Grosse Solidaritätswelle für Sachsler Gwerbler

Tragische Ereignissen erschütterten den Sachsler Familienbetrieb Sigrist AG. Das löste eine überraschende Hilfswelle via Gewerbeverband aus.

Matthias Piazza
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David Sigrist.

David Sigrist.

Bild: PD

Der Sachsler Unternehmer David Sigrist wird vom Schicksal gerade hart auf die Probe gestellt. Am 2. Adventssonntag verstarb einer seiner fünf Polymechaniker bei einer Wanderung. Ein weiterer Mitarbeiter verunfallte in seiner Freizeit schwer und fällt bis auf weiteres aus, ein Arbeitskollege verlässt die Sigrist AG für eine Weiterbildung. Ende August legte ein Brand kurz vor Ende der Bauarbeiten für den Neubau den Betrieb lahm.

Unerwartet meldete sich hoher Besuch. «Der Sachsler Gemeinderat Karl Kiser fragte, wie die Gemeinde oder der Gewerbeverband Obwalden helfen könnten», erinnert sich David Sigrist an die überraschende Begegnung. Der Gewerbeverband rief seine rund 500 Mitglieder zur Solidarität mit dem vom Schicksal gebeutelten Unternehmen auf, das auf die Herstellung verschiedenster anspruchsvoller Bauteile spezialisiert ist.

Konkret werden die Mitglieder gebeten, neue Mitarbeiter (insbesondere Polymechaniker oder Automatiker) zu vermitteln oder bei der Suche zu helfen, Aufträge für die Produktion von mechanischen Bauteilen zu erteilen oder das Netzwerk nutzen. Das Hilfe-Mail endet mit dem Aufruf «Miär Gwärbler miänd zämä ha.»

«Ich bin extrem positiv überrascht»

Der Aufruf vom vergangenen Dienstag wirkte. «Die grosse Solidaritätswelle ist mir fast etwas peinlich», meint David Sigrist gerührt. «Ich bin extrem positiv überrascht, wie viele Leute sich meldeten und ihre Hilfe in irgendeiner Form anboten», erzählt er. Viele boten spontan an, für einfachere Arbeiten einzuspringen. Gerettet ist die Zukunft des Betriebes damit noch nicht. Noch fehlen die zwei bis drei dringend benötigten Polymechaniker oder Automatiker. «Je schneller ich die Fachleute habe, umso besser. Nur so können wir wieder Aufträge in gewohnter Zahl ausführen», sagt David Sigrist.

Er sei zuversichtlich, dass er mit dem Aufruf über den Gewerbeverband Obwalden genug geeignete Fachleute gewinnen könne «für unsere supercoole Bude». Für ihn stehe ausser Frage, dass die über 100-jährige Geschichte des Familienbetriebs weiter geschrieben werde. «Aufgeben gibt es für mich nicht.»