Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Mirjam Hostetmann «erlöst» die SP Obwalden

Ein klarer und ein knapper Entscheid an der SP-Mitgliederversammlung.
Robert Hess
Feude nach der Nomination von Mirjam Hostetmann, Sarnen, (zweite von links, stehend) als Obwaldner Nationalratskandidatin. Rechts Parteipräsidentin Suzanne Kristiansen, links Sarah Omlin, Mitglied Juso Obwalden. (Bild: Robert Hess, 6. September 2019)

Feude nach der Nomination von Mirjam Hostetmann, Sarnen, (zweite von links, stehend) als Obwaldner Nationalratskandidatin. Rechts Parteipräsidentin Suzanne Kristiansen, links Sarah Omlin, Mitglied Juso Obwalden. (Bild: Robert Hess, 6. September 2019)

«Am Wochenende des Eidgenössischen Schwingfestes sind für uns wichtige Weichen gestellt worden», so SP-Vorstandsmitglied Benjamin Kurmann schmunzelnd an der Mitgliederversammlung vom Freitagabend. Dafür verantwortlich war jedoch kein Schwinger-Schwergewicht, sondern eine eher zierliche Person, die 19-jährige Sarner Gymnasiastin Mirjam Hostetmann, die sich an der Versammlung im Sarner Hotel Metzgern persönlich vorstellte. Die Obwaldner Juso-Präsidentin hatte am Schwinger-Wochenende ihre Kandidatur für die Nationalratswahlen bekannt gegeben. «Ein wichtiger Entscheid für uns», sagte Kurmann. Denn die SP Obwalden verzichte ja auf eine eigene Kandidatur, was er «als Defizit» bezeichnete, denn «eine Partei muss in der Öffentlichkeit sichtbar sein.»

Mit Mirjam Hostetmann nehme nun eine «mutige junge Frau aus unserer Jungpartei diesen Platz in der Öffentlichkeit wahr.» Für Kurmann ist klar: «Die SP kann sich nicht erlauben, die Kandidatur von Mirjam nicht zu unterstützen.»

In der folgenden lebhaften Diskussion ergab sich, dass für die SP keiner der andern vier Kandidaturen wirklich wählbar sei. Kantonsrat Ambros Albert beantragte Stimmfreigabe, blieb jedoch allein auf weiter Flur. Für die klare Entscheidung zugunsten von Hostetmann sorgten 27 Ja-Stimmen bei 28 anwesenden Mitgliedern und bei einer Enthaltung. Parteipräsidentin Suzanne Kristiansen unterstützte die Kandidatur persönlich und im Namen des Parteivorstandes.

Defizit von 40 Millionen Franken

SP-Fraktionschef Max Rötheli, Sarnen, stellte der Versammlung das Steuerpaket vor, über das im Kanton am 22. September abgestimmt wird. Mit höheren Einkommenssteuern sowie weiteren Massnahmen soll das heute strukturelle Defizit von rund 40 Millionen Franken bewältigt werden. «Bei einem Nein wird der Kanton auf allen Ebenen seine Leistungen zurückfahren», gab Rötheli zu bedenken.

Zufrieden mit der Vorlage war an der Mitgliederversammlung eigentlich niemand. «Wenn wir aber nein dazu sagen», so Kantonsrat Guido Cotter, «wird alles noch viel schlimmer.» Doch die vorgesehenen Massnahmen zur Bewältigung der Finanzprobleme genügten nicht. So werde eine moderate progressive Erhöhung der Vermögenssteuer von einer Arbeitsgruppe der SP geprüft und mit einer Initiative lanciert werden.

Von einem Scherbenhaufen war in der Diskussion die Rede, die Steuerstrategie sei nie wirklich ein Erfolg gewesen, «die Realität holt uns ein.» Andererseits «muss das Defizit nun einfach weg.» Die Versammlung fasste mit 14 gegen 13 Stimmen bei einer Enthaltung knapp die Ja-Parole.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.