Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Die Lungerer Schüler werden zu Stars in der Manege

Für eine Woche tauschen die rund 230 Lungerer Schüler das Schulzimmer mit der Manege und schlüpfen in die Rolle von Artisten, Jongleuren – oder Pinguinen.
Matthias Piazza
Die Pinguine sind mitten im Probefieber. (Bilder Corinne Glanzmann, Lungern, 16. Mai 2018)

Die Pinguine sind mitten im Probefieber. (Bilder Corinne Glanzmann, Lungern, 16. Mai 2018)

Schnatternd watscheln die Pinguine in die Manege. Angeleitet von zwei Dompteuren, vollführen sie ihre Kunststücke, jagen einem Ball nach, rutschen eine Rutschbahn hinunter, bewegen sich synchron, bilden einen Kreis. An Mittwochvormittag laufen die Proben für die Zirkusaufführung vom Freitag auf Hochtouren. Rund ein Dutzend Kindergärtler und Primarschüler der unteren Stufe sind für ihre Nummer in die Rolle von Pinguinen geschlüpft, einer davon ist Colin Ming (8). Er freut sich auf den Auftritt, wenn er mit seinem Pinguin-Kostüm die eingeübte Nummer vor grossem Publikum aufführen darf, auch im Beisein von seinen Eltern.

«Alle sind mit Herzblut dabei, selbst Teilzeitlehrer haben ihr Pensum diese Woche auf 100 Prozent aufgestockt.»

«Es macht einfach Spass und ist eine eindrückliche Erfahrung, vor Publikum aufzutreten», sagt Anamey Gugelmann. Sie weiss, wovon sie spricht. Sie durfte bereits bei einem Schulzirkus in Giswil, ihrem früheren Wohnort, als Akrobatin in der Manege auftreten. Sämtliche rund 230 Lungerer Schüler, vom Kindergarten bis zur dritten Oberstufe, sind eine ganze Woche lang im Zirkusfieber, haben das Schulzimmer mit dem Zirkuszelt getauscht, das auf dem Schulhausplatz steht.

Sehr gute Erfahrungen mit Gemeinschaftsprojekt

Seit Montag studieren sie intensiv ihre Rolle als Jongleur, Akrobaten, Clown, Dompteur oder Pinguine ein oder helfen im Backstagebereich, beispielsweise in der Verpflegung. In zwei Vorstellungen am Freitag gilt es dann ernst. Erwartet wird ein volles Zirkuszelt, wenn die Eltern, Verwandten, Göttis und Gottis und sonstige Zirkusfans sich während zweier Stunden von der Magie des Zirkus verzaubern lassen. «Nach den sehr guten Erfahrungen mit der Waldwoche, unserem Grossprojekt 2011, wollten wir mit dem Zirkus Luna wieder ein Gemeinschaftsprojekt auf die Beine stellen, welches das Selbstvertrauen der Schüler und das Gemeinschaftserlebnis stärkt», sagt Fränzi Ming vom Lehrer-OK. Die Zwischenbilanz falle überwältigend positiv aus. «Alle sind mit Herzblut dabei, selbst Teilzeitlehrer haben ihr Pensum diese Woche auf 100 Prozent aufgestockt. Die Schüler schätzen, dass sie Neues lernen und vor allem auch neue Mitschüler kennen lernen, weil die 18 Gruppen grossmehrheitlich altersdurchmischt sind», erzählt Fränzi Ming.

Zirkusprojektwoche der Schule Lungern.

Zirkusprojektwoche der Schule Lungern.

Organisiert wird der Schulzirkus vom Zirkus Luna, einer Institution von 25 freischaffenden Mitarbeitern, die rund 25 Mal pro Jahr mit Schülern einen Zirkus auf die Beine stellen. «Wir ermöglichen den Kindern, dass sie präsentieren dürfen, was sie präsentieren wollen», erklärt Roland Kressibucher, der mit drei weiteren Zirkuspädagogen das Zirkusprojekt in Lungern betreut und mit den Kindern die Rollen einstudiert. Dank der vielen Chargen sei für jedes Kind etwas dabei, sei es in oder hinter der Manege.

«Die Kinder wachsen über sich hinaus»

Am ersten Tag werden die Schüler jeweils mit der Vorführung von Programmausschnitten erfolgreich «gluschtig» auf das Zirkusleben gemacht. Danach proben sie intensiv ihre Nummern ein, bevor sie dann als krönenden Abschluss vor Publikum auftreten dürfen. Roland Kressibucher spricht von einem Erfolgsrezept. «Es entsteht eine Gruppendynamik, die Kinder wachsen über sich hinaus, lernen mit der Nervosität umzugehen, machen einen Riesensprung in der Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Am Schluss sind alle Gewinner, wenn sie sich mit leuchtenden Augen vor dem Publikum verbeugen können.»

Öffentliche Vorstellung: Freitag, 18. Mai, 17 Uhr, beim Pausenplatz Gräbli.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.