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Sind Sie mit Bruder Klaus verwandt? Museum liefert neue Erkenntnisse

Das Museum Bruder Klaus zeigt restaurierte Stammbäume aus dem 18. Jahrhundert, die auf Niklaus von Flüe zurückgehen. Dabei können Besucher selber forschen, ob sie etwa auch Heilige oder Volkshelden in der Familie haben.
Franziska Herger
Ausschnitt aus einem der restaurierten Stammbäume. Bild: PD

Ausschnitt aus einem der restaurierten Stammbäume. Bild: PD

Die Sammlung des Museums Bruder Klaus in Sachseln beherbergt umfangreiche, illustrierte Stammbäume, die auf Niklaus von Flüe zurückgehen. Zwei dieser Stammbäume aus dem 18. Jahrhundert hat das Museum aufwendig restaurieren lassen. Nun werden sie der Öffentlichkeit gezeigt. Unter dem Namen «Entrollt und entsäuert» lädt das Museum ein, die beiden Stammbäume zu erkunden, Restaurierungstechniken auszuprobieren und sich selbst als Ahnenforscher zu betätigen.

Als Wurzeln eines weitverzweigten Baumes sind Niklaus von Flüe und seine Frau Dorothee auf den ausgestellten Stammbäumen dargestellt. Ihre Nachkommenschaft ist gross, umfasst heute etwa 19 Generationen und ist über die ganze Welt verteilt. Die beiden Stammbäume seien wohl von Nachkommen Niklaus von Flües in Auftrag gegeben worden, um ihre Blutsverwandtschaft mit dem Heiligen zu dokumentieren, schreibt das Museum. «Es ist auch möglich, dass Leute versuchten, sich über ihre angebliche Verbindung mit Bruder Klaus Prestige zu verschaffen», sagt Museumsleiterin Carmen Kiser auf Anfrage. «Aber zumindest der grosse Stammbaum ist korrekt, das wurde mehrmals nachgeprüft.»

Rätselraten mit dem Tablet um verlorene Namen

Der grosse, reich verzierte Stammbaum misst in der Breite über 1.5 Meter und zeigt mit vielen Landammännern und Ratsherren eindrucksvoll den politischen Einfluss, den die Familie von Flüe in Obwalden hatte. Er wurde möglicherweise von Landammann Johann Wolfgang von Flüe, einem Nachfahren von Bruder Klaus in der 8. Generation, bei Pater Ubald Thüring in Auftrag gegeben. Der Kapuzinermönch aus Luzern war Archivar und Stammbaumforscher.

Die Stammbäume waren teils stark zerfallen. Bild: PD

Die Stammbäume waren teils stark zerfallen. Bild: PD

Die kleinere Geschlechtertafel ist überschaubarer, aber umso geheimnisvoller, da darüber kaum etwas bekannt ist. Mit Tablet und Stift beginnt für die Ausstellungsbesucher das grosse Rätselraten. «Man kann einerseits versuchen, die Namen auf der Ahnentafel zu entschlüsseln, und anderseits in Büchern nach Namen forschen, die über die Jahre verloren gegangen sind», erklärt Carmen Kiser.

Aufgerollt, beschädigt und teilweise zerfallen – so wurden die zwei Stammbäume zum Papierrestaurator gebracht. Nun sind sie wieder genug stabil, um sie der Öffentlichkeit zu präsentieren und während vieler weiterer Jahre erhalten zu können. Die Ausstellung zeigt anschaulich, welche Arbeiten die Restauratoren ausführten und welche Techniken sie anwendeten, um die Zeit zu verlangsamen.

Ein Ateliertisch in der Ausstellung lädt Besucher zudem ein, Objekte zu untersuchen, zu reinigen, zu retuschieren und angemessen zu verpacken. Das aktive Tun in der Ausstellung spreche Kinder und Kindgebliebene an, aber auch alle jene, denen bei der fortschreitenden Digitalisierung nach etwas handwerklicher Abwechslung ist, schreibt das Museum weiter.

Einblick in die Arbeit der Ahnenforscher

Auch der Beruf des Ahnenforschers wird in der Ausstellung vorgestellt. Als Hilfswissenschaft der Geschichte befasst sich die Ahnenforschung mit menschlichen Verwandtschaftsbeziehungen und ihrer Darstellung. Die Datensammlung dauert oft jahrelang und erfordert viel Geduld. Die Ausstellung bietet Gelegenheit, die Werkzeuge und Methoden der Ahnenforschung kennen zu lernen und in Stammbäumen und in der Literatur nach eigenen Vorfahren zu suchen.

Die Restauration bedingt viel Handarbeit. Bild: PD/Martin Strebel

Die Restauration bedingt viel Handarbeit. Bild: PD/Martin Strebel

Am Eröffnungstag zeigen angehende Papierrestauratorinnen der Hochschule der Künste Bern vor Ort, wie Dokumente, die gelitten haben, zu erhalten sind. Im Herbst folgen weitere Veranstaltungen, etwa mit einer Stammbaum-Malerin, einem Genealogen und einer Führung ins Museumsdepot.

Hinweis: «Entrollt und entsäuert» im Museum Bruder Klaus, Dorfstrasse 4, Sachseln, vom 16. Juni bis 1. November. Weitere Infos: www.museumbruderklaus.ch

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