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Spitex Obwalden: Nachtdienst ist vorerst vom Tisch

Nachts rücken Spitex-Mitarbeiter in Obwalden weiterhin von zu Hause aus. Der 24-Stunden-Dienst wird doch nicht eingeführt – obwohl die Gemeinden dafür bereits Gelder gesprochen hatten.
Matthias Piazza
Die Spitex Obwalden ist auch nachts für ihre Kunden da – aber ohne einen eigentlichen Nachtdienst. (Symbolbild: Dominik Wunderli)

Die Spitex Obwalden ist auch nachts für ihre Kunden da – aber ohne einen eigentlichen Nachtdienst. (Symbolbild: Dominik Wunderli)

Für den 24-Stunden-Dienst ist der Bedarf nicht ausgewiesen. Zu diesem Schluss sind kürzlich Vorstand und Geschäftsleitung der Spitex Obwalden gekommen. Damit wird das im vergangenen Jahr angekündigte dreijährige Pilotprojekt sistiert. «Wir haben festgestellt, dass die Nachfrage für einen Nachtdienst zwischen 23 Uhr und 7 Uhr morgens zu klein ist», begründet Hans Wallimann, Präsident der Spitex Obwalden mit rund 650 Kunden und etwa 100 Mitarbeitern, die sich 53 Vollzeitstellen teilen.

«Spitex-Notfälle sind selten. Die Erfahrung hat gezeigt, dass in der Regel sämtliche Dienstleistungen der Spitex wie Wundpflege tagsüber erledigt werden können», so Wallimann. «Das ist auch möglich, weil die Spitex-Mitarbeiterinnen die Bedürfnisse ihrer Kundschaft kennen und dank vorausschauender Pflege einen Besuch nachts in aller Regel unnötig ist.» Der Pikettdienst, der vor drei Jahren aufgebaut worden sei, genüge vollständig. Falls die Spitex auch mal mitten in der Nacht angerufen werde, dann vorwiegend, um pflegende Angehörige zu beraten. Und bei einem medizinischen Notfall müsse sowieso der Arzt gerufen werden, was die Spitex-Mitarbeiterin bei Bedarf auch veranlassen würde.

In den ersten drei Monaten 2019 sei die Pikett-Mitarbeiterin zwischen 23 Uhr und morgens um 7 Uhr total nur 2,7 Stunden im Einsatz gestanden, so Wallimann. Diese Organisation sei wesentlich günstiger als ein 24-Stunden-Dienst, weil nur die Einsätze und ein Pikettzuschlag bezahlt werden müssten.

Nachtdienst hätte 
200000 Franken gekostet

Für einen «richtigen» Nachtdienst hätte je eine Spitexmitarbeiterin während der ganzen Nacht in den Spitex-Stützpunkten Sarnen (fürs Sarneraatal) und Engelberg für den Fall eines Einsatzes ausharren müssen – mit entsprechenden Mehrkosten. Rund 200000 Franken hätten die sieben Obwaldner Gemeinden für die Erweiterung des Angebots zahlen müssen, welches auch den Aufbau eines Nacht-Teams nach sich gezogen hätte. Die jeweiligen Beiträge hatten die Gemeinden allerdings bereits budgetiert.

Der Verzicht auf einen 24-Stunden-Dienst gelte aber nicht für alle Zeit, betont Hans Wallimann: «Sollte sich der Bedarf ändern, könnten wir den Versuch eines Nachtdienstes wieder ins Auge fassen.» Dies sei auch im Sinne der Gemeinden, wie diese in Gesprächen versichert hätten.

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