Nach Polizeikontrolle in Sarnen: Schussabgabe wird untersucht

Anfang Juni gab es bei der Ausfahrt Sarnen Nord einen Vorfall, bei dem die Polizei mehrere Schüsse abfeuerte. Inzwischen läuft die administrative Untersuchung, ob die Schussabgabe verhältnismässig war.

Drucken
Teilen
Polizisten beim Schiesstraining. (Symbolbild: Stefan Kaiser)

Polizisten beim Schiesstraining. (Symbolbild: Stefan Kaiser)

Nachdem ein Automobilist bei der Ausfahrt Sarnen Nord in einem gestohlenen Auto vor einer Kontrolle geflüchtet war, gab die Kantonspolizei Anfang Juni mehrere Schüsse ab. Verletzt wurde niemand. Das Strafverfahren gegen den Berner Automobilisten wurde inzwischen an den Kanton Bern abgetreten, wie der Obwaldner Staatsanwalt Jürg Boller auf Anfrage mitteilt. Dies, weil in Bern bereits eine Strafuntersuchung gegen den Beschuldigten hängig ist. «Das Verfahren wird durch die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Bern-Mittelland, weiter bearbeitet», schreibt Boller.

Die administrative Untersuchung zur Schussabgabe, welche die Obwaldner Oberstaatsanwältin Esther Omlin von Gesetzes wegen durchführt, sollte ursprünglich bis nach dem Strafverfahren warten. «Das Strafverfahren verfügt aber mittlerweile über einen derartigen Stand, dass ich genügend Akten habe, um die administrative Untersuchung parallel durchzuführen», schreibt Omlin auf Anfrage. Mehr könne dazu noch nicht gesagt werden. Fraglich ist insbesondere, ob die Schussabgabe verhältnismässig war. (fhe)

Obwaldner Polizei schoss gleich mehrmals

Laut Staatsanwaltschaft hat die Kantonspolizei Anfang Juni bei der Verfolgung eines Flüchtigen aus dem Kanton Bern mehr als einen Schuss abgegeben. Ergibt eine Untersuchung, dass die Schüsse nicht verhältnismässig waren, sind die Konsequenzen offen.
Franziska Herger