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Mobilfunkanlage in Kerns: Durchwinken ist für Kirchenrat keine Option

Seit über zwei Jahren betreibt die Swisscom im Kirchturm Kerns eine Mobilfunkanlage. Ob und wann sie ein Baugesuch für die 5G-Technologie einreicht, ist offen. Eine Anfrage würde der Kirchenrat kritisch prüfen.
Philipp Unterschütz
Im Kirchturm Kerns gibt es seit 2016 eine Mobilfunkanlage. (Bild: Corinne Glanzmann)

Im Kirchturm Kerns gibt es seit 2016 eine Mobilfunkanlage. (Bild: Corinne Glanzmann)

Mit einer Petition möchte eine Interessengemeinschaft verhindern, dass die Swisscom im Alpnacher Kirchturm eine Mobilfunkanlage einbauen kann, die auch für die neue 5G-Technologie geeignet sein wird. Als der Alpnacher Kirchgemeinderat im Herbst 2018 über die Anfrage der Swisscom befand, informierte er sich auch in Kerns. Dort ist nämlich bereits seit Dezember 2016 eine Mobilfunkanlage der Swisscom im Kirchturm in Betrieb.

Ähnlich wie es Alpnach dann später machte, hatte der Kirchenrat Kerns mit der Swisscom einen Mietvertrag für den Kirchturm über 15 Jahre abgeschlossen. Die Antenne stand vorher nur 200 Meter entfernt beim EWO. Eigentlich sei es nur um eine Verlegung gegangen, erzählt Kirchenratspräsident Albert Reinhart. «Es gab keine stärkeren Signale oder Änderungen der Technologie, deshalb sagten wir zu.» Der Kirchenrat hatte befunden, es sei doch besser, wenn die Anlage im Kirchturm unsichtbar untergebracht sei. Gegen das Baugesuch gab es keine Einsprachen, so dass am 20. April 2016 die Bewilligung erfolgte. Nachträglich liess die Kirchgemeinde noch ein Gerät einbauen, dass Abstrahlungen vermeiden soll.

Swisscom braucht für 5G in Kerns neues Baugesuch

In der Zwischenzeit hat sich in der Mobilfunktechnologie einiges getan. Die neue 5G-Technologie verspricht einen Quantensprung, doch sie führt auch zu Befürchtungen wegen allfälliger Auswirkungen der Strahlung. Am Freitag wurde bekannt, dass die Swisscom, Sunrise und Salt sich die begehrten Frequenzen für 5G ersteigern konnten. Damit könnte es früher oder später auch in Kerns zu Änderungen kommen.

Die Swisscom schreibt auf Anfrage, dass die jetzige Anlage im Kernser Kirchturm die Systeme von 2G (GSM), 3G (UMTS) und 4G (LTE) unterstütze. «Die installierten Antennen sind für den Betrieb von 5G im dazu vorgesehenen Frequenzbereich nicht tauglich. Es ist vorgesehen, ein bewilligungspflichtiges Baugesuch einzureichen.» Wann dies der Fall sein werde, könne man noch nicht sagen. «Die Machbarkeit wird zurzeit erst geprüft.»

Ein neues Baugesuch ist in Kerns nötig, weil dasjenige aus dem Jahr 2016 die 5G-Technologie noch nicht berücksichtigte. Man habe noch keine offizielle Anfrage von der Swisscom erhalten, 5G sei bisher noch nie ein Thema gewesen, sagt Albert Reinhart. «Falls eine Anfrage für 5G kommt, wird der Kirchgemeinderat sicher nochmals genau über die Bücher gehen. Ein Baugesuch würden wir von unserer Seite nicht einfach durchwinken.» Man würde sich genaustens informieren, schliesslich könne man sich ja auch fragen, ob 5G in Kerns Sinn mache, oder ob man nicht einfach alles belassen könne, wie es sei. «Ich könnte mir vorstellen, dass ein Baugesuch für eine 5G-Anlage auch bei uns in Kerns zu Bedenken führen wird», so Albert Reinhart.

Die Swisscom betont – auch im Zusammenhang mit Alpnach – dass gemäss den zuständigen Behörden wie der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem Bundesamt für Umwelt die geltenden Grenzwerte Mensch und Umwelt vor möglichen negativen Auswirkungen von 5G schützen würden. «In der Schweiz sind die Grenzwerte zehn Mal strenger als in den meisten europäischen Nachbarländern, zusätzlich gelten strenge Mess- und Bewertungsmethoden für Mobilfunkantennen, die die Grenzwerte faktisch noch niedriger machen», so die Swisscom.

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