Möbel-Traditionsbetrieb in Sachseln und Dagmersellen droht das Aus

Die Möbelproduzentin Reinhard AG prüft die Auflösung der Firma im laufenden Jahr. 80 Mitarbeiter in Sachseln und Dagmersellen wären betroffen.

Oliver Mattmann
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Die Produktionsstätte der Reinhard AG in Sachseln. (Bild: PD)

Die Produktionsstätte der Reinhard AG in Sachseln. (Bild: PD)

Die Stimme von Hans-Melk Reinhard wirkt niedergeschlagen, als unsere Zeitung ihn am Donnerstagnachmittag erreicht. Kein Wunder. Soeben hat der Inhaber und Geschäftsführer der Obwaldner Möbelproduzentin Reinhard AG der Belegschaft sowie Kunden und Gläubigern mitteilen müssen, dass wegen einer allfälligen Betriebsschliessung ein Konsultationsverfahren eingeleitet worden ist.

Im Fall einer Auflösung des Unternehmens würden nicht nur 120 Jahre Firmentradition zu Ende gehen, sondern auch 80 Mitarbeiter an den zwei Standorten Sachseln und Dagmersellen ihren Job verlieren. «Die einschneidende Meldung ist von unseren treuen Mitarbeitern traurig aufgenommen worden, aber mir ist es wichtig gewesen, unsere Situation transparent zu machen und im Konsultationsverfahren gemeinsam mit den Mitarbeitern nach Lösungen für die Zukunft zu suchen», sagt Reinhard.

Wenn man den Geschäftsführer reden hört und auch die Medienmitteilung vom Donnerstag liest, dürften die Hoffnung auf eine Rettung allerdings nicht allzu grosser Natur sein. «Die Preise in der Möbelbranche sind seit geraumer Zeit unter Druck. Es herrscht auf dem Markt ein Verdrängungskampf. Unternehmen, die global tätig sind, können mit tieferen Personal- und Produktionskosten agieren», nennt Reinhard den Hauptgrund für den defizitären Geschäftsgang. «Unsere Mitbewerber aus dem Ausland bieten Produkte zu Preisen an, zu welchen wir in der Schweiz nicht produzieren können.»

Zuletzt habe man von Reserven aus ertragsreichen Jahren leben können. Doch nun sei trotz kontinuierlicher Prozessverbesserungen und striktem Kostenmanagement der Zeitpunkt gekommen, um über einen geordneten Marktrückzug zu entscheiden. «Als Unternehmer stehe ich in der Verantwortung, rechtzeitig einen solchen schweren Weg anzudenken. Ein Aufschieben bis eine rechtliche Schliessung unumgänglich wird, wäre mit viel schwerwiegenderen Folgen für die Mitarbeitenden verbunden», sagt Reinhard. Für diese sei ein Jobcenter angedacht, «so dass möglichst alle eine Nachfolgelösung finden.» Wie die Standorte in Sachseln und Dagmersellen nach einer allfälligen Schliessung weiter genutzt werden, ist heute noch offen.