Musikalisches Feuerwerk in Engelberg zum Jahresende

Die Jodlergruppe Titlis versteht es immer wieder aufs Neue, die Konzertbesucher zu überraschen. So auch am Samstag in der vollen Klosterkirche Engelberg.

Beat Christen
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Die Jodlergruppe Titlis überzeugte das Publikum in der Klosterkirche.

Die Jodlergruppe Titlis überzeugte das Publikum in der Klosterkirche.

Bild: Beat Christen (Engelberg, 28. Dezember 2019)

Kaum war der Glockenschlag zur 20. Stunde des Tages verklungen, griff Philipp Emanuel Gietl auf der grössten Orgel der Schweiz in der Engelberger Klosterkirche in die Tasten. Bereits das vom Südtiroler Organisten gespielte Präludium über das Weihnachtslied von Felix Mendelssohn Bartholdy war für das von der Jodlergruppe Titlis alle zwei Jahre organisierte Konzert zum Jahresausklang ein Einstieg nach Mass. Gefühlvoll sein Spiel wie später auch auf der kleineren Chororgel. Und im selben Stil ging es dann ganz nach dem Gusto der Konzertbesucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Klosterkirche weiter.

Organist Philipp Emanuel Gietl spielte sowohl auf der grössten Orgel der Schweiz wie auch auf der Chororgel in der Engelberger Klosterkirche

Organist Philipp Emanuel Gietl spielte sowohl auf der grössten Orgel der Schweiz wie auch auf der Chororgel in der Engelberger Klosterkirche

Bild: Beat Christen (Engelberg, 28. Dezember 2019)

In Höchstform wie Spitzensportler

Die Jodlergruppe Titlis hatte mit der Wahl der Kompositionen für dieses Konzert die Latte gleich selber hoch angesetzt. Die vorgetragenen Lieder gehören allesamt jener Kategorie an, welche von den Vortragenden einiges abverlangen. Spitzensportlern gleich, waren die Sängerinnen und Sänger der Jodlergruppe auf den Punkt genau in Höchstform. Dieser Vorgabe nicht hinten anstehen wollten die weiteren Gäste. Allen voran das junge Trio Fässler-Kölbener aus Appenzell. Je mehr Stücke Christa Kölberer und Martin Fässler auf ihrem Hackbrett spielten, begleitet wurden sie am Klavier von Daniel Fässler, umso mehr mutierten sie zu den Lieblingen des Konzerts. Mit dem Medley «Töbi in Caracas» zogen die jungen Appenzeller sämtliche Register und stellten ihre Virtuosität unter Beweis. «Konzerte in Kirchen sind immer etwas Besonderes. Doch dieses Konzert werden wir nicht so schnell vergessen», meinte eine sichtlich beeindruckte Christa Kölbener nach dem Verklingen der von den Konzertbesuchern geforderten Zugabe der Jodlergruppe Titlis.

Christa Kölberer, Martin und Daniel Fässler waren als Trio Fässler-Kölberer eine echte Bereicherung des Konzerts.

Christa Kölberer, Martin und Daniel Fässler waren als Trio Fässler-Kölberer eine echte Bereicherung des Konzerts.

Bild: Beat Christen (Engelberg, 28. Dezember 2019)

Gäste treffen den Geschmack des Publikums

«Einfach geht nicht», sagte sich auch das Trio Astelhorn aus dem Sarneraatal. Lukas von Moos, Philipp Staub und Patrick Rohrer wählten für ihre Büchel- und Alphornvorträge ebenfalls Werke von Komponisten aus, die alles andere als einfach zu interpretieren sind. Die drei Obwaldner fügten sich damit nahtlos in das musikalische Feuerwerk ein. Damit hat die Jodlergruppe Titlis einmal mehr mit der Auswahl ihrer Gäste ein gutes Händchen bewiesen und den Geschmack der Konzertbesucher getroffen. Kein Wunder, freuen sich viele schon auf eine weitere Auflage in der Altjahreswoche in zwei Jahren.

Gäste aus dem Sarneraatal: Das Trio Astelhorn mit Lukas von Moos, Philipp Staub und Patrick Rohrer. Sie wählten für ihren Konzertteil nicht die einfachsten Büchel- und Alphornkompositionen aus.

Gäste aus dem Sarneraatal: Das Trio Astelhorn mit Lukas von Moos, Philipp Staub und Patrick Rohrer. Sie wählten für ihren Konzertteil nicht die einfachsten Büchel- und Alphornkompositionen aus.

Bild: Beat Christen (Engelberg, 28. Dezember 2019)