Musikfestival
Harte Schule: Hardrock-Gitarrist zeigt den Sarner Schülern, wie Stars in die Saiten greifen

Endlich kommen die Fans der harten Rockmusik wieder auf ihre Kosten. Das UrRock-Festival findet im November definitiv statt. Aus dem Dorffest in Sarnen wird zwar nichts. Dafür gibt's für die Oberstufenschüler in Sarnen erstmals einen Workshop.

Philipp Unterschütz
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Nachdem das Festival letztes Jahr ausfiel, soll dieses Jahr wieder die Post abgehen. Der Verein UrRock Musik Festival hat sich einstimmig für die Durchführung des Events entschieden. Rund 4000 bis 5000 Fans werden es ihnen danken. So viele können nämlich vom 11. bis 14. November 2021 dabei sein, wenn insgesamt über 20 Bands in der Sarner Aula Cher über die Bühne fegen. Mit dabei sind Grössen wie Nazareth, Coroner, der ehemalige Ozzy Osbourne Gitarrist Gus G, Orden Ogan oder Rage und Fury, die beide schon 2019 abräumten.

Rage am UrRock-Festival 2019.

Rage am UrRock-Festival 2019.

Bild: André A. Niederberger (Stans 25. Oktober 2019

Auch die Organisatoren des UrRock-Festivals mussten sich angesichts von Corona ihren Entscheid gut überlegen. Veranstalter müssen ja noch immer auch den schlimmsten Fall einkalkulieren, dass ihr Anlass dann eben doch nicht oder nur mit reduziertem Publikum stattfinden kann. Und keiner will, dass in so einem Fall sein Festival grundsätzlich gefährdet wäre. «Wir mussten unsere ganz persönliche Meinung hintanstellen. Für uns war die Frage im Vordergrund, wie können wir das Festival durchführen?», sagt Stephan Brüderlin vom Verein UrRock.

Festivalbesucher brauchen Covid-Zertifikat

Für das UrRock gilt deshalb wie für alle Festivals in dieser Grösse: Zutritt nur mit Zertifikat für Geimpfte, Genesene oder Getestete. Die Zertifikate werden beim Eingang gescannt. «Wenn die Software des Bundes funktioniert, wird es auch keine Wartezeiten geben.»

Wie Stephan Brüderlin erklärt, habe der Verein den Entschluss zur Durchführung unter diesen Voraussetzungen wegen zweier Aspekte gefasst. «Einerseits wollen wir ein Festival wie in normalen Zeiten. Man soll die Rockkonzerte ohne Maske geniessen können. Und das geht halt nur mit Zertifikat.» Anderseits gebe es nun klipp und klare Schutzkonzepte vom BAG und vom Kanton, an die man sich halten könne. Man werde als Veranstalter nicht mit der Verantwortung alleine gelassen. «Wir sind nicht der Meinung, dass wir so jemanden ausschliessen. Es muss sich niemand impfen lassen, aber ein Test ist ja wirklich zumutbar, damit das Festival in diesem Rahmen stattfinden kann.»

Aufs Dorffest muss verzichtet werden

Ende August werden für den Verein dann auch die finanziellen Vorleistungen für Gagen, Infrastruktur oder Werbung beginnen, die im Fall einer Absage zu einem grossen Teil verloren wären. Da könnte schnell ein fünfstelliger Betrag zusammenkommen, wenn nach diesem Datum die Spielregeln geändert würden. «Wenn es eine Zutrittsbeschränkung auf unter 1000 Personen geben würde, müssten wir absagen», so Stephan Brüderlin. Im Vorverkauf werden auch nur so viele Tickets abgesetzt. Die restlichen gut 200 Tickets pro Abend gehen erst kurzfristig in den Verkauf.

Nicht stattfinden kann hingegen das «off-Festival». Geplant war, dass auch ausserhalb der Aula Cher überall in Sarnen in Restaurants oder Bars Club-Konzerte und Musik erklingen sollten – ein eigentliches Rock-Dorffest. «Da wären Covid-Massnahmen für uns unmöglich zu kontrollieren, deshalb haben wir für dieses Jahr verzichtet.»

Ein Rockstar im Schulzimmer

Gus G. wird an einem Workshop mit Sarner Schülerinnen und Schülern einen Song einstudieren.

Gus G. wird an einem Workshop mit Sarner Schülerinnen und Schülern einen Song einstudieren.

Bild: PD

Ein Highlight gibt es hingegen für die Sarner Oberstufenschüler. Gus G., der ehemalige Gitarrist von Ozzy Osbourne, der am UrRock mit seiner Band Firewind auftritt, geht auf Schulbesuch. Gus G. gehört zu den ganz grossen Gitarrenvirtuosen der Szene. «Selten sah man einen dermassen leidenschaftlichen und talentierten Gitarristen, der Technik und Gefühl mit einer Leichtigkeit verbindet, dass man sehr gerne von einem Gitarrenhelden spricht», schwärmen die Organisatoren auf ihrer Website. Gus wird einen Workshop leiten und den jungen Leuten Tipps und Tricks zeigen. Zusammen wird ein Song einstudiert, der dann am Abend auf der Bühne am Festival gespielt wird. Dieser erste Donnerstagabend ist ein Geschenk des Vereins an alle Fans. Es wird kein Eintritt verlangt. «Wir sehen uns als Kulturförderer. Wenn nur eine Person nachher Gitarre, Bass oder ein Instrument lernt, haben wir unser Ziel erreicht», sagt Stephan Brüderlin.

Alle Infos und das genaue Programm unter: www.urrock.ch.