Nach Ende von Latein setzt Obwalden auf Schulabkommen

Auch wenn Obwalden ab dem Schuljahr 2019/2020 Latein als Schwerpunktfach durch Italienisch ablöst, können Schüler die Sprache an ausserkantonalen Schulen oder an der Stiftsschule Engelberg erlernen. Dafür kommt Obwalden finanziell auf.

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Weil das Interesse der Gymnasiasten am Lateinunterricht stark nachgelassen hat und die stete Ungewissheit über das Zustandekommen des Schwerpunktfaches Latein die Planungssicherheit in Obwalden herabsetzte, streicht der Kanton Latein von der Wahlliste. In einer Antwort auf eine Interpellation zu dem Thema hält die Regierung fest, Schüler könnten den Lateinunterricht problemlos an einer anderen Schule absolvieren.

Einerseits sei das dank des Regionalen Schulabkommens Zentralschweiz möglich. Die Kosten für den Kanton betragen 16'700 Franken pro Schüler im Jahr. Zudem bestehe die Möglichkeit, das Schwerpunktfach Latein an der Stiftsschule Engelberg zu besuchen. Das kostet den Kanton 24'000 Franken.

Interpellant Mike Bacher hatte zu bedenken gegeben, dass die Ursprünge der Obwaldner Kantonsschule ausgerechnet auf eine ab 1709 gegründete Lateinschule zurückgehe. Das Gebiet des Alten Gymnasiums und des Alten Kollegis wird auch «Quartier Latin» genannt.

Fragwürdige Massnahmen

Es stelle sich die Frage, ob die Massnahmen geeignet gewesen seien, mit denen das Latein den Schülern hätte schmackhaft gemacht werden sollen, sagte Bacher im Rat. Er bemängelte, dass Studienreisen für das Fach Latein in der Ferienzeit stattfanden, während diese für andere Schwerpunktfächer auf die Projektwochen angesetzt wurden.

Weiter befürchte er, dass auch das Schwerpunktfach Physik und Anwendungen der Mathematik (PAM) aufgrund fehlender Nachfrage gefährdet sei, sagte Bacher. Bildungsdirektor Christian Schäli entgegnete, er müsse sich diesbezüglich keine Sorgen machen.

Bezüglich des Lateins hätte die Regierung am Schwerpunktfach festgehalten, wenn sie eine adäquate Möglichkeit gesehen hätte. Man verschliesse sich aber nicht den Realitäten. Was die Fördermassnahmen zur Attraktivierung des Schwerpunktfachs Latein angeht, gab Schäli zu bedenken, dass der Einfluss auf die Wahl der Schüler beschränkt sei.