «angestammte Helfer» aus Skiklubs der Region zählen, «doch hat sich beispielsweise auch ein Mann aus Winterthur als Helfer gemeldet». Neue Helfer zu rekrutieren «ist schwieriger geworden».

Neben Landammann Franz Enderli war auch Finanzdirektorin Maya Büchi«helmbewehrt» im Renngelände. «Wenn immer möglich bin ich an den Frutt-Rennen dabei», meinte die begeisterte Skifahrerin. Der Anlass werde weit über die Kantonsgrenzen hinaus wahrgenommen. «Und ich schätze jeweils die nette Gesellschaft an diesem Tag.»

Und dann noch zwei Stadtluzerner auf der Frutt

Mit Jörg Lienert, Inhaber und VR-Präsident der Jörg Lienert AG, und Daniel Dommann, seit 18 Monaten Interims-Geschäftsführer der Sportbahnen Melchsee-Frutt, wollen auch zwei Luzerner Werbung für die Frutt machen. «Ich bin ein alter Frutt-Fan und habe hier das Skifahren gelernt», meinte der aus Obwalden stammende Lienert, der neu Mitglied der Verwaltungskommission der Sportbahnen ist. «Ich will möglichst viele Städter animieren, diesen wunderschönen Ort im Sommer und im Winter zu besuchen.» Dommann meinte: «Ich habe einen guten Job in einem schönen Gebiet. Es ist angenehm, hier zu arbeiten mit guten Bahnen und wunderbaren Mitarbeitern, die das Unmögliche möglich machen können», sagte der Teilzeit-Geschäftsführer. «Nahe bei der Stadt und der Agglomeration Luzern und zum Mittelland, ist die Frutt ein lohnendes Ziel im Sommer und Winter, ohne dass die Besucher stundenlang Auto fahren müssen.»