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Mit dem Skispringen startet Engelberg richtig in die Saison

Auf der grossen Terrasse vor dem VIP-Zelt am Fuss der Titlis-Schanze standen die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport dicht zusammen. Gebannt verfolgten sie am Samstag das Geschehen auf der Schanze – auch das nicht so gute Abschneiden der Schweizer Springer.
Martin Uebelhart
Warten auf den nächsten Springer: junge Fans am Auslauf der Titlis-Schanze. (Bild Philipp Schmidli / Neue LZ)

Warten auf den nächsten Springer: junge Fans am Auslauf der Titlis-Schanze. (Bild Philipp Schmidli / Neue LZ)

Etwas früher – die Tische im Zelt waren noch fast leer – sassen der Obwaldner Baudirektor Paul Federer und Ständeratspräsident Raphaël Comte zusammen. Er sei zum ersten Mal an einem Skispringen sagte der 36-jährige FDP-Politiker aus dem Kanton Neuenburg. «Es ist sehr beeindruckend, das einmal nicht nur am TV zu sehen.» Comte verbrachte das ganze Wochenende in der Gegend. Heute Montag wird er das Obwaldner Staatsarchiv besuchen und unter anderem das Weisse Buch von Sarnen sehen. «Wir haben schon fast die ganze vergangene Ständeratssession besprochen», sagte Paul Federer schmunzelnd. Aber viel wichtiger als das Politisieren sei der gemütliche Teil.

Raphaël Comte (links) und Paul Federer. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

Raphaël Comte (links) und Paul Federer. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

Lieber Skitouren als Skispringen

An einem Tischchen standen Talammann Martin Odermatt und Zentralbahn-Geschäftsführer Renato Fasciati zusammen. «Auch nach meiner Amtszeit als Talammann werde ich dem Skispringen treu bleiben», bekräftigte Odermatt. Der Anlass habe eine lange Tradition. «Und ich sage immer: Für Engelberg ist das die Saisoneröffnung.» Für die Zentralbahn sei das Springen ebenfalls der Auftakt zur Wintersaison, sagte der abtretende Bahnchef. «Wir freuen uns, dass wir so viele Leute nach Engelberg bringen dürfen.» Als St. Moritzer habe er auch eine Schanze vor der Haustüre gehabt. «Ich bin zusammen mit Berni Schödler, dem ehemaligen Nationaltrainer, aufgewachsen.» Er habe selber ein Jahr lang Skisprung betrieben. Doch eine «Kanone» sei er nie gewesen. «Bis ins Spital mit einem Schlüsselbeinbruch», sagte Fasciati auf die Frage, wie weit er denn gekommen sei. «Skitouren liegen mir mehr.»

Renato Fasciati (links) und Martin Odermatt.

Renato Fasciati (links) und Martin Odermatt.

«Ich lernte auf den Bergen von Engelberg Skifahren», erzählte die Obwaldner Sicherheits- und Justizdirektorin Maya Büchi,«und komme immer wieder sehr gerne hierhin zurück.» Das Weltcup-Springen sei ein sehr wichtiger Anlass für Obwalden und die ganze Region, war sie überzeugt. Ihre Nidwaldner Kollegin, Gesundheits- und Sozialdirektorin Yvonne von Deschwanden, bezeichnete Engelberg als ihre zweite Heimat. «Wir haben hier eine Ferienwohnung, und ich verbringe einen grossen Teil meiner Ferien in Engelberg.» Das Skispringen lasse sich neben dem gemütlichen Beisammensein auch gut fürs Netzwerk nutzen: «Man trifft viele Leute, vor allem auch Politiker aus anderen Kantonen.»

Maya Büchi (links) und Yvonne von Deschwanden. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

Maya Büchi (links) und Yvonne von Deschwanden. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

Schaufenster für Swiss-Ski

«Es ist total viel los, es hat viele Leute, und es ist spannend, was hier abläuft», sagte Kantonsratspräsidentin Ruth Koch. Die Einladung hat sie ihrem Amt zu verdanken: «Ich erlebe diesen Anlass zum ersten Mal.» Besonders gespannt sei sie, wenn es jetzt dann ernst werde. Seit vielen Jahren kommt Peter Lienert ans Skispringen. «Der Skisport ist allgemein etwas, das mich interessiert, und hier in Engelberg ist das Schanzenspringen ein ganz wichtiger Teil», sagte der bald pensionierte Leiter des Obwaldner Amts für Wald und Landschaft.

Peter Lienert und Ruth Koch. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

Peter Lienert und Ruth Koch. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

«Das Skispringen in Engelberg ist die einzige Weltcup-Veranstaltung, an der wir uns dem heimischen Publikum zeigen könnten», hielt Markus Wolf, Geschäftsführer des Schweizerischen Skiverbands Swiss-Ski, fest. «Entsprechend motiviert sind wir jeweils für den Anlass.» Zufrieden mit den äusseren Bedingungen war Frédéric Füssenich.«Für die Fernsehbilder wäre es sicher schön, wenn wir noch etwas mehr Weiss hätten», sagte der Engelberger Tourismusdirektor. Doch im Gegensatz zu anderen Regionen sei Engelberg noch gesegnet. «Engelberg hat am meisten Schnee in den ganzen Alpen erhalten.» Ein Umstand, der es den Organisatoren ermöglichte, die Schanze hervorragend herzurichten. «Die Vorbereitungsarbeiten hätten nicht besser laufen können», betonte der langjährige OK-Präsident Ernst von Holzen. Seine Aufgabe bereite ihm nach wie vor Freude. Er räumte aber auch ein, dass man das mit zunehmendem Alter nicht mehr gleich spontan mache, und es belaste eher mehr als vor 20 Jahren. «Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Nachfolger», sagte der 72-Jährige. «Wir haben vereinbart, dass ich es nächstes Jahr nochmals mache und dann aufhöre.»

Markus Wolf (links) und Frédéric Füssenich. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

Markus Wolf (links) und Frédéric Füssenich. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

Ernst von Holzen (links) und Ueli Maurer. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

Ernst von Holzen (links) und Ueli Maurer. (Bild: Martin Uebelhart / Neue OZ)

Vom Fan zum Sponsor

«Das Skispringen in Engelberg ist einer der schönsten von den grossen Sportanlässen in der Schweiz», sagte Bundesrat Ueli Maurer. Noch zehn Tage ist er Sportminister, bevor er ins Finanzdepartement wechselt. «Ich fühle mich sehr zu Hause hier und kann mir vorstellen, das Springen auch privat zu besuchen, wenn es die Zeit erlaubt.» Er verlasse das VBS mit einem lachenden und einem weinenden Auge, meinte er. «Ich habe das Militär gern, und ich habe den Sport gern, aber ich freue mich jetzt auch auf die Finanzen. Das ist noch einmal etwas Neues.» Aus der Sicht des Sports wechsle er sozusagen die Seiten: «Ich bin jetzt Fan und nachher bin ich Sponsor.»

Martin Uebelhart

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